Donnerstag, 29. September 2016

Lied(er) des Tages - Visions of Berlin.


 ...t,
Berlin,
du bist so hässlich.





I wake up to my boring days
Never was a child, I was born this way
Always there but always out of place
Feels so alien

I don't know what I know
But I know where it's at
Just because I lost it doesn't mean I want it back

You don't get it
Cuz it the world I'm living in
You don't get it
I'm just a creep in a t-shirt, jeans, I don't fuckin care!







 I said all your light can't save me
All your light all your light can't save me
I won't wait though my time may come
I can't wait, I can't wait
My time may come

(my body won't work for nobody but me, son)
No one said there'd be times like these
(my body won't work for nobody but me, son)
No one said there'd be times like these...








All I
Wanna do is
Live in ectascy
I know what's best for me
I can't help it
It's this hopeless itch
I just wanna feel (wanna feel)
Purple, yellow, red, and blue








"Ich wiederhole: Dies ist keine Übung! 
Das ist die Apokalypse! Bitte bleiben sie ruhig und verlassen sie das Gebäude!"

aus: Dogma




Freitag, 23. September 2016

Kochen mit dem Saisonkalender, sechzehn - Ein Herbstkuchen in herzhaft.

Auf der Festplatte habe ich einen Stapel Foodfotos. Einen größeren sogar. Aus dem Sommer. Mit Heidelbeer-Pancakes und Backgemüse. Sogar mit Zuckerschoten-Nudel-Dings aus dem Frühsommer. Habe mir vorgenommen, gleich nach dem Urlaub alles schnell hintereinander zu posten. Wegen der Aktualität. Und der Saisonküchen-Rubrik.

Und?
Hallo Herbst. Schön dass du da bist. Heidelbeeren gibt es keine mehr. Zuckerschoten auch nicht. Ich vertrödele mit Baustatik und den Musikvideos von OK KID die Tage. Irgendwie fliegt alles und nichts passiert. Ich esse weder healthy noch biofair, weil Finanzen. Bin zu faul für irgendwas und zu verplant für nichts. Gekocht wird in der Kitaküche. Hier bäckt der Ofen höchstens altes Brot wieder auf und ab und zu mal einen schnellen Kuchen. 


Aber einen Tag vor Herbstanfang hat die Oma Geburtstag. Und weil alles besser ist als Baustatik und Werkstofflehre verspreche ich, für die Vegan-Bilanz zu sorgen. Mit frischen Zutaten aus Omas Garten, natürlich. Mangold und Tomaten müssen verarbeitet werden, sagt sie. Und: mach was draus.
Jawohl.


Für den Teig werden benötigt:

  • 200 g Vollkornmehl
  • 150 g Margarine
  • 80 ml Wasser
  • etwas Salz
Alles zusammenmatschen und in den Kühlschrank stellen, bis der Rest fertig ist.


Für die Füllung:
  • ein großer Bund Mangold, mit allem: Stiele und Blätter
  • 1 Zwiebel
  • 6 größere Gartentomaten
  • 400 g Seidentofu
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Speisestärke
  • 1 TL Kurkuma und eine Prise Muskat
  • Salz, Pfeffer und Gartenkräuter - Schnittlauch, Bohnenkraut, Basilikum, Petersilie, Thymian, Rosmarin,... na, sowas eben.
Zuerst die Mangoldschicht: Zwiebel würfeln und in einer größeren Pfanne in Öl anbraten. Den großen Bund Mangold in mundgerechte Stücke schneiden und mit rein da. Wie Spinat zubereiten, also so lang braten, bis die Blätter zusammengefallen sind. Mit etwas Pfeffer würzen.


Dann den Teig aus dem Kühlschrank holen. Eine Springform fetten, den Teig darin auslegen. Die Ränder hochdrücken. Das ganze im Backofen ein bisschen vorbacken lassen. So 10 Minuten bei 180°C und Umluft.

In der Zwischenzeit die Tofuschicht anrühren: Seidentofu, Öl und Stärke mit einem Schneebesen zu einer cremigen Masse schlagen. Kurkuma und Muskat unterheben und noch mit den ganzen Gewürzen und Kräutern abschmecken.

10 Minuten um. Boden aus dem Ofen und schnell den Pfanneninhalt, sprich den Mangold, in die Form geben. Gut festdrücken. Darauf dann die Tofumasse gießen und glatt streichen. Tomaten halbieren und dekorativ oben drauf drapieren.
Und dann ab, zurück in den Ofen.
Wartezeit: Eine halbe Stunde bei unveränderten 180°C. Wer hat und mag, kann kurz vor Ende nochmal den Grill dazuschalten. Gibt den Tomaten eine schöne Farbe.


Achja: Macht nicht den Fehler, holt das Ding aus dem Ofen und schneidet es sofort an. Seht ihr den matschigen Haufen an den unteren Bildrändern? Ja?
Ausgekühlt, lauwarm und durchzogen schmeckt die Quiche noch viel besser als mit verbrannter Zunge - und das Kuchenstück sieht auch ganz formschön aus wie ein Kuchenstück. Echt.

Sonntag, 18. September 2016

Ein Wort zum Sonntag.


Manchmal sitze ich im Auto und fahre von irgendeiner Party nach Hause. Es ist irgendwo zwischen 5 (da war die Musik eher so dazuhabichmit8indergrunschuleschonnichttanzenkönnen oder wir waren alle müde) und 10 (da bin ich wieder irgendwo erwacht, wo ich vielleicht besser nicht zum Frühstück bleibe. Oh.).
Jedenfalls.
Ich sitze im Auto, es ist (früher) Morgen, es ist meistens auch noch Sonntag. Und dann kurz vor Hinterkaffhausen dieser Wald. Ein langes Stück Straße, ziemlich schnurgerade, aus dem Auto-CD-Player irgendwas von Alice Phoebe Lou bis ZAZ. Irgendwas ohne Druck, so für's Herz. Folk, Chanson, sowas. Ich bin irgendwas zwischen 18 und 30. Das Wetter irgendwo zwischen melancholischen Wolken, Sonnenaufgang und strahlendem Himmelsblau.



Und da befällt mich diese eigenartig umwerfende Dankbarkeit. Mitten auf dieser Waldstrecke, wenn da nichts ist, außer dem grauen Asphaltband und allerhand Nadelgewächs links und rechts und obendrüber ein schmales Band Himmel... da fühle ich mich der Welt so mächtig verbunden. So mittendrin in dem kleinen Auto mit Dorfproleten-Tempo 130. Ich bin dankbar. Dafür. Dass ich auf dieser Landstraße den Fuß nicht vom Gas nehmen muss. Dafür, dass das Gaspedal der Teil eines Fahrzeugs ist, dass mir gehört. So fast. Dass dieses Fahrzeug so mühelos die Stadt-Land-Distanz für mich überwindet. 



Und vor allem: Dafür, dass ich beides sein darf. Stadtmaus und Landmaus. 18 und 30. Studentin und Mutter. Partypeople und vernunftorientierte Erwachsene. In diesen wenigen Minuten wird mir bewusst, wie großartig mein Leben ist. Ich darf hier sein. Frei und wild und wunderbar. Bin nirgendwo sicherer. Habe alles was ich brauche. Mir geht es blendend. Ich habe die tollsten Eltern und eine handvoll Freunde straight outta heaven.
Immer wenn ich an diesem Morgenden den Wald durchfahre, hatte ich eine großartige Night out. Immer dann bin ich aufgekratzt und platze fast vor Glück und Zufriedenheit. Das Kind spielt oder kuschelt in diesen Momenten mit der Oma und ich weiß, dass sie das gern tun. Beide. Auch dafür bin ich dankbar. 



Und in der Pause zwischen zwei Titeln fasse ich das Lenkrad mit beiden Händen ganz fest um nicht abzuheben. Lasse die Seitenfenster nach unten und brülle ein "DANKE!" in den Fahrtwind. Einfach so. Weil ich finde, dass das mal gesagt werden muss. Alles andere wäre doch unanständig.
Und weil ich ganz fest daran glaube, das da oben, irgendwo zwischen melancholischen Wolken, Sonnenaufgang und strahlendem Himmelsblau jemand in diesem Augenblick genauso verstrahlt auf mich herunterlächelt wie ich, wenn das Kind glücklich versunken mit dem IKEA-Handmilchaufschäumer Bohrmaschine spielt. Jemand, unter dessen Hand ich hier laufe. Und dessen Schuld das hier alles ist. Danke dafür.


Heute feiert Hinterkaffhausen übrigens Erntedank-Gottesdienst. Die Pastorin predigt vom Dankbar-Sein. Vom Nicht-für-selbstverständlich-halten. Es ist wieder Sonntag, ich denke an meine Auto-Momente und weiß, dass sie recht hat. Möchte am liebsten aufstehen, auf die Kirchenbank springen, meine Faust zur Decke recken und aller Welt zurufen: "JA! Sie hat recht! Seit verdammt nochmal dankbar für das, was ihr seit. Für all das, was ihr habt und erleben dürft. Seit dankbar! Und seit es täglich!"


Bleibe dann aber doch sitzen, atme den Geruch von Blumengebinden und frischen Pflaumen. Vor dem Altar liegt auch ein Fladenbrot. Die syrische Familie hat es gespendet, sie sitzt ganz hinten auf der letzten Bank. 
Dankbar bin ich. Dafür, dass ich hier sein darf. Und dankbar, dass sie da sind. Und dankbar dafür, dass wir gemeinsam hier in dieser Dorfkirche sitzen. Auf harten Bänken, zusammen, Christen und Muslime und Kürbisse und Fladenbrot. Danke.


Freitag, 16. September 2016

Fabulous australisches Bananabread und warum Couchsurfing Essen rettet.

Ende Juli steht dieser australische Couchsurfer auf einmal Nachmittags am Gartenzaun und ich versuche angestrengt, die Schnappatmung unter Kontrolle zu halten. Uff. Manche Menschen schauen einen an und plötzlich weiß frau nicht mehr, wo oben, wo unten, wo das Kind und wo sie gerade den Laubbesen hingestellt hat. Ähm.

Seine Anwesenheit bereichert unser Leben fast zwei Wochen lang in allen Punkten. Bis dahin hatte ich keinerlei WG-Erfahrungen, war Freundin eines krümelfreien Küchenbodens, habe mit dem Kind um Zähneputzen gestritten und zweimal am Tag kochen hielt ich für dekadentes Spießergehabe. 
Dann kam Liam. 
Und hat zweimal am Tag gekocht. Vegan und saisonal. Hat meine Gitarre entstaubt und neu gestimmt, im Garten im Gras gesessen und Bob Dylan gesungen. Hat dem Kind die Zähne geputzt. Und das Leben war schön. Seicht plätschernd und mit Singer-Songwriter-Soundtrack. Sonnig, in G-Dur, mit Schönwetterwolken und Jonglage-Grundkurs im Vorgarten. Selbst so banale Dinge wie Wäsche aufhängen waren auf einmal irgendwie ein kleines bisschen super. Weil da jemand neben dem Wäscheständer stand, Dreadansätze nachhäkelte und von Ziegen in Thailand schwärmte. Ganz ohne irritierten Seitenblick auf meine Omaschlüpfer. Von Krümeln auf dem Küchenfußboden habe ich nichts gemerkt. Bin zwei Zentimeter drüber geschwebt. 

Und Rezepte haben wir getauscht. Croissants gegen Pies gegen Bananabread. Bananabread! Der wohl mit Abstand geilste vegane Scheiß, den es gibt!
"Sometimes me and some mates doing dumpsterdiving...", fängt er an, als er neben meiner leeren Obstschale steht und ich möchte ihn dafür schon wieder um den Hals fallen. Essen retten. Containern. Oder so wie ich nun ständig zwei Kilo reduzierte Bananen aus dem Bioladen tragen. Mit fett verstrahltem Grinsen. Darum.

Instagram-Fund. Urheberrechtliche Grauzone. Ich weise darauf hin: Ist nicht von mir. Aber lustig.

Hier kommt Liams original-australisches Geheimrezept. Ganz im Original und handschriftlich. Besser als alles in der Welt (even better than my American Hostmoms Chocolate-Bananabread! Sorry Parrish...) und am besten mit geretteten, glücklichbraunen Bananen. Schneller als ein Apfelstreuselkuchen und überhaupt einfach das allergroßartigste. 



Achja: Damit ihr nicht wie ich noch alle schnell den Google-Übersetzter nerven müsst: Nutmeg ist gemahlene Muskatnuss. Just saying.

Das "Bread" ist übrigens höchst ambivalent. Liam "find they work best in a muffin tray". In der Kastenform kann man es aber besser zum Frühstück essen. Hat ja dann doch Ähnlichkeiten mit Brot. Und in die Bibliothek trägt frau in der Kinderbrotdose säuberlich gestapelte Stückchen vom Blech.
Bananabread geht halt immer. Und überall. In Gedanken an Liam, der schon wieder Reunion-Fotos von zu Hause in far away Down Under-Australia auf Facebook postet. Haaaaaach...


Donnerstag, 15. September 2016

Kochen mit dem Saisonkalender Fünfzehn - (Buch)weizenpfannkuchen mit Sommergemüse im Frühherbst.



Mitte September, draußen 31 Grad. Die Sonne knallt ans Küchenfenster, niemand hat Lust zum Kochen. Niemand. Die Tomaten vor der Haustür wärmen sich die Bäuche, bis sie ganz rot sind. Im Supermarkt gibt es noch Zucchini und Auberginen en masse und es fühlt sich richtig an. Irgendwie.

Und außerdem habe ich auf der Suche nach Rosinen für das Frühstücksmüsli noch Buchweizen gefunden. Diese kleinen runden Körnlein, die gar kein Getreide sind. Und der Inbegriff für vegan/vegetarische Ernährung. Buchweizenbratlinge. Gegenstand unendlich vieler schlechter Veganer-Witze. Wer erinnert sich?

Jedenfalls. Ein Rest Mehl. Buchweizen. Sommergemüse. Mach was draus. Und zwar Pfannkuchen.

Dafür braucht frau:

  • 150g Vollkornmehl und 2-3 EL Buchweizenkörner. Alternativ komplett Buchweizenmehl. Das gibts im Bioladen und ist, weil Buchweizen wie erwähnt kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs ist, sogar glutenfrei. Wer wie ich Uni-Freunde mit Zölliakie hat, sollte die unbedingt mal damit beehren. Sofern die keine Ressentiments gegen Buchweizen hegen. Der Veganer-Witze wegen. Man weiß ja nie.
  • 250ml Sojamilch (natur, also ungesüßt)
  • 1 TL Backpulve
  • 1 TL Natron
  • 1 Prise Salz
  • Margarine oder etwas Öl zum ausbacken

Für die Füllung schnibbelt das Kind: eine Aubergine, eine Paprikaschote, ein paar viele Gartentomaten und etwas übrig gebliebene Zucchini. Und eine halbe Zwiebel.

Dazu außerdem noch: 2 EL Tomatenmark, einen Schluck Wasser und eine Kinderhand voll Sonnenblumenkerne. Und Gartenkräuter: Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Oregano.

Das Gemüse und die Kerne mit etwas Öl anbraten. Tomatenmark dazugeben, mit Wasser eine dickflüssige Soße zaubern und mit den Kräutern würzen. Salz und Pfeffer sind gar nicht unbedingt notwendig.

Guten Hunger!


Montag, 12. September 2016

Fotostorycampingtravelplaylist - Lieder der Tage und Raus aus Hinterkaffhausen II und III.

(Meer kann jeder. Wir so: Am Haff. Usedom.)


Es sind viele Fahrräder da, 
und badende Nymphen im Teich 
im Körbchen-Bikini, 

und jeder Tagtraum 
ist mückenstichreif. 
Es riecht nach Schlamm und Pommes
und im Imbiss am Boden nach Ost-PVC.
Und mit Gras in den Kniekehlen
verbringen wir den Tag am See.

Es gibt Limonade mit Wespen
und dich und mich und für jeden ein Eis
und selbst mit nassen Haaren ist es noch heiß.
...



(Und dann Mecklenburger Seenplatte. Im Müritz-Nationalpark.)


...
Ich hab noch Platz auf dem Handtuch
und du bist für die Wahrheit zu schön.
Ich öffne die Augen und zähle bis 10.
Die Sonne wird das Letzte sein, was wir sehen.
Komm lass dich blenden, 
lass dich blenden.

Die Halme sind hell an den Spitzen,
biegen sich lachend im Wind.
Ich such mit dem Blick nach Ottern und Bibern, 
die wieder nur Ratten gewesen sind.

Die Sonne wärmt uns die Bäuche
und hin und wieder hör ich ein Boot.
Und durch die geschlossenen Lider leuchtet es rot.
...



...
Und der Tag zieht noch lange
auf seinen Schwingen dahin.
Wir rücken Stück für Stück weiter,
immer wenn ich im Schatten bin.
Ich trag die Sonne auf den Schultern
und den Sommer unter den Nägeln mit nach Haus.
Im letzten Licht gehen die anderen schon voraus.

Vier Füße in Turnschuhen 
auf der Umgehungsstraße bei wenig Verkehr
und ich will nie wieder glauben, 
Glück sei irgendwie anders und irgendwie mehr.






If I were free
I would run into battles with flowers and hugs
And bow at the boots of our well-oiled thugs
Yes, if I were free

If it were me
I would yell out "I love you!" to all I passed
I would disrobe and disco and rip off my mask

Yes, if I were free I'd be the 'U' that crossed the 'I' to simply 'B'
Minding our reflections at the bottom of the sea
What did you see?





You should see my favorite people,
You catch a glimpse of gold through their skins.
I walk on air whenever I'm with them,
They're where the happiness begins.
And I'm alright on my own, but with them I'm much better
They're like diamonds and diamonds are forever.

They're taller than giants,
They outshine all the stars
They are the love above the love
They're my army of fortune,
They win every war
They are the love above the love
...





...
They're the boat when I'm underwater
They tame the sharks and they calm the waves
When I choke they pat my back harder
My load is light, my secrets are safe
And I'm alright on my own but with them I'm much better
They're like diamonds and diamonds are forever...







Come with me, my love
To the sea, the sea of love
I want to tell you how much I love you

Do you remember when we met?
That day I knew you were my pet
I want to tell you how much I love you