Mittwoch, 25. Juni 2014

0815

Naja, wer hätte schon ernsthaft damit gerechnet, dass ich diesen Blog schließe. Alle die mich auch nur ein bisschen kennen, haben über den Post da unten geschmunzelt, sich zurück gelehnt und abgewartet, wie lange ich das aushalte.
Bis ich platze vor Mitteilungsbedürfnis.
Bis die Worte mir wieder aus dem Kopf sprudeln.
Bis MicrosoftWord mir zu traurig wird, weil es wie Selbstgespräche führen ist oder wie in der Bahn ein Telefonat vorzutäuschen, damit es so aussieht als wäre man gefragt und hätte Freunde (darum fällt es mir so schwer, ein neues Buch zu beginnen, jetzt wo das erste - JA! HINHÖREN! - wo das erste im Druck ist).

Herzlichen Dank trotzdem an die Hand voll Balsam für mein Ego. Manchmal braucht man sowas.
Manchmal braucht man auch einfach einen Schubs und ein paar neue Ideen von draußen. Wobei - einen neuen Blog anfangen, gleichzeitig mit einem neuen Notizbuch? So ein Schwachfug. Wo ich doch schon einen Babyblog parallel führe und mir das schon manchmal irgendwie zu viel ist (www.windelhose.blogspot.de). Und dann wieder umständlich das Layout anpassen... Ach nee.

Außerdem - mir gehen die Themen aus.
Nachdem ich nun nicht mal mehr irgendeine Schule (vorläufig) besuchen muss, führe ich ein dümpelhaftes Elternzeit-Hausfrauen-Mami-Dasein, von dem es nun partout echt nichts Spannendes zu berichten gibt. Es sei denn, jemand interessiert sich für Wollwaschmittel. Na? Anybody? Und Entwicklungsfortschritte meines Sohnemanns. Aber, wie gesagt, ich verweise auf meinen Zweit-Blog. Der mal dringend aktualisiert werden müsste. Wie auch immer, ich schweife ab.

Jedenfalls... mir gehen die Themen aus.
Meine Tage sind so wunderbar-frustrierend gleichgeschaltet. Ich bin 24 Stunden zu Hause. Manchmal mache ich mit meinem Kind einen Spaziergang runter ins Dorf, meistens bleiben wir auf den 300 Metern Feldweg hinter unserem Grundstück. Das Gefühl für Wochentage und Daten entgleitet mir völlig. Ich halte es noch nicht einmal für notwendig, mir regelmäßig frische T-Shirts anzuziehen oder mir regelmäßig die Haare zu waschen. Warum auch? Spart Wäsche und schont die splissigen Spitzen. Zu Hause sieht mich eh keiner.
Ich lese keine Zeitung mehr und höre bei den Mahlzeiten nur den "Traumzauberbaum" oder den "Regenbogenfisch". Ab und zu lese ich meine Facebook-Nachrichten und Mails, aber mir liegt nicht viel an dem Kontakt nach draußen. Unser straffes Tagesprogramm erlaubt keine Aussetzer und Spontanität.
Es passiert einfach... nichts.
Früher musste schon wirklich etwas außergewöhnliches vorgefallen sein, heute spreche ich eine Woche lang über meine fantastisch gelungene Sauce Hollondaise zum Spargel (wie aus dem Bilderbuch! Da erblasst sogar der 4-Sterne-Koch meines Herzens vor Neid) oder über den ärgerlich hartnäckigen Fleck auf dem Fußboden, der bewirkt, dass einem die Hausschuhe immer daran kleben bleiben.
Wir sind so spießig-durchschnittlich geworden, dass ich schon kurz davor bin, Geranien in Blumenkästen an die Fenster zu hängen und eine Deutschlandfahne ans Auto zu binden - dass WM ist, habe ich geradeso noch mitbekommen, nachdem der Herzensmensch mit Bierflasche vor den Fernseher gezogen ist.

Was soll ich denn erzählen?
Dass das Rot meiner Haare so langsam aber sicher einem ekelhaftem Straßenköterblond-Grau weicht?
Dass bergeweise Antragsunterlagen, Papiere, Kopien, Wohnungspläne meinen Schreibtisch unter sich begraben haben?
Dass ich es leid bin, mich mit Ver- und Vormietern tierischst ärgern zu müssen?
Dass ich einen kaltblütigen Hass auf alle planlos rumchillenden "joar, mal schauen was die Zukunft so bringt"-Tagträumer hege und sie am liebsten mal zum bügeln und nebenbei Kind-vom-Katze-meucheln-abhalten einladen würde, damit ich endlich auch mal wieder ein Buch lesen kann?

Vielleicht kommt ja einer vorbei, der mich an den Haaren aus meinem Selbstmitleids-Topf herauszieht.
Dann hab ich wieder was zu erzählen.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Zettelwirtschaft.


Vorhang auf für seltene Einblicke in die Zwischenwelt (denn das ist es doch letztendlich - es ist weder Realität noch Fiktion, was mein Notizbuch beinhaltet. Vielleicht ist es beides. Vielleicht auch gerade nicht)... und in andere papierene Zeugen meiner selbst (Kalender, ich kann nicht mehr ohne Taschenkalender leben, ich brauche Kalender sonst versinkt meine Welt im Chaos).


Das heilige Buch höchstselbst.


Erdentstehung á la Tessa.


Was macht man mit Seiten, die einem nicht mehr gefallen?


Sie sehen: Platzmangel...


...Eigen-Kommentare...


...Kreativität um zwei Uhr nachts, entstanden damals mit T. und...


...das, was man erwartet hat, natürlich.
Ich dachte, nur die ausgefallenen Dinge zu fotografieren, wirft ein falsches Bild
auf das Buch.


Kunst-LK?


Jaja, ich weiß, geklaut von Jennifer Rostock.


Und manchmal muss man seinem Ärger einfach nur irgendwie ganz still Ausdruck verleihen.




















Wem ist aufgefallen, dass das Kind da keinen linken Arm hat?