Freitag, 26. Juni 2015

Zwischen Arsch hoch kriegen und Kleben bleiben.

Ich lebe mein Leben so herrlich still beschwingt dahin:
Liefere mir Brüllduelle mit dem fast Zweijährigen (Was ist das Lieblingswort aller Zweijährigen? - "Nein!"), wische Spucke vom Türrahmen, fülle Kita-Vertrag und Bafög-Antrag aus, betrachte mich und meinen komischen Körper (Tschüss Bikinifigur, hallo Hautprobleme) angeekelt im Dielenspiegel, sitze Donnerstags im Kindergarten auf dem Boden und smalltalke mit der Krippenerzieherin, während mein Sohn andere Kinder schubst und Schnuller klaut. Löffel immer noch um Mitternacht Bionella vor dem Computer, bin chronisch müde und knapp bei Kasse. Höre in kinderfreundlicher Lautstärke Audiolith am Herd.
Bin ständig über das Tablet online um meinem Kopf zu versichern: Wir sind nicht allein.

Unsichtbar aber fortschreitend kommt der Sommer... und da schaukeln die sanften Elternzeit-Dorfmutterleben-Wellen plötzlich etwas höher.
Da fahren wir in den Alleinerziehende-jenseits aller Klischees-Teeniemütter-Urlaub. Verregnete Bungalow-Ferien, zu viert am See. Und trotzdem ein sagenhaftes Erlebnis.
Da bleibt das Kind bei Oma und ich darf so alt sein, wie ich bin; um die Häuser, Bier und Mitternachtsdürüm.
Da gabelt man wildfremde Menschen auf und teilt freimütig Wohnung und Kühlschrank.
Da überschlagen sich die Alltagserlebnisse durch faulen Aufschub und alles bleibt liegen.
Da verbringt frau nächtelang mit blinkendem Cursor vor einem ewig langen Word-Dokument (Hallo Verlag!).
Da sind auf einmal Geraniengießen, elterliche Katzen füttern, allabendliche Telefonate, Trägheit und unerwartet viel virtuelle Kommunikation den kreativen Blog-tauglichen Betätigungen im Weg.
Da kommt ein Gaststudent aus Georgien, der auf dem Teppich schläft und dessen Aufenthalts-Highlights dicht an dicht detailliert zwei ganze Wochen im Kalender füllen.
Da fahren Mama und Kind gemeinsam auf ein Festival.

Zwischen Arsch hoch kriegen und Kleben bleiben.
Der Sommer ist da, das Ende der Elternzeit wartet hinter der nächsten Ecke.
Und mir fallen so viele Dinge ein, die ich geschafft haben wollte und es nie getan habe:
Vernünftig viel interessante Inhalte bloggern. Zum Beispiel.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Seventeen again - on a journey.





"Ich bin ein emotional defizitäres Trampeltier."
- "Ein was?"
"Ein emotional. defizitäres. Trampeltier."
- "Ich auch."








"Es ist niemals zu spät, um Schokolade zu essen!"








Kurz nach drölf.
Nebenan wummert der Club, die Leute sitzen auf dem Bürgersteig und wir,
am Tisch, haben die Übersicht.
"Sag mal, was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen Ironie und Sarkasmus?"
- "Bei Ironie lachst du noch."






"Ich hab noch nie einen Dürüm auf einem Teller gegessen!", freue ich mich euphorisch,
als neben uns ein Mann im elektrischen Rollstuhl vorbei rauscht 
und laut und wütend in die Nacht brüllt:
"Ihr könnt gehen wohin ihr wollt!"







"Weist du, wie viele Tiere dafür gestorben sind, um in deinen Dürüm zu kommen,
und jetzt werden sie noch nicht mal verwendet!"




"..und ich hab mich gefreut wie ein Zalandopaket..."

Wirklich wahr!


Mittwoch, 3. Juni 2015

Lied des Tages.

"...Ich will wach werden, aber komm nicht raus aus meiner Haut
Ist jetzt Tag oder Nacht? Ich schlafwandel fast
Und wenn ich grade nicht schlafe, dann wart ich auf Schlaf
Ich erinnere mich nicht, je so müde gewesen zu sein
Nebenbei zieht an mir das Leben vorbei
Und ich weiß nicht mal, was das für Träume sind
Die mich jede Nacht erneut zum Heulen bringen...

...Letztens habe ich bemerkt, dass meine Uhr nicht mehr läuft
Seit ich mich erinnern kann steht sie auf Viertel vor Neun
Seitdem fällt es mir schwer, zwischen Tagen und Wochen zu unterscheiden...

...Was ist geschehn?
Kannst du es sehn?
Die Welt hat aufgehört, sich zu drehen
Lasst uns schlafen

Lasst. Uns. Schlafen.

Dienstag, 2. Juni 2015

Spinnweben.

Ein Uhr nachts.
Liege auf dem Fußboden und turne meine täglichen Rückenübungen. Starre an die Decke.
Denke: Spinnwebe.
Da fällt mir ein, wie armselig das eigentlich ist, das alles hier, um ein Uhr nachts auf dem Küchenfußboden zu liegen und an nichts anderes zu denken als daran, mal wieder die Spinnweben beseitigen zu können.
Stehe auf um den Besen zu holen.
Beseitige die Spinnwebe.

Montag, 1. Juni 2015

Stalkerinstinkt.

...wolltet doch alle schon immer mal wissen, was die so den ganzen Tag isst. Oder nicht?
Nun gut, die Gelegenheit bietet sich nun. Der georgische Gaststudent, der hier im Juli zwei Wochen meine Couch beehren wird, kann sich eine fleischlose, deutsche Ernährung nicht vorstellen. Bitte sehr, ich zeig ihm gerne, womit er hier rechnen muss.

Nein, ich bin kein Veganer. Ja, ich ernähre mich teilweise vegan. Manchmal mehr, manchmal weniger. Es ist nichts halbes und nichts ganzes, aber niemand ist perfekt.

Und damit: Herzlich willkommen an meinem Esstisch!

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Dearest Irakli,
this is your special food-post. I hope you'll enjoy the journey to our table. Half vegan, half vegetarian.
The stage is set!