Freitag, 23. Mai 2014

Der Zahnwehmann.

Juhu, es ist mal wieder so weit! Zahn Nummer 3 kündigt sich an. Und zwar lautstark und vorzugsweise nachts.
Als es um 23:00 zu brüllen beginnt, bin ich gerade eingeschlafen. Herrlich. Der Herzensmensch kommt eben vom Spätdienst. Aber weil er ja gerade sowieso noch steht, kann er doch gleich mal den Schnuller... Ach, denkste. Das Gebrüll steigert sich zu einem herzzereißenden Kreischen. Da muss Mama ran. Ich setze mich auf den Stuhl neben das Bettchen und streichle den heißgebrüllten Kopf. Nichts zu wollen. Schließlich wiege ich mein Kind eine halbe Stunde im Arm, bis wir beide eingeschlafen sind. Eiskalte Füße und der Herzensmensch wecken mich. "Willst du nicht mal wieder ins Bett kommen?". Gute Idee. Vorsichtig befördere ich das schlafende Bündel zurück in sein Bettchen und schlüpfe zurück unter meine - mittlerweile natürlich kalte - Decke. Es dauert gar nicht lange, da jammert es schon wieder. Ich ignoriere es. Will schlafen. Aber der Zahn kennt keine Gnade. Nach einer Weile ist das Geschrei kaum mehr zu ertragen....

Wir kämpfen die ganze Nacht. Abwechselnd laufen der Herzensmensch und ich Runde für Runde um unser Bett, wiegen das Kind im Arm, streicheln Köpfchen, halten Händchen, machen Schschscht.
Es ist zutiefst ungerecht! Ich hatte bis vor kurzem ständig von Kindern gehört, deren Zähne völlig unkompliziert gewachsen sind.

Schließlich ist um 6:10 die Nacht endgültig zu Ende, denn da dreht sich Marek, der den Rest der Nacht zwischen Mama und Papa verbracht hat, auf den Bauch, zieht an meiner Nase und... quengelt. Und das heißt ausnahmsweise mal nicht "Aua", sondern "Mama, los, aufstehen jetzt".

Obstsalat.

Um acht gibt es am Wochenende Frühstück. Meistens eher, selten später. Meistens haben wir davor schon ausgiebig im Bett gespielt, gebadet und einmal den gesamten Erdgeschoss-Wohnbereich "aufgeräumt". Meistens bin ich dabei noch nicht einmal fertig angezogen und im Bad gewesen.
Was solls.

Heute ist es 7:30 als penetrantes Gequengel vom Fußboden (ja, der Herr rutscht mittlerweile munter durch die Kante) mich dazu nötigt, zwei Scheiben Brötchen mit Frischkäse (man mag keine Marmelade) und eine ganze (!) gequetschte Birne zurechtzustellen. Und verdünnten Baby-Saft.
Tee oder Wasser? Pfui Spucke!
Gestern habe ich nach langer langer Zeit mal wieder Fenchel-Kümmel-Anis-Babytee gekocht. Ich dachte, vielleicht hätten sich seine Geschmacksnerven in der Zwischenzeit verändert... Aber als ich diesen ungesüßt meinem Kind einzuflößen versuchte, konnte man meinen, ich versuche es mit Zitronensaft. Also experimentierte ich mit Honig. Ein anderes Süßungsmittel als den guten Bio-Bienenhonig von meinem Opa, Hobbyimker mit Leib und Seele, schien mir völlig inakzeptabel. Es hatte mir ja auch niemand gesagt, dass Kinder unter einem Jahr auf keinen Fall Honig bekommen sollten (warum, weiß ich allerdings auch nicht. Wegen irgendwelcher Keime oder so ähnlich). Nachdem der Herzensmensch angesichts meiner frevelhaften Tat beinahe Herzstillstand erlitten hatte, weiß ich nun Bescheid. Na gut. Marek hat es im übrigen auch nicht geschmeckt. Verwöhntes Kind.

Jedenfalls, Frühstück.
Die kleine Raupe Nimmersatt sperrt seinen Mund nach jedem Bissen so schnell wieder auf, dass ich mit dem kleinschneiden und füttern kaum hinterherkomme. Auch die dritte Scheibe Brötchen muss schließlich dran glauben. Mein Sohn isst fast so viel wie ich! Unfassbar.
Nachdem alles irgendwo im kleinen Mund oder unter dem Stühlchen verschwunden ist, möchte Mama endlich auch mal frühstücken. Da ist es weit nach acht. Marek zappelt in seinem Hochsitz, möchte alles haben und quengelt, quengelt, quengelt. Bei Thalia verkaufen sie Ohropax mit der Aufschrift. "Mutterschutz". Ich glaube, das wünsche ich mir zum Muttertag.

Ich stelle ihn mit einem Stück Apfel ruhig, ohne Schale. Da sitzt er und nagt mit seinen zwei Zähnchen am Obst herum. Wie eine Häckselmaschine produziert er mundgerechte kleine Stückchen, die mit einem schmatzblubb in der Auffangschale des Lätzchens landen. Bis nichts mehr vom Apfel übrig ist. Dann ist es langweilig.
Nach dem Essen ist mein Kind schon wieder überall und nirgends, auf dem Bauch den Boden wischen. Mama darf inzwischen die kleinen Apfelstückchen aus dem Lätzchen löffeln.
Obstsalat.
Mh, lecker.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Vinyl.

Eines der Dinge, die ich in der neuen Wohnung mit Sicherheit am meisten vermissen werde, ist der Plattenspieler. Das schon halb demolierte Baujahr 1990-Teil ist nun mal Papas Liebhaberstück. Und Quell unablässiger Freude. Ich bin kein Musik-Nerd und auch kein kranker Sammler und schon gar nicht eine von diesen Wannabe-Retros, die auf den Flohmärkten mit ihrem Alte-EXA's und Plattenspieler-Runtergehandel auf die Nerven gehen.
Ich bin eher so der... Konsument. Der Gelegenheits-Plattenkäufer. Der ehemalige mit-Wein-auf-dem-Bett-liegend-alte-Bill Haley-Platten-Hörer. Oder so ähnlich. Und irgendwo sind Plattencover doch auch eine Form von Kunst. Ich meine, hey, andere sammeln Kandinsky-Drucke, also bitte.


Portugal. The Men. Das Foto stammt übrigens, nicht wundern, aus dem Jahr 2012. Uralt. Damals war Fräulein noch jung und übertrieben geschminkt.

Oh, eins hab ich noch, Moment...



400 Blows. Damals (2011) fand ich gruselig mal eine Zeit schick. Die Musik ist im übrigen auch gruselig. War'n Schnäppchen.

Und jetzt... höre ich beim Staubwischen Cat Powers "The Greatest" und sinne über Beschaffungskriminalität.