Dienstag, 22. Dezember 2015

Kochen mit dem Saisonkalender, Zwei.

Beim Thema "Wintergemüse" fällt allen irgendwie immer nur Kohl ein. Wirsing zum Beispiel. 
Ähnlich wie beim Rettich verband ich Wirsing bisher immer mit semi-leckeren Gerichten bei Oma. Irgendwie... wenig nachkochenswert. Bis ich dann in der Bio-Mensa das einzige vegane Gericht auf dem Campus an jenem Tag auf dem Teller hatte: Wirsingpfanne. Mit Tofu. Und Sojasauce. Überzeugt!

Das Nachkochen gestaltete sich durch zunehmend begrenzten Gehirn-Speicherplatz ganz schön schwierig (starke mittelhochdeutsche Verben versus Satzbildungstypen). So ist diese Eigenkreation entstanden:

Wirsingpfanne mit Sojaschnetzeln.


Zutaten:
  • einen Wirsingkopf (davon nur der innere Teil, die 8-10 großen, äußeren Blätter vorsichtig abtrennen und  maximal eine Woche in einer Schachtel im Kühlschrank für andere Gerichte aufbewahren)
  • eine mittelgroße Zwiebel
  • Soja-Geschnetzeltes - es geht auch Räuchertofu, gewürfelt
  • 200 ml Sojacuisine
  • Sojasauce
  • Salz, Pfeffer, Kümmel, ... nach Geschmack
Zuerst (wollte nie ein Rezept mit "zuerst" beginnen und tue es nun doch) die äußeren Blätter abtrennen und zur Seite legen. Damit kann man zum Beispiel tolle Wirsingwickel machen. Oder man kann sie zu Nudeln essen. Oder so.
Den Rest waschen und kleinschneiden. Die Zwiebel auch. Beides in Öl oder sonstigem Fett (verwende hierfür veganes Zwiebelschmalz) anbraten, bis der Wirsing zusammengefallen ist. Große Pfanne benutzen. Wichtig. Kleckert sonst nur.

In der Zwischenzeit das Soja-Geschnetzelte wie auf der Packung angegeben einweichen und quellen lassen. Die Schnetzel müssen nicht vorgebraten werden (Die Faulheit wird siegen!!) - können es aber. Vielleicht sind sie dann irgendwie... aromatischer. Möglich.

Ist der Wirsing also zusammengefallen, kommt das Geschnetzelte dazu. Ein bisschen später die Cuisine und reichlich Sojasauce. Alles noch eine Schnell-den-Tisch-decken-Weile köcheln lassen und zum Schluss mit Salz, Pfeffer und ganz wenig Kümmel abschmecken. Was ich sonst noch gewürzt habe ist mir entfallen. Hallo mittelhochdeutsche Verben!

Dazu passen: Kartoffeln. Sofern man nicht vergisst, sie zu schälen und zu kochen. Alternativ: Vollkornbrot. Oder, besser: Pita, im Backofen kurz angebacken.
Reicht für 4 hungrige Personen.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Kleckerei.

"Was schenkst du eigentlich so den Verwandten?", fragt die Freundin auf dem Weg in ein Seminar. Äh. Wir haben gebacken. Eher: Mama hat gebacken, das Kind das Mehl in der Küche verteilt, mit dem Nudelholz Dellen in die Einrichtung geschlagen und Teig gematscht. Großer Spaß!


1 - Vollkorn-Vanillekipferl
2 - Ausstechkekse, die üblichen
3 - Kokosmakronen
4 - Lebkuchenmenschen

Das Rezept für die Lebkuchenmenschen haben wir eher schon ausprobiert. Müssen wohl vor Weihnachten unbedingt nochmal nachbacken, damit alle Omas, Opas, Tanten und Cousins in den Genuss unserer veganen Backkünste kommen. Zu den Ausstechplätzchen muss ich sicher auch nicht mehr viel sagen. Übrigens habe ich kürzlich verwundert feststellen müssen, dass Kekse nur um Weihnachten herum Plätzchen heißen. Warum? Das ganze Jahr über sagen wir Kekse. Dann kommt der Dezember. Und wir backen... Plätzchen. Na sowas.


Jedenfalls.
Vollkorn-Vanillekipferl. Klingt gesünder als es tatsächlich ist. Und schmeckt!


Für ein Blech, das natürlich viel zu wenig ist, wie sich hinterher herausstellt, braucht ihr:
  • 300 g Dinkelvollkorn-Mehl
  • 50 g Zucker (ca. 2 EL reichen auch aus)
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 200 g Margarine
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 6 EL Hafermilch oder andere Pflanzenmilch
  • Mark einer Vanilleschote oder fertiges "Vanillemark zum Backen" mit etwas Puderzucker vermischt
Bis auf Vanille-Puderzucker alles zusammenkneten ("Ich mach das Mama! ALLEINE MACHEN!") und Kipferl formen. Bei 180°C Umluft 10-15 Minuten backen, noch warm in der Puderzucker-Mischung wälzen.


Kokosmakronen.
Nie auf die Idee kommen, die auf Backoblaten setzen zu wollen, wenn frau nicht hinterher alle Oblaten lose vom Blech sammeln will. Grr.

You will need:
  • eine Tüte Kokosraspeln (200 oder 250 g)
  • 100 g Vollrohrzucker (ja, es geht auch irgendein anderer Zucker)
  • 3-4 EL Sojamehl (je nach Größe der Tüte)
  • 1-2 EL Pflanzenöl (dito)
  • 7-9 EL Wasser (dito)
  • Salz
  • Ingwer, Zimt, Zitrone, ... oder was auch immer man da noch so reinmatschen möchte.
Kokosraspeln, Zucker und Gewürze ver...äh, mengen. Das Sojamehl mit Öl und Wasser anrühren und darunter geben. Das ist das Ei. Alles verkneten und kleine Kullern formen, auf ein Blech legen und bei 160°C backen, bis die Makronen goldbraun gebrannt sind. Unbedingt auskühlen lassen vor dem probieren!


Danach Küche aufräumen.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Ausländergefängnis.

 Hinter dem Busfensterglas ist es dunkel, die Fahrgäste spiegeln sich in der Scheibe. Es ist voll, ich stehe neben dem Platz, auf dem mein Kind sitzt. Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt gewesen, Marek kaut noch auf einem Brötchen und träumt.

 Auf den Plätzen gegenüber sitzen Vater und Tochter. Sie ein zartes Vorschulkind, mit hellblonden Locken unter der rosa Beanie. Er ein kerniger Typ Ende dreißig, tätowierter Hals, Glatze, Seemannsmütze, mürrische Mundwinkel. „Papa“, sagt sie, liebevoll.

 Beiläufig betrachte ich mein eigenes verschwommenes Bild in der Fensterscheibe, hinter dem die Konturen und Lichter der Altstadt wie durch Transparentpapier hindurch scheinen. Einkaufsstraße, Rathaus, Polizeiwache und das da ist… achja, die Synagoge. Der Vater schnaubt leise und beugt sich belustigt zu seiner Tochter hinüber. Im Scheiben-Spiegelbild sehe ich, wie er die Worte in das Kinderohr flüstert. Aber immernoch so laut, dass ich es hören kann: „Dort ist der Judentempel – für die ganzen Mohammeds.“

Einen Moment lang stockt mir der Atem. Ich schlucke, doch da ist kein Speichel mehr in meinem Mund. Bin versucht, mich zu ihm umzudrehen, mein Kopf sucht verzweifelt nach einer Entgegnung, irgendeinem schlagfertigen Kommentar, kann das doch nicht einfach so….! Mein Kind kaut immernoch an seinem Brötchen.

„Ist das ein Gefängnis Papa?“ Das Mädchen. Aufgeregt starrt es in die dunkle Busscheibe, obwohl die Synagoge schon zwei Haltestellen hinter uns liegt.
 - „Was meinst du?“
„Na was du erzählt hast: ein Ausländergefängnis?“
- „So ähnlich.“
„Wer geht da hin? Ist das für die, die weiß aussehen?“

 Unauffällig schaut der Vater sich um. Nicht in die Scheibe, sonst hätte er die Spiegelung des ungläubigen Entsetzens in meinem Gesicht gesehen. „Nein“, antwortet er und nickt dann mit dem Kopf in Richtung eines arabisch aussehenden Mannes zwei Reihen vor uns, „für solche ist das da.“

 Mit unverhohlener Neugier betrachtet die Tochter diesen fremden Mann. Im Spiegel der Scheibe sehe ich ihre großen, runden Augen. Mein Kind kaut immernoch Brötchen. Dann müssen wir aussteigen. Vor uns bahnen sich auch Vater und Tochter ihren Weg aus dem Bus. Kurz vor der Tür passieren wir den Sitz des arabisch aussehenden Mannes. Auf der Schwelle dreht das Mädchen sich noch einmal nach ihm um, eine blonde Locke streift meine Jacke.
Stumm formen ihre Lippen ein Wort. Ausländergefängnis.

Samstag, 12. Dezember 2015

Post.

Jedes Jahr schwöre ich mir, endlich mit diesem Weihnachtskarten-Quatsch aufzuhören. Nichtmal meine Eltern schreiben mehr den Verwandten kitschige Karten zum Fest. Nur die Großeltern beharren hartnäckig darauf, sind sie doch in einer Zeit ohne Weihnachtsmails und Kurznachrichten aufgewachsen. Dürfen das also. Werden müde belächelt und die blöden, in rot und gold gehaltenen "Christbaumkugel an Tannenzweig"-Karten schnellstmöglich der Verwertung zugeführt.

Weihnachtskarten.
So ein Quatsch. Reicht nicht eine Rundmail mit angehängtem Foto (Kind beim Lebkuchen backen) und ein Facebook-Status: "Wünsche allseits Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch!"?

Nö!
Habe mich über die erste Weihnachtskarte im Briefkasten (Ende November) gefreut wie eine Schneekönigin. Bin wie Rumpelstilzchen vor Freude um Nachbars Auto getänzelt und habe mich mit dem Rest Glitzer auf dem gebastelten Schneemann bestäubt (Danke, F.!). Und möchte diese Freude mit allen Verwandten und Freunden teilen. Niemand erwartet ausgerechnet von uns noch eine Weihnachtskarte. Und dann so ganz ohne Kitsch-Motiv...


You will need:

  • Kind und dazugehörige Hand
  • Motivideen: Weihnachtsbaum oder doch lieber Rentier? Stern?
  • Fingerfarbe in Grün, Braun, Rot und Filzstift in schwarz und gelb
  • Zeichenkarton
  • einen Scanner und einen Farbdrucker
  • Klebestift, Schere
  • bunter Tonkarton oder fertig gefaltete Blanko-Karten A6 (Bastelladen)
  • ein bisschen Zeit. Nicht viel.

Schritt 1: Kind zum malen motivieren. Zeichenkarton zurechtlegen. Alles großflächig mit Papier abdecken und einen nassen Lappen griffbereit haben.
Schritt 2: Kinderhand mit Farbe bepinseln und auf den Zeichenkarton drücken. Großer Spaß. Einigermaßen gelungene Hände sofort aus Kind-Reichweite entfernen und trocknen lassen.
Schritt 3: Deko. Mama malt Rentier-Augen und Nase, schneidet sie aus, klebt sie so auf den braunen Kinderhand-Abdruck, dass es irgendwie nach Tier aussieht. Das Kind taucht seine Finger in die rote Farbe. Gibt "Christbaumkugeln" an den Tannenbaum-Handabdrücken.


Schritt 4: Kunstwerke einscannen und als Bilddatei speichern. Anschließend in A6 (besser ein wenig kleiner) ausdrucken.
(Schritt 5: - entfällt bei fertig gekauften Karten - Tonkarton in A5 große Rechtecke schneiden, in der Mitte zu einer Karte falten)
Schritt 6: Ausdrucke zuschneiden und auf die Karten aufkleben. Netten Gruß ausdenken. Fertig.





Mittwoch, 9. Dezember 2015

Lied des Tages.


Zwischen 30. November und 31. Dezember 
schalte ich das Radio ab, sobald
der Sprecher einen Song von Wham!
ankündigt. Rolle genervt mit den Augen
und möchte mir im Supermarkt am liebsten die
Ohren zuhalten, wenn "Last Christmas" durch
die Gänge gespült wird.

Dabei hat der arme Kerl nicht nur diesen
absolut ekelhaften Klassiker
auf dem Gewissen, sondern auch
einen großen Haufen sprühende Lebensfreude und
überbordende gute Laune.


"...Wake me up before you go-go
'Cause I'm not plannin' on going solo
Wake me up before you go-go
Take me dancing tonight..."

Hach, die 80er.
Eindeutig in der falschen Zeit geboren.

Montag, 7. Dezember 2015

Kochen mit dem Saisonkalender, Eins.


Die warmen Mahlzeiten, die ich wochentags zu mir nehme, kann man an einer Hand abzählen. Eigentlich ist es nur eine: das Donnerstags-Essen in der Bio-Mensa. Mehr lassen Zeit und Bequemlichkeit nicht zu.

Am Wochenende schwinge ich mich dann aber doch mal hinter den Herd. Und weil diese Kochaktionen zum seltenen Event verkommen, beschäftige ich mich ein wenig mehr als sonst mit unseren Mahlzeiten.



Schwarzer Rettich, auch Winter-Rettich, wird zwischen Oktober und Februar angeboten. Und in Hinterkaffhausen überdies in einigen Gärten angebaut. Der Bruder vom allseits bekannten Meerrettich hat ein bisschen Ähnlichkeiten mit einer Rübe. Er ist knollig, seine Schale schwarz. Schält man sie ab, kommt weißes, festes Fruchtfleisch hervor. Bisher bin ich ihm nur in Salaten begegnet und mochte ihn nicht sonderlich: schwarzer Rettich ist ziemlich scharf. Würzig, finden meine Eltern.

Das Angebot an saisonalem Gemüse im Dezember ist eher dürftig. Beschließe, der dubiosen schwarzen Knolle noch eine Chance zu geben und versuche es mit Linseneintopf.

Brauche also (für 4 Teller):
  • eine halbe kleine Rettich-Knolle
  • 3 Möhren (im Dezember sind heimische Möhren noch aus der Lagerung erhältlich, sofern man keinen eigenen Garten nebst Keller besitzt)
  • 250 g Linsen (keine Ahnung, ich schütte immer nach Gefühl. Bilde mir ein, es wär ungefähr so viel gewesen)
  • 2 - 3 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • Zimt, Salz, Pfeffer
  • optional: ein Schuss Rotwein
Möhren und Rettich raspeln. Das Kind versucht zu helfen und verzögert damit das Essen um eine gute Stunde. Nunja.
Linsen nach Anleitung in Wasser kochen und quellen lassen. Den Rettich relativ zeitig dazugeben. Das Kochen entzieht ihm seine Schärfe. Später Möhrenraspel, Lorbeerblätter und Nelken untermischen und auf niedriger Stufe vor sich hin köcheln lassen. Wäre ein guter Moment für den Rotwein - hätte ich keinen minderjährigen Mitesser. Mit Salz, Pfeffer und einer Löffelspitze (das ist Interpretationssache) Zimt würzen.

Unbedingt daran denken, vor dem Servieren die Blätter und Nelken zu entfernen.

Samstag, 5. Dezember 2015

Müllsammlerin.

Das Kind habe ich eben ins Bett gebracht. Mit einer Tasse Tee sitze ich am Küchentisch und stiere auf das Fenster. Nicht nach draußen, da ist es dunkel. In den Scheiben spiegeln sich die Reste vom Abendbrot. Auf dem Fensterbrett drängeln die Grünpflanzen nach dem besten Platz in der Sonne. Müsste sie mal wieder alle umtopfen, denkt die eine Gehirnhälfte. Die andere beginnt, laut ein Lied anzustimmen.

Hilft ihr nicht. Endlich ein Grund, mal wieder den An- und Verkauf aufzusuchen. Während einige Kommilitoninnen auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken Parfüm-Ketten und Buchläden durchbummeln, stehe ich vor Regalen wüst zusammengestelltem Küchenzubehör. Und mein Herz schlägt schneller. Zwischen dem zwanzigsten Oktoberfest-Bierkrug und Kristallglas-Schalen finde ich großartige Schätze.
Einfarbige Übertöpfe kann ja jeder.






Donnerstag, 3. Dezember 2015

Zwänge.

Die Glocken läuten den Totensonntag aus und auf Kommando legen sämtliche Dorfbewohner den Schalter ihrer Weihnachtsbeleuchtung um. Bling. Die LED-behängten Blautannen in den Vorgärten glänzen wieder mit erzgebirgischer Volkskunst in den Fenstern um die Wette.
Ende November. Ich denke ja noch gar nicht dran!

Die Uni hat mich. Nur unscheinbar flattert mir in der Morgen-Vorlesung der Glühweingeruch in die Nase. Vor dem Audimax verkauft die wer, der Becher 'nen Euro, heißt es, und meine Nebenfrauen kramen nach Kleingeld. Ist ja schon fast erster Advent, flüster einer von hinten, da kann man schon mal...

Mit klammen Fingern kratze ich das Eis von den Rückspiegeln und horche tief in mich hinein. Weihnachtsstimmung? Habe vergessen, die Handbremse über Nacht nicht einrasten zu lassen. Eingefroren. Während der Motor warm läuft, stiere ich missmutig auf den blinkenden Stern in Nachbars Fenster und klebe mir einen imaginären Post-it-Zettel hinter die Stirn. Weihnachtskisten aus dem Schrank holen. Schmücken. Morgen ist erster Advent. Und ich habe noch nicht einmal einen Adventskranz.

Während ich ein kränkelndes (schon wieder!) Kind vor mir in die Straßenbahn schiebe, verliere ich ihn, den Zettel, mitten im Gedrängel. Ein Mann mit Schneeflocken auf der Krawatte platziert umständlich seinen kleinen echten Tannenbaum neben sich auf dem Sitz. Über die Bildschirme flimmert der... "WEINZEMANN!", lässt mein Sohn hocherfreut die Straßenbahn-Mitreisenden wissen. Verklärt lächelnde Gesichter. Ich seufze, ganz leise. Was ist nur los mit mir in diesem Jahr?

Im Dunkeln fahren wir auf dem Heimweg durch das Dorf. Überall Schwibbögen, Blinke-Rentiere, LED-Bäume, Hernhuter Sterne, beleuchtete Plastik-Eiszapfen. Und zwei dunkle Fenster. Unsere. Am Briefkasten treffe ich die Nachbarin. Etwas unterkühlt wünscht sie mir einen "Schönen ersten Advent, morgen!" und nickt vorwurfsvoll in Richtung unseres dunklen Küchenfensters. Mhndanke. Gleichfalls.

Den ersten Advent verbringe ich unter Omis Wolldecke auf der Wohnzimmercouch, mit Fieberthermometer und Imupret in Reichweite. Das mit der Hand-Mund-Fuß-Krankheit beglückte und damit mit tausend roten Bläschen übersäte Kind nimmt der Papa an der Wohnungstür in Empfang. Gerade als ich sie hinter ihnen schließen will, stürmt eiligen Schrittes der Nachbar herbei: "Ich hab dir mal schon Reißig vor das Auto gelegt. Für den Weihnachtsstrauch!". War da ein subtiler Imperativ?
Der Adventssonntag endet dunkel. Dunkle Fenster, dunkle Gedanken.

Hallo Dezember. Ich wickel zum Frühstück eine vegane Trüffelpraline aus dem Adventskalender der Dresden-Vegan-Gruppe (danke dafür! Großartig!), höre mein mittlerweile gesundes Kind am anderen Ende der Telefonleitung den fehlenden Schnee betrauern (von der Mama kein Wort), schiebe den Krankenschein und ein paar Krümel auf dem Tisch hin und her und warte... Worauf? Im Hof gegenüber müht sich das ältere Ehepaar mit der Lichterkette für den Fliederstrauch.

Mehr aus Pflichtbewusstsein denn aus heimeliger Stimmung krame ich schließlich im Schrank nach den Sternen für das Fenster und finde die roten Kugeln für... Achja, das Reißig.
Etwas wackelig und immernoch angeschlagen klaube ich das stachelige Zeug zwischen den Reifen hervor. Als ich zurück zur Wohnungstür schlurfe, meine ich eine deutliche Bewegung in den nachbarlichen Gardinen wahrzunehmen.
Die Zweige nadeln. Hole den Staubsauger. Und wo ich doch schon mal dabei....

Am ersten Dezember um 18 Uhr knipse ich Stern, Schwibbogen und beleuchtete Erzgebirgs-Glocke in den Fenstern an. Auf dem Fensterbrett räuchert eine Räucherkerze "Vanille-Zimt" in die geputzten Räume. Schnell noch einmal zum Briefkasten... Als hätte sie dort auf mich gewartet, steht da die Nachbarin in Rudolf-das-Rentier-Filzpantoffeln und strahlt mit dem Stern im Küchenfenster um die Wette. Fast schon erleichtert empfängt sie mich: "Sie haben ja nun auch geschmückt!"

Couch. Facebook:

Argh.

Donnerstag, 26. November 2015

Nicht irgendeinen Kalender...

...sondern einen zum individuellen Befüllen wollte ich gern für mein Kind. Schon immer. Habe ich auch, seit letztem Jahr schon.
Entsetzt sehe ich die Zeit auf den ersten Dezember zurasen. Mir stellt sich wieder mal die Frage nach dem Inhalt. Die Ansprüche sind irgendwie hoch: möglichst klein, damit es in die Säckchen passt, kein Süßkram, den Interessen meines Sohnes entsprechend und trotzdem nicht zu einseitig, förderndes und forderndes Spielzeug zum Lernen und Entdecken, wenig bis kein Plastik, vegan (?), lustig, Spaß bereitend und Kreativität anregend, .... und das alles auch noch zu möglichst kleinen Preisen. Äh.

Das Internet weiß von hunderten Vorschlägen, die meistens irgendwie... teuer oder doof.
Hier kommt meiner.

Ideen für einen DIY-Adventskalender für Jungs zwischen zwei und drei Jahren:


1 kleine Pixiebücher (vor bzw. in jeder Buchhandlung, Kostenpunkt: 99 Cent)
2 Nagelbürste zum Schrubben von sämtlichen Oberflächen - wie Mama!
5 Mandarine (oder sagt man jetzt Clementine dazu?)
6 Faschingströte, im Spielzeugladen, 1€-Geschäft oder Kaufland (Fackelmann)
9 IKEA-Fingerpuppen "JÄTTELITEN"
10 Mini-Fruchtriegel zum Beisiel von dm (babylove) oder auch Rossmann

Dienstag, 24. November 2015

Weihnachtsbäckereikleckerei - vegane Lebkuchenmenschen

Kürzlich haben wir die Weihnachtsbäckerei-Saison offiziell eröffnet. Traditionell, mit den Fingern im Lebkuchenteig. Das neue in diesem Jahr: unsere Lebkuchen sind vegan. Und anders als alle anderen Rezepte - zum Teil von meiner Pulsnitzer Urgroßmutter persönlich (Familiengeheimnis, rücke ich nicht raus, nö!) - ist es super simpel und gelingt jedem noch so gestressten Studenten, jeder Chaos-Mum, wirklich jedem.


Was ihr braucht:

  • 500 g Vollkornmehl nach Wahl, ich nehme immer Dinkelmehl
  • 100-150 g Zucker, das entscheidet wieder die Vorliebe
  • 200 ml Sojasahne
  • 5 EL Backkakao
  • 2 EL Lebkuchengewürz, 
  • oder die Einzelbestandteile: Zimt, gemahlene Nelken, Anis, Muskat, Kardamom, Koriander
  • 1 Pck. Weinstein-Backpulver
  • Pflanzenmilch, zum Ausgleich, falls es zu trocken ist und später, zum bestreichen
...daraus werden 50 kleine oder 35 größere Lebkuchenmänner- und frauen und -kinder.

Alle Zutaten miteinander verkneten. Die Pflanzenmilch dazu schon offen neben die Knetschüssel stellen und bei Bedarf Flüssigkeit zugießen.
Den Teig Kinderfinger-dick ausrollen, dann Lebkuchen-typische Figuren ausstechen, mit Pflanzenmilch bestreichen und bei 180°C zehn Minuten backen. Dass sie anfangs noch weich sind, ist absolut richtig!


Fotos von den fertigen Produkten gibt es vor Weihnachten. Bestimmt. Versprochen!

Samstag, 21. November 2015

Schnelle vegane Vollkorn-Rosinenbrötchen am Samstag Abend.


Das Kind erwacht aus dem Mittagsschlaf und will "frühstücken".
"Quatsch", sage ich, "Nachmittags kannst du einen Keks essen, wenn du möchtest?!"
- "Sinenbrötchen!", ruft das Kind.

Rosinenbrötchen habe ich keine im Haus. Und der Dorf-Bäcker hat Samstag Nachmittag auch nicht mehr geöffnet. "Siiiieeenenbrötchen!", beharrt mein Sohn.
"Wie können nur selber welche backen...?", überlege ich laut. Strahlend flitzt Marek in die Küche.
(so passiert letzte Woche)

You will need:

  • 500 g Vollkorn-Mehl
  • einen EL Zucker
  • 1 Pck. Trockenhefe
  • 250 ml Sojamilch, und zwar: lauwarm (und extra noch einen Schluck für später, zum bepinseln)
  • 60 g weiche Margarine
  • 1 Prise Salz
  • Rosinen nach Vorliebe


Die Trockenhefe in der Sojamilch einrühren und stehen lassen, bis alle anderen Zutaten abgemessen und vom Sohn in die Schüssel befördert worden sind. Das tolle an selbst gemachten Rosinenbrötchen ist, dass man die Dichte an Rosinen selbst wählen kann. In unserem Fall: 6 Stück auf 1 cm³.
Milch-Hefe-Gemisch zum Schluss dazuschütten, kneten, mit einem feuchten Tuch abdecken und (günstig) auf die Heizung zum Gehen stellen.

Anziehen und an die frische Luft.

Kurz vor dem Abendessen sind wir zurück. Marek staunt: Der Teig hat sich auf wundersame Weise verdoppelt. Na sowas!
Wir rollen kleine, Kinderhand-große Kullern daraus.


Backofen schon vorheizen, auf 200°C.
Die Kugeln auf ein Backblech setzen und mit Sojamilch einpinseln.


Ofen.
Für ungefähr 20 Minuten, bei 180°C Umluft.




Mittwoch, 18. November 2015

Wickelkreuztrage für Pandas, Fieberthäter und Gelichter - November in Hinterkaffhausen.

Als hätten wir es nicht schon alle geahnt, wird das Kind auch noch krank. Im Hamsterrad aus Uni, Kindergarten, Bügelbrett und Spielplatz hat plötzlich einer einen Ast in die Speichen gesteckt. Gerade als es im Begriff war, sich endlich reibungslos zu bewegen und an Fahrt aufzunehmen. Prima.
Ich akquiriere die Großeltern und werfe sämtliche Pläne in den Papierkorb. Die Nächte sind unergiebig, müde bette ich meinen Kopf auf den Klapptisch in Hörsaal 3. Die Augenringe schleifen beim Gehen auf dem Boden, äh.. was hast du gesagt?. Wenigstens ist das Wetter schön.

Schnell nach der Uni die homöopathische Hausapotheke auffüllen. Springe in der Haltebucht vor der Apotheke aus dem Auto, direkt in die Arme von Esme-Carina-Mama (Remember?). Werde übertrieben freundschaftlich begrüßt ("Aaaaach, na des is ja'n Zufall, meine Liebe!"), dann aber gespielt mitleidig gemustert: "Oh wei! Du siehst aber ein bisschen kränklich aus, nicht?" (Ein bisschen?)
"Na also ich habe die ganze letzte Woche mit einem grippalen Infekt gelegen, du, ich sage dir, mir war elend wie Sterben Christi, du. Ich habe das ja immer gleich richtig, weist du. Und mein Arzt meinte auch..."
Stur lächeln und nicken.
"..vor fünf Jahren hatte ich ja diese schlimme Angina und seitdem lasse ich mir lieber gleich ein Antibiotika..."
Ah, mh, verstehe.
"...und natürlich muss man das immer richtig auskurieren, nicht wahr, das geht ja sonst aufs Herz. Darum bin ich noch bis zum Ende dieser Woche krank geschrieben...."
Habe versprochen, zum Mittagessen wieder zurück zu sein. In zehn Minuten. Muss niesen. Irritiert unterbricht Esme-Carina-Mama ihren Krankheitsmonolog: "Siehst du, so fängt das bei mir auch immer an! Lass dich gleich krank schreiben, meine Liebe, ich sag dir, sonst da geht es dir wie mir, als ich...."
Wie komme ich hier bloß wieder weg?
"...und ihr Studenten habt ja doch recht wenig zu tun, nicht wahr? Da kann man sich schon mal eine Auszeit..."
Grr.

Zuhause begrüßt mich ein sichtlich überforderter Opa. Das Lego liegt verstreut im ganzen Treppenhaus, stummer Schauplatz eines vergangenen Wutanfalls. "Hat er noch Temperatur?", frage ich, beantworte mir diese Frage mit Blick auf mein rotbäckiges Kind im gleichen Moment selbst. Falsche Frage. Verzweifelt wirft Opapa die Hände zur Decke: "Woher soll ich denn...? Der Junge lässt sich einfach nicht Fieber messen!"
Na da werden wir doch mal... Wo ist denn...?
Verdächtig stilles Kind. Mit dem Rücken zur Wand. Ich höre es piepen. Frage: "Hast du das Thermometer genommen, Marek?" Oh, dieses Mienenspiel! Dann, bemüht beherrscht, leicht schwingt schon ein verzweifelt-weinerlicher Unterton mit: "Keine Ahnung Mama! Marek hat nicht Fieberthäter!"
Doch.
Kampf.
Gebrüll.
38,6.
Seufzen.
Der heiße Kopf schmiegt sich beim Mittagsschlaf an mich und ich muss ihn immerzu streicheln. Mit müden Augen lese ich den Skript der Vorlesung, die ich heute morgen lediglich körperlich besucht habe. Schlafe wieder darüber ein.

Zwei darauffolgende Tage später sind die Wespen im Kinderpo zum blühenden Leben zurückgekehrt. Die Gemeinde lädt zur Martinsandacht mit anschließendem Lampionumzug. Schnell die Tasche in die Ecke gestellt und im Schrank nach der Wintermütze gewühlt. Und wo haben wir letztes Jahr diesen Laternenstab...?
Das Kind möchte den Heiligen Panda dabei haben. Und die Laterne. Nebst Lichtstab. Und die "Trinkbulli" auch noch. Und 'nen Keks. Logistisch schwierig. Ich versuche es mit mütterlicher Diplomatie.
"Iss doch den Keks gleich noch. Und trink einen Schluck, dann steckt die Mama die Flasche ein."
- "Nein, tragen!"
"Dann bleibt aber der Panda hier."
-"Panda auch Laterne gehen!"
"...nicht heute. Heute wartet er im Warmen."
-"Panda mit-geh-en!"
"Du hast doch gar keine Hand mehr frei, wenn du deine Flasche im Arm hast. Lass mich die Flasche..."
-"Nein, Mama!"
Unten beginnt schon das Martinsgeläut. Wir werden wohl zu spät kommen wenn nicht gleich...
"Der Panda bleibt hier. Du verlierst ihn nur!"
-"Neeeein. Panda muss Laterne gehen!"

Manchmal staune ich über mich selbst. Werfe einen besorgt-gehetzten Blick zur Uhr (wie so oft in den letzten Tagen und Wochen. Die Uhr und ich... sind erzverfeindete Gegenspieler geworden) und treffe auf halbem Weg mein Halstuch an der Gaderobe. Oh. Moment.
Wie im Tragekurs gelernt schlinge ich eine mehr oder weniger vorbildliche Wickelkreuztrage um den Kinderkörper. Mit Panda. Ehrfürchtig dreht und wendet sich mein Sohn vor dem Spiegel. "Marek ist ein Papa!", stellt er fest.
Eilig drücke ich ihm Flasche und Lichtstab in die Hand und lasse hinter uns die Tür ins Schloss fallen. Kurz vor der Kirche fällt es ihm auf: "Laterne, Mama?". Mist.



Natürlich kommen wir zu spät. Die Kirche ist sporadisch besetzt, ausschließlich Kindergarten-Eltern und zugehörige Kinder. In der Nähe der Tür erkenne ich Esme-Carina-Mama, die bei unserem Eintreffen euphorisch den rosa-Blinkerherzchen-Laternenstab der Tochter im Takt von "Ich geh mit meiner Laterne..." schwenkt. Nö.
Kaum haben wir uns platziert, verlangt das Kind nach der Trinkbulli, dann nach einem weiteren Keks, dann wieder nach der Bulli, dann möchte es den Laternenstab herumschwenken.
Licht an. Licht aus. An. Aus. An. Aus. An. Aus.
"Hör auf jetzt! Da gehen doch die Batterien runter!", flüstere ich streng ins Kinderohr, während die Älteren vorn die Geschichte vom Heiligen Martin nachstellen. Interessiert Marek nicht. An. Aus. An. Aus. Beherzt greife ich ein, entwende den Stab. Gebrüll. Keiner versteht mehr einen der hübsch auswenig gelernten Sätze aus dem Altarraum. Esme-Carina-Mama dreht sich um und mustert uns mit zusammengekniffenem Mund. Esme-Carina spielt vorn einen der Stadttor-Wächter.
Später fällt meinem Sohn ein, dass man mit dem Stab (habe ihn der lieben Ruhe halber gestattet, nachdem ich die Ersatzakkus in der Jackentasche fühlte) auf den Köpfen der Leute vor uns herumhämmern kann. Nein, Kind!
Nocheinmal später (habe das störende Objekt Kind aus der Kirchenbank entfernt, stehen nun im Gang mit Fluchtoption Tür) schwenkt er diesen grässlichen Stab so schwungvoll in alle Himmelrichtungen, dass schließlich Plastik-Schutzhülle über dem und das Glühlämpchen selbst auf dem harten Kirchenboden ihre letzte Ruhe finden. Das wars dann, mit Laternenstab. Das Wutgeheul ereilt mich vorausschauend erst vor der Kirchentür.



Der Umzug.
Haben von der eiligen Oma einen Zweit-Stab erhalten (schon wieder pädagogisch un-wertvoll) und schließen uns den bunten Lampions an. Esme-Carina-Mama an meiner Seite: "Naaaaaa? Geht's euch armen Mäusen wieder besser?" Äh, ja, danke. "Das ist ja sooo schön, diese ganzen Lichter, nicht wahr, sooo schön! In meiner alten Heimat gab es diese Tradition, dass alle..."
Ich nicke, lächle und habe kalte Füße. Freue mich auf den Tee im Pfarrgarten.


Montag, 16. November 2015

Bassbarden-Kuchen für Fangirls (und -boys).


Neulich habe ich den Wenn-ich-das-Studium-nicht-packe-Plan-B-Job geprobt. Catering-Service, selbstständig, unabhängig und emanzipiert. Vegan (naja, fast), bio (auch... fast...).
Das wäre schon was, womit ich mich wirklich anfreunden könnte. Vor allem Band-Catering ist fein. Ohne Stärkung keine (gute) Musik. Wir unterschätzen die Macht der Menschen im Backstage-Bereich!

Nunja, große Worte. Die Wahrheit: Ich habe Brötchen belegt und nebenbei noch schnell einen Kuchen zusammengerührt, für die Band eines Freundes. Trotzdem! Die Musik war klasse, der Abend war klasse und der Kuchen... war auch klasse.


Für potenzielle Fangirls und -boys hier das Original-Rezept des... nennen wir ihn den Bassbarden-Kuchen.

Teig: ...dieses universelle Grundrezept mit etwas weniger Flüssigkeit, dafür viel Kakao und viel gehackte Schokolade.

Deko: Schokoglasur (die Alnatura Kuvertüre aus dem dm ist übrigens vegan, daraus kann man mit Kokosfett eine tolle Glasur herstellen - Schokolade schmelzen, in einem anderen Topf ein bisschen Kokosfett. Dieses dann tropfenweise unter Rühren unter die Schokolade geben) und Mandelblättchen.

Soundtrack: Heinrich und Ich - Missgeschick (ein Lied aus dem Bandrepertoire, ursprünglich ein Soloprojekt des Gitarristen).




Samstag, 14. November 2015

Zuhause. Lied des Tages.



...
Mein Herz ist ein Campmobil,
und ich will segeln gehen,
und jeden Tag ist alles neu.
Und alles ist gut, 
nichts macht mir Angst.
Und ich bin dir immer noch treu. 

Nur dein liebes Gesicht
macht mich zuhause auf der Welt.

Dafür bleib ich hier
und dafür komm ich wieder,
und dafür könnt ihr mir 
alle gestohlen sein!

Ich hab verlorenes Gepäck,
es ist irgendwo, aber 
immer noch mein - und

Nur dein liebes Gesicht 
macht mich zuhause auf der Welt.

Ein Rundfunkmast funkt rund
und ich hab meinen Raketenrucksack auf.
Ich muss wieder fort,
ich muss ganz hoch hinauf.

Ich geb mir viel Mühe allein
zufrieden zu sein
Und vielleicht sieht es so aus.
...












Mittwoch, 11. November 2015

Morgens riecht es schon nach Winter.

Ich möchte ihn festhalten, den Herbst. So lange wie möglich. Suche im Supermarkt nach Laternen für den Martinsumzug und stelle fest, dass diese schon der Weihnachtsdeko weichen mussten. Mhpf.

Bevor es zu spät ist, kommt hier eins meiner absoluten Lieblings-Herbst-Essen. An Geschmack und Einfachheit nicht zu überbieten!


Frau nehme einen niedlichkleinen Hokkaido-Kürbis. Salz und Pfeffer. Und ein scharfes Messer.
Kürbis halbieren, mit einem Esslöffel entkernen und dann in Spalten schneiden. Auf ein bebackpapiertes Backblech legen, salzen, pfeffern und für eine halbe Stunde bei 180°C Umluft backen.

Dazu passt: Reis. Und, die absolute Krönung: gebratene Waldpilze on top. Aber davon gibt es leider im November kaum noch welche...

Ganz schön großartig.