Mittwoch, 29. April 2015

Kreative Sauerei am Morgen vertreibt Kummer und... lange Weile.

Kurz nach sechs. Morgens.
Ich bin verschnupft, habe Migräne, Bett ist kuschelig warm, mag noch nicht aufstehen.
Das Kind springt auf der Matratze auf und ab und sing laut "Häschen hüpf! Häschen hüpf!". Dann kniet es neben meinem Kopf, aus der Windel riecht es streng. Buäh. Müde wende ich den Kopf in die andere Richtung und lasse meine Augen geschlossen. Werde promt am Kinn gefasst und muss Marek doch anschauen. "Auf'eeh!", fordert mein Sohn höflich.

Drücke ihn ohne Worte neben mich ins Bett und die Milchflasche in seinen Mund. Tue so, als wäre es noch mitten in der Nacht. Mache die Augen wieder zu. Murmle "Pssscht." und "Ruhe jetzt, Mama will Schlafen", versinke aber schon wieder in einer tiefen Traumwelt. Werde kurz wach, als die (hoffentlich leere) Flasche auf meinem Kopf abgestellt wird und von dort mit einem leisen Rascheln in die Bettritze kullert. Höre das Kind murmeln und singen ("Buuuda A-o, ding dang dong!" - Bruder Jakob...).

Kurz darauf wird es kurz kalt, die Bettdecke wird angehoben, die Schlafzimmertür geöffnet. Ruhe. Ungestörter Schlaf. Herrlich.
In meine Traumsequenzen fließen Spielzeug-Feuerwehr-Tatütata und Mundharmonika-Geräusche ein. Für einen Moment ist es mir sogar, als würde jemand auf einer Gitarre Schlagzeug spielen.
Die Müdigkeit trägt mich davon, schwimme unter der Oberfläche, träume im halbwachen Zustand vor mich hin.

Schweres Gewicht auf mir, Beine krabbeln über mich hinweg, der Wecker kracht in mein Gesicht und ich werfe blinzelnd einen Blick darauf.
Was? Schon nach halb sieben?
"Auf'eeh! Mama, auf'eeh!", formuliert das Kind in mein Ohr. Krabbelt unter meiner Decke herum, küsst mir furchtbar feucht die Nase. Irgendwie riecht es... nach Zahnpasta?!

Öffne meine Augen. Blinzele in einen weiß verschmiertes Kindergesicht.
"Mama", sagt Marek und fuchtelt mit meiner Tube Zahnpasta vor meiner Nase herum, " 'ok'oor! (Doktor, auch: Zahnarzt)"
Alarmiert schwinge ich die Beine aus dem Bett.

Die Zahnpasta ist überall.
Überall.
Auf den Bad-Fließen verteilt, als akkurate Linie durch den Flur ins Wohnzimmer, an den Türen, den Türklinken, als Kinder-Fußspuren durch die Küche, auf dem Teppich, an den Handtüchern...
...und in meinem Bett.

Guten Morgen, Mama.

Tutorial: Upcycling-Beanie für schneeige Frühlingstage - und ohne nähen!

Also, Frau Holle, mal ehrlich: Was zur Hölle soll das denn bitte? Was ist denn an Frühling so schwer zu verstehen? Lass das doch endlich mal mit den dummen Witzen, findet so langsam nämlich keiner mehr lustig. Außer mein Kind.
Aber das Sommer-bereifte Auto nicht und die Petunien im Balkonkasten schon gar nicht. Denen hat deine wunderbare (haha) Überraschung das Leben gekostet. Die Geranien erholen sich bei liebevoller Pflege nur mühsam.
Und ich... krame im Schrank ganz hinten wieder nach den Mützen.

Oder auch nicht. Gefunden und ausprobiert: Kleiderstücke-Upcycling Teil Zwei, Pulli goes Beanie.

Gebraucht wird:
ein alter Pullover (dehnbarer Stoff) mit schönem Saum-Bund,
Schere,
Heißklebepistole (oder Alles-Kleber, der aber entsprechende Trocknungszeiten verlangt).

Wars schon.

Die Vorgehensweise haben ich und mein liebenswerter Assistent in Fotos festgehalten, allerdings haben wir gleich mehrere Exemplare produziert, weswegen sich das bearbeitete Objekt in den Bildern ab und an ändert. Macht aber nichts, hoffentlich.


Man(n) nehme also einen alten Pulli - alternativ diese
"Rock Daddy" - Rockabilly Merchandise Jacke, die mir noch nie
richtig gepasst hat...

...und trenne den unteren Teil etwa 1,5 - 2 cm unterhalb der Ärmel ab. 

Danach wird das Stück an einer Stelle, möglichst an der Seitennaht, aufgeschnitten.
Den flachen Streifen lege man sich nun um den Kopf, um den Umfang abzuschätzen.
Die Stelle, an der sich Rand und Finger am Hinterkopf treffen, festhalten, das ist die
Schnittmarkierung. An dieser Stelle wird der Streifen noch einmal zerschnitten
und mit dem längeren Stück, welches um euren Kopf gepasst hat, weitergearbeitet. Aus
dem Rest wird sicher ein Putzlappen.

Das Stück Stoff (Surprise, Surprise, wo kommt das denn auf einmal
her?) wird gedrittelt (oder geviertelt, lieber aber gedrittelt) zusammengeschlagen.

Aus der oberen Kante einen runden Bogen schneiden, das wird der Hinterkopf.

Nach dem Auffalten sieht das ganze dann also so aus. Klebetisch vorbereiten,
Pistole anstecken, mit Zeitungspapier sichern.
ACHTUNG! Wie beim Nähen gilt auch hier: Schön auf schön. Im Bild liegt der
Stoff verkehrt herum. Zum Kleben muss ich also das Schild nach unten drehen und die
schöne Seite auf die schöne kleben.

(working hard)

Zuerst werden die beiden gegenüberliegenden langen Ränder zusammen geklebt.

Man erhält eine Art Blume. Nun werden die "Blütenblätter" miteinander
verklebt, wobei an eine Seite die jeweils daneben liegende geklebt wird.
Auf dem Bild käme also die Seite vor dem rechten kleinen Finger
an die Seite vor dem linken kleinen Finger. And so on.

Wer sich verklebt: Nicht schlimm, das ist uns auch passiert. Oft.

Fertige Beanie-Bilder existieren aufgrund von Zeitmangel und -managment-Problemen leider nicht. Ich versichere aber hoch und heilig: Sie sehen super aus. Wirklich!

Montag, 20. April 2015

Lied des Tages.




Man schicke mir bitte einen Beutel
voll Motivation,
morgens aufzustehen und
abends schlafen zu gehen.


Und schalte für eine Woche das WLAN ab.
Bitte.


Sonntag, 12. April 2015

Einhornkotzebananenmatsch-Unfall-Cupcakes.

Auf Wunsch einer einzelnen Person.
(Es sind die blauen)


Für ca. 8 große oder viele kleine Cupcakes brauchte frau:
  • "Schokokuchen"-Teig-Grundrezept, nämlich dieses hier
  • 175 g Alsan-Margarine 
  • Puderzucker
  • "Eischnee" aus Kichererbsenwasser, nennt sich Aquafaba und lässt sich googeln. Ähm.
  • blaue Lebensmittelfarbe (keine flüssige, das macht alles nur noch schlimmer)
  • eine (reife) Banane
  • blaues Kuchenglitzer (optional)
Wenn die Schokomuffins einigermaßen ausgekühlt sind, die (auf der Heizung gewärmte) Alsan, den Puderzucker (Menge nach Gefühl, zwischendurch notfalls nachschütten, wenn die Konsistenz zu wünschen übrig lässt) und den veganen Eischnee mit dem Handrührgerät schlagen, bis daraus Buttercreme geworden ist. Die Banane quetschen und mit der Farbe unter die Buttercreme mixen.
Das ganze im Kühlschrank für mindestens 30 Minuten ruhen lassen. Ja, es ist normal, dass die Buttercreme flockt. Da liegt an der Flüssigkeit der Banane. Darum heißen sie Unfall-Cupcakes. Sie stehen selbstbewusst zu ihrer Unperfektheit.

Nach der Kühlzeit Creme in eine Spritztülle, oder, wer kein halbes Konditoren-Equipment hortet, in einen Gefrierbeutel füllen und die Ecke abschneiden. Auf die fertigen Muffins aufspritzen.
Über Nacht in den Kühlschrank stellen, vor dem Servieren mit Kuchenglitzer verzieren.
Und alle Party-Gäste damit begeistern. Nur A.'s und J.'s Schokokuchen war besser. Aber man kann ja nicht immer die Nummer Eins sein.

Donnerstag, 9. April 2015

Stadt, Vol. 1001

Wir besuchen die Uroma in dem Teil der Stadt, in denen 8- bis 11-Geschosser hämisch auf ein paar Altbauten heruntergrinsen, man ewig einen Parkplatz sucht und mindestens dreißig Mal am Tag gehupt wird.
Das Kind kränkelt, unsere Nasen laufen, es schneeniselt.

Die Fahrt im Fahrstuhl gestaltet sich schwierig. Vollgepackt mit Spielzeug, Osterpräsenten, Kuchen, Wechselsachen und dergleichen ist keine Hand mehr frei um das Kind davon abzuhalten, ständig den Türöffner-Knopf zu betätigen. Bis der Fahrstuhl endlich anfährt, vergeht eine viertel Stunde guten Zuredens.
Wir landen im elften Stock. Moment, hat da wer...? Marek grinst und spielt am Türöffner.
Treppe.
Geländerstab für Geländerstab arbeiten wir uns nach unten. Zwischen neuntem und achten Stock verliere ich das Kuscheltier auf der Treppe. Ich lasse Marek kurz auf dem Absatz stehen und haste nach oben. Als ich zurückkomme, steht Marek vor einer geöffneten Wohnungstür. Die alte Dame mit Lockenwicklern verzieht säuerlich den Mund. "Haben Sie hier eben geklingelt?"
"Das Kind...", entschuldige ich mich verlegen für die Unannehmlichkeiten.
"Früher haben wir unsere Kinder nicht aus den Augen gelassen!", kritisiert sie und verschwindet wieder hinter ihrer Tür. "Oh-oh!", schimpfe ich, mehr mit mir als mit Marek.

Als wir im sechsten Stock ankommen, ist fast eine halbe Stunde vergangen, seit wir an der Tür geklingelt haben. "Frag nicht...", begrüße ich die Uroma. Meine Arme sind eingeschlafen, Marek wischt seine Nase an meinem Hosenbein.

Mittagessen.
Das Kind bleibt nicht auf seinem Stuhl. Müde wischt es in den Augen herum, krakeelt, hustet. Die Wangen sind unnatürlich gerötet. Es wird doch wohl nicht...
Das Uroma-Schlafzimmer kindgerecht Mittagsschlaf-tauglich zu machen ist kompliziert. Die schwere Decke vor den Fenstern will nicht halten. Oma und Uroma mühen sich mit dem Reisebett. Marek mag nicht seinen Schlafanzug anziehen. Schließlich sitze ich auf der Bettkante und wiege meinen Sohn in den Armen. Singe ein Schlaflied. Unten vor dem Fenster toben Kinder herum. "Tida?" (Kinder), fragt Marek. Schhsch, mache ich. "Die gehen jetzt auch heim ins Bettchen..". Tatsächlich wird es für einen kurzen Moment still. Meinem Kind fallen die Augen zu. Da fährt unten ein Moped vorbei. Erschrocken öffnet Marek wieder die Augen. "Moba?" um kurz darauf in Tränen auszubrechen und nach der Oma zu verlangen. Ich beschwichtige, wische Rotz von der Nase, wiege das 12 kg-Baby. Mein Arm wird immer schwerer. "Schön schlafen, schön schlafen, schööön schlafen...", flüstere ich hypnoseartig und hoffe auf Wirkung. Tatsächlich beginnt Marek schon bald regelmäßig durch den Mund zu atmen. Vorsichtig will ich aufstehen, um ihn in das Reisebett zu betten. Kann ihn kaum noch halten, mein Arm schmerzt.
Mein Kind zuckt zusammen, als ich ihn auf die Matraze lege. Bleibt ruhig. Traue mich kaum zu atmen, als ich ihn zudecke und rückwärts zur Tür schleiche.

Wusch, macht die Decke und rutscht von den Fenstern. Taghell im Zimmer. Marek blinzelt und beginnt zu weinen. Großartig. Hektisch versuche ich, die Decke wieder irgendwie zwischen Gardinenstange und Fensterrahmen zu befestigen und singe dabei das Schlaflied. Marek steht im Bett und brüllt. Sein Gesicht ist knallrot und heiß. Er fiebert. "Hause!", weint er.
Ich wiege ihn wieder in meinen Armen, versuche verbissen den Schmerz zu ignorieren. Als er gerade eingeschlafen scheint, fällt in der Wohnung über uns irgendetwas mit einem Scheppern zu Boden. "Uga? Bautz?" (Onkel, runtergefallen), fragt mein Sohn weinerlich.

Kann den Schmerz in meinem Arm kaum mehr ertragen. Stütze das gesamte Kindergewicht schon die ganze Zeit frei in der Schwebe. Schschschsch, mache ich monoton auf Uromas Bettkante schaukelnd, bis ich mir sicher bin, eine Umbettung erneut zu wagen. Lege mich diesmal neben ihn in das große Bett, man kann ja nie wissen. Eine Weile schlafen wir wohl beide. Dann fährt das Müllauto vor. Die Rückfahr-Hilfe piept, Marek kniet im Reisebett. 20 Minuten geschlafen. Das reicht noch nicht. "Piep piep piep!", macht er und zeigt auf das verhangene Fenster. "Ist gleich weg..", beruhige ich müde und decke ihn neu zu.
Aber das Müllauto fährt und fährt nicht wieder. Wir liegen beide wach und horchen auf das Scheppern der Tonnen beim Auskippen, welches nicht abebben will. Marek jammert leise vor sich hin.

Ich kann die Fenster nicht zumachen, die Decke ist in ihnen eingeklemmt und hält glücklicherweise ihre Stellung. Über uns Schritte und Geklapper. Unten vor dem Haus laute Stimmen, es wird mal wieder gehupt.
Das Kind dreht sich unruhig hin und her, weint.
Es hat keinen Zweck.

Gleich nach dem verfrühten Kaffeetrinken mit krankem Nerventod-Kind dränge ich zum Aufbruch. Schleppe unsere sieben Sachen wieder zum Fahrstuhl. Er kommt aus dem 11. Stock, ist schon ordentlich besetzt. Wir quetschen uns zwischen die Menschen. Marek popelt. "Popl", sagt er, betrachtet seinen Finger und schmiert das Objekt an die Spiegelwand. Die anderen schauen angeekelt. Ein Mann entfernt mit schmerzverzerrtem Gesicht die Spitze des Spielzeugkoffers aus seinem Schulterblatt. Ich habe keine Kraft mehr, mich zu entschuldigen.
Die Straße vor dem Haus ist mächtig befahren. Sohn brüllt, ich halte ihn an der Kapuze und versuche dabei, das Kuscheltier nicht wieder zu verlieren. Passiert trotzdem. Gerade als wir eine größere Lücke zum Überqueren nutzen. Panda, mitten auf der Straße. "Paida!", ruft Marek voller Sorge. Stelle den Koffer ab, werfe mir mein Kind über die Schulter, rette das Tier. Ein Golf bremst scharf und hupt wütend.

So und wo haben wir vorhin eigentlich geparkt?

"Wrap your troubles in dreams" - Chaos-Wraps, deluxe Edition.

Ich danke dem großartigen Schöpfer dieses fabulösen Essens für seine außerordentliche Großzügigkeit, das "Rezept" mit mir zu teilen. Noch dazu fünf Uhr morgens, nach einer durchfeierten Nacht, Sonnenaufgang, Müdigkeit.
Ja, T., das hier ist dein Post.



Hier meine deluxe-Goldrand-Version dieser gigantischen Alles-Könner-Fressflash-Wraps (man spreche das bitte mal laut, es hört sich wunderbar an!).

Auf der müden Möglichkeiten-/Zutatenliste von T. ist gelistet:
  • "paar längliche Salatkopf-dingensens" (Übersetzung: Salatherzen)
  • "Tomaten - Minitomaten, so knackig und fresh wie possible"
  • "paar Paprika-Schoten"
  • Hirtenkäse
  • "bisschen Mischgemüse und Mais aus der Dose" (buäh, man nehme bitte TK-Gemüse!)
  • "Fleisch-Imitat Nuggets und Klößchen, fein zerhackt"
  • Salz und Pfeffer
  • Salatdressing
  • paar große Löffel Aufstrich
  • ...?
Das nur als Vorschlag. Nach Vorrats-Inspektion entschloss ich mich für folgendes:
  • 6 große Tomaten
  • einmal Dosenmais
  • eine Packung TK-Buttergemüse
  • 4 Soja-Schnitzel, in Stückchen geschnitten
  • zwei Salatherzen
  • eine Packung Feta
  • Salz und Pfeffer
Achja, nicht zu vergessen: Wraps, die fertigen aus dem Supermarkt. Ja, ich weiß. Reden wir nicht drüber, ich stand unter Zeitdruck.

Dieses Rezept reicht übrigens, um 8 Wraps zu füllen. Davon werden 4 Personen satt.

Zunächst das Buttergemüse in einem Topf auf dem Herd nach Packungsanleitung zubereiten. In der Zwischenzeit Tomaten in kleinen Stückchen mit dem Dosenmais anbraten und mit Salz und Pfeffer wenig würzen. Darunter die Schnitzel-Stückchen mischen und alles zusammen bruzeln lassen, bis das Gemüse weich ist. Die Salatherzen und den Feta schon mal klein schneiden.

Dann wird das Gemüse aus dem Topf in die Pfanne zum Rest gegeben und kräftig gerührt. Ganz zum Schluss den Salat und den Käse liebevoll unterheben. Das sieht dann so aus:


Schließlich werden die Wraps damit gefüllt und aufgerollt. Je nach Zeitkapazität kunstvoll oder weniger kunstvoll. Ich entschied mich für letzteres, macht doch das gute Ostertafel-Geschirr die Schönheitsmakel dreifach wieder wett. Oder so.



Soundtrack zum Essen:

Mittwoch, 8. April 2015

Marzipanschokolade.

Wie eine Fremde tappere ich durch die Wohnung.
Räume halbherzig auf, mal hier, mal da.
Das Chaos wird nicht weniger und meine Bewegungen immer unkoordinierter, fahriger, mein Blick kann nichts mehr festhalten und flippert ziellos herum. Weiß in meinen eigenen vier Wänden plötzlich nicht mehr wohin mit den Sachen, der Honig in den Kühlschrank?, wohin das Brot?, wohin mit mir?!
Ich bin müde und unmüde. Zittere elekrisiert, drehe die Heizung auf und will das Fenster öffnen. Alles zugleich, gar nichts. Liegt mein Nähzeug. Sehe es, alles vorbereitet, sollte ein produktiver Abend werden. Habe keine Kraft mehr dazu. Räume es auf. Wohin die Schere?, wohin die Garnrolle?, wer hat die Teile schon zusammen gesteckt?

Etwas lähmt mich. Bin ich müde? Jetzt schon? Stehe vor der Badezimmertür, dort die Schlafsachen. Nein. Computer. Unproduktive Leere, rhythmisch blinkt der Cursor auf der weißen Seite, piept die Waschmaschine. Sollte, müsste, wollte. Bleibe sitzen. Wo ist die Kamera?, habe ich die Bilder schon...?, wann werde ich bügeln?, wo piept es hier noch? Spühlmaschine. Bleibe sitzen.

Internet. Bin wach. Erledige meine Konversation, muss noch bestellen und verliere mich. Scrolle unkoordiniert, kann nicht mehr denken, weiß plötzlich nicht mehr genau, was ich eigentlich wollte. Möchte alles, möchte nichts. Lese, schreibe. Denke, Waschmaschine. Denke, Spühlmaschine. Bin wach, möchte aufstehen, möchte nicht verschieben, möchte perfekt. Muss dringend noch...
Bleibe sitzen.
Bin weich und klebrig wie das Marzipan und die dunklen Ringe unter meinen Augen sind die Schokolade.
Esse das. Um Mitternacht. Fühle mich furchtbar.

Donnerstag, 2. April 2015

Gründonnerstag.


Tutorial: kinderleichter, süßer Oster-Türkranz.

Wir haben diese Sorte Oberspießer-Nagelscheren-Rasen-Nachbarn, die im Sommer jede Woche die Hecke schneiden und sich bei ein bisschen mehr Wind als üblich über die kolossale "Verschmutzung" des Vorgartens durch Birken-Zweige echauffieren.
Aus gegebenem Anlass: Liebe Lieblingsnachbarn, das ist für euch!

Teil 1: Das Gerüst.
Mit Birkenzweigen aus dem Vorgarten, Bindfaden und Schere.




Die Zweige werden zu einem Kranz geformt und mit dem Bindfaden umwickelt. Möglichst straff und dicht, damit das ganze auch längere Zeit in Form bleibt.


Am Ende kommt noch ein Knoten. Das geht am besten, in dem man den Faden um den Kranz zu einer Schlaufe legt und das Ende durchfädelt. Ich hoffe, das Bild (mit Kind) macht es etwas deutlich. Wenn nicht: einfach machen! Das erschließt sich schon.

Und damit wäre das Gerüst schon fertig. Kind zeigt sich ganz angetan und trägt es stolz auf dem Kopf die Treppe hoch.

Teil 2: Die Deko.
Die Fantasie kennt keine Grenzen. Hier unsere (Groß)-kindertaugliche Variante mit Watte- bzw. Styropor-Eiern aus dem Bastelladen, Acrylfarbe und Heißklebe-Pistole.


Das größere Kind darf sich an den Eiern austoben. Nach der Trocknung wählen wir die schönsten drei, die sollen in der Mitte hängen und werden entsprechend "präperiert".

Das Stück Zahnstocher mit Faden wird in die Spitze des Watte-Eis gesteckt, das
andere Ende beliebig gekürzt und am Kranz befestig.

Die übrigen Eier werden dann rund herum mittels der Heißklebe-Pistole positioniert.
Sieht doch super aus, oder?