Samstag, 28. Oktober 2017

Say yes to...


Hallende Schritte auf dem groben Pflaster der Querstraße
Meine schmerzenden Füße noch immer im Rhythmus
taptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptaptap
Die rechte Hand in der Tasche
schiebt mit dem Rest Aufgedrehtheit die Kappe des Lippenstifts
auf und zu und auf und zu
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Donnerstag, 19. Oktober 2017

Grounded and so humbled and so one with everything.


Es rauschen die Tage, so herbstlich und warm (frei nach Schubert, Deutschlandradio Kultur im Auto schafft die Illusion eines wohlgeordneten, verantwortungsbewussten Erwachsenenlebens) und ich kann behaupten, dass ich gerade und endlich halbwegs begriffen habe, worauf es zumindest in meinem Leben ankommt und worauf nicht. Es kommt zum Beispiel darauf an, Freunde zu haben, bei denen frau* nachts verheult an der Tür klingeln kann und die mit einem dann die andere Hälfte Nacht Tee trinken, während frau* unwichtigen Weltschmerz nuschelnd auf die Couchdecke kippt. Oder die einem sagen "Augenringe stehen dir" aber auch "Weißt du was ich scheiße bei dir finde...?". Reicht schon zwei davon zu haben. Und es kommt drauf an, solche Freundschaften zu pflegen. Zurückgeben, was man bekommt. In Form von... (Hallo N., du wirst es verstehen) Verzicht, zum Beispiel.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Kochen mit dem Saisonkalender, neunzehn - Buchweizen-Pfanne mit Pak Choi und Mangold.


Wenn Foodsharing dir einen großen Berg grüner Blätter und Stängel schenkt, dann...

1. identifiziere (Aha, Mangold. Aha, Petersilie und Schnittlauch. Aha... äh, Pak Choi?) und
2. verkoch das. Zusammen. Möglichst schnell. Und essbar. Und wenn möglich noch sättigend.

Samstag, 2. September 2017

Tage mit Goldstaub.


Der Sommer stirbt, in dem er sich ein letztes Mal aufbäumt. 32°C auf einem österreichischen Berggipfel, Regen und kalte Füße zur Geburtstagstorte in einem Münchner Café einen Tag später. Die Gehwege an der Isar sind braun beblättert und im Edeka an der U-Bahn gibts keine Himbeeren mehr. Aber Glühwein im Angebot.

Das Kind und ich betrachten von einem geborgten Bett aus den Balkon in Thalkirchen, auf dem wir am Beginn des Sommers mit Aquarellfarben die Fliesen gesprenkelt haben, die ersten richtig warmen Sonnenstrahlen im Nacken. Herzmomente, in der Erinnerung kleine warme Großereignisse. Wir haben uns unser Gesamt-Sommerglück aus solchen Momenten zusammengepuzzelt, zwischen selbstgemachtem und fremdbestimmtem Stressgestein die winzigen Edelmetalle rausgefischt, spontan Vorhandenes dekonstruiert und in neue Kontexte geworfen. Goldstaub macht Alltag lebendig.

Donnerstag, 24. August 2017

Overnight Katerzucchini.


Wir sitzen im Vorgarten auf der Picknickdecke, das Kind und ich, essen Salat und altbackenes Schwarzbrot. Es ist Sonntagabend und ich bin schrecklich viel müder als sonst. Kindfreie Samstagnacht. Kein Schlaf. Müde getanzte Füße und leichter Katerkopf. Eigentlich möchte ich nichts anderes als schlafen, aber ich weiß, dass da oben im Kühlschrank noch eine Zucchini aus Omas Garten ganz dringend verarbeitet und danach portioniert eingefroren werden muss. An der Pflanze hängen schon vier Folgemodelle gigantischen Ausmaßes.

Wir sitzen also so, ich seufze etwas wehleidig in mich hinein. Unser Nachbarn beginnt die Johannisbeer-Sträucher zu gießen und seine Frau erntet drei große Zucchinis. Ich seufze noch einmal. Sie dreht sich um, winkt, dann steht sie vor uns: "Hier. Ihr müsst eine Zucchini abnehmen, wir schaffen das nicht allein." Ich lache, gequält. Öh, danke.

Jo, Johannisbeeren-Torte!


Das war der Sommer: Ein paar heiße Tage, stundenlange Prokrastination vor viel zu viel Uni-Content, halbherziges gemeinnütziges Engagement und... Kuchen. Denke ich in den nächsten Jahren an den Sommer 2017 zurück, wird auf einmal meine Spucke im Mund süßklebrig. Ganz sicher.

Eins der schönsten Exemplare war die Johannisbeerentorte a la Ich-muss-den-Garten-meiner-Eltern-pflegen-weil-sie-im-Urlaub-sind-und-weiß-nicht-wohin-mit-der-Ernte-Spontaneinfall. Ausgedachtes Schnellrezept mit umwerfender Außenwirkung. Und auch noch universell übertragbar auf anderes (Beeren)Obst.

Montag, 24. Juli 2017

Kindertiramisu on a budget.


Ich töte für Tiramisu.
Also - nicht wirklich. Aber sprichwörtlich schon. In der nicht-veganen Vergangenheit war Tiramisu ungefähr das perfekteste Mir-ist-es-zu-heiß-um-in-der-Küche-den-Herd-zu-heizen-aber-ich-muss-trotzdem-was-mitbringen-Dessert auf allen erwachsenen Happenings, ein zeitloser Klassiker ohne viel Drumrumundgedöns. Wie Zupfkuchen, bloß mit Kaffee und Amaretto. Und damit ein winziges bisschen besser. Wegen dem Kaffee natürlich.

Eine vegane Variante scheiterte bis vor Kurzem am Problem Löffelbiskuits. Die ohne Tier... Mh, schwierig. Aufwendig. Oder teuer. Oder beides.
Im Winter überkam mich zum ersten Mal das dringende Bedürfnis nach Kaffee mit Alkohol und viel Zucker (in der Prüfungszeit, wer hätte das vermutet?). Ich bemühte ein wenig meinen neuen Eco-Browser und fand: Milchfreier Zwieback statt Löffelbiskuits wäre der Shit. Na dann, bitte. Die Firma BURGER führt zum Beispiel explizit veganen in ihrer Produktliste. Und was soll ich sagen? Dreimal Ja! für diese Idee. Ordentlich mit Kaffee eingeweicht ist der Unterschied nur ein geringeres Maß an Zucker. Und das ist - im Ausgleich mit süßem Sojaquark - kein Verlust. Außerdem: Den Sojaquark am Monatsende auch noch mit Kaufland-Eigenmarke-Sojajoghurt ersetzt, ist die Zwiebackvariante ein absolutes Low-Budget-Ding. Verbraucht nicht mal Strom zur Herstellung. Jackpot studierende Menschen!

Sonntag, 23. Juli 2017

Gut Kirschen essen - Zupfkuchen mit Verspätung



Merkt ihr was? Wir haben Juli. Ende Juli. Mittlerweile haben sich auf der Festplatte einige Essensfotos angesammelt, deren Deko erkennbar nicht aus dem Sommer stammt. Weil ich zugehörige Rezeptpostings vor mir hergeschoben habe wie gerade das Schreiben einer Hausarbeits-Einleitung. Oh. Mh.

Andererseits ist es dem Rezept ja gerade wurst, wann es hier erscheint. Wer sucht, findet. Unabhängig vom Datum. Und welche Blumen in der Deko wieder nicht in den Juli passen... Such a good drama, singt Leslie Clio, oh oh oh... I couldn't care less, thats all I care about.

Äh.
Jedenfalls. Zupfkuchen! Universeller Alleskönner immer dann, wenn es schnell verlässlich lecker werden muss. Und Menschen mitessen, die vegane Kuchen manchmal schon aus Prinzip nicht lecker finden können. Dann ist er die ideale Geheimwaffe für jede Familienfeier, jeden Kuchenbasar, jedes Kita-Fest. Beliebt seit Jahrzehnten. Besonders mit Kirschen. Und die gibts auch noch im Juli.

Montag, 10. Juli 2017

Ungesund frühstücken mit Buchweizen-Blaubeerkuchen!


Wieder ist Blaubeerzeit in Hinterkaffhausen und in diesem Jahr kann mein Mitbewohner schon allein auf seinem eigenen Fahrrad vor mir her zum Blaubeerwald radeln. Selbstbestimmt. Selbstständig. Ich staune. Die Zeit!
Wir sammeln Blaubeeren um die Wette und fahren kurz nach sechs am Abend nochmal ins Nachbardorf, weil das Sonnenblumenöl leer ist. Das mit dem Kuchen war seine Idee und rühren kann er auch schon selbst. In alltäglichen Struggels um Pünktlichkeit beim Kita-Ausflug und ob der rosa Haargummi nun ausschließlich und nur was für Mädchen ist (Nein!) und dass man nach jedem Toilettengang die Klospülung drückt... da übersehe ich glatt, wie groß das Kind schon ist. Was es schon kann. Alles! (wenn man es persönlich fragt). Oft vergesse ich zu bemerken und zu befreuen, welche krassen Entwicklungsschritte dieser fast vierjährige Bezopfte schon zurückgelegt hat und jeden Tag Schritt um Schritt zurücklegt.

Manchmal leben wir tatsächlich weniger wie Mutter und Sohn, sondern nähern uns unserem tatsächlichen Alter gegenseitig an, sind zwei Teenager in Wohngemeinschaft, die beschließen, morgens mit Kuchen in den Tag zu starten. Um die kleinen Dinge des Lebens zu feiern (Blaubeeren). Und die großen (das Kind, das Kuchenstück des Kindes in Relation zum Kinderteller).