Freitag, 31. Juli 2015

Lied des Tages.


In der Dämmerung durchs Dorf zurück,
der Wind weht mir die Haare aus dem Gesicht.
Dann ist da ein offenes Fenster,
der Wind weht mir die Töne ins Gesicht:
sonderbar vertraute, bekannte Melodie.
Und der Wind weht mir ein Lächeln ins Gesicht.
....

Finde sie.
Im CD-Regal: "buckijit - Irish, Skandinavian and Balkan Folk", finde dieses Lied.
Und während ich an der Arbeitsplatte Kräuter hacke, reise ich zurück in diesen folkigen Sommer auf dem Hof, ins Lagerfeuer-Rondell vor die Bretterbühne. Lange her ist das. Ich lasse mich fallen in diese fremdschönen Klänge, Thymian und Minze duften, die Spühlmaschine erfindet den Rhythmus neu.

Übrigens ist das Tablet kaputt, werde es einschicken müssen, die nächsten 4 Wochen. 
Und eben diese Wochen sind die letzten meiner Elternzeit. Wunderbares Schicksal! Ohne ständigen Online-Druck und "Mal eben schnell noch.." lebt und schafft es sich intensiver. Besser. Schöner.
Weniger ist yeah!

Schneckentempo, Vol. II


Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst

Soll i aus meim Hause raus?
Soll i aus meim Hause nit raus?
Einen Schritt raus?
Lieber nit raus?
Hausenitraus –
Hauseraus
Hauseritraus
Hausenaus
Rauserauserauserause ...

(Die Schnecke verfängt sich in ihren eigenen Gedanken oder vielmehr diese gehen mit ihr dermaßen durch, daß sie die weitere Entscheidung der Frage verschieben muß.)


Christian Morgenstern

Im Schneckentempo.


Wir müssen zur Oma gehen. Das Auto abholen. Einkaufen fahren.
Die To-do-Tafel in der Küche fällt übervoll mit Aufgaben fast von der Kommode. Ich beeile mich, dem Kind die Schuhe anzuziehen. Hebe es vom Schuhregal, sage, während ich mir die Jacke überwerfe "Geh doch schon mal die Treppe runter!" und schlüpfe, den Wohnungsschlüssel greifend, in meine Schuhe.
Tasche, Einkaufskorb, Klappbox.
Das Kind sitzt auf der obersten Treppenstufe und wackelt mit den Beinen.
"Komm", sage ich, "geh jetzt mal die Treppe runter. Mama kann dich nicht tragen, ich hab die Hände voll."
- Keine Reaktion. Wackelwackel, die Beine zappeln nach einem stummen Takt. Versunken starrt das Kind auf seine Schuhe.
"Marek! Na los jetzt!"
- Keine Reaktion.
Ich gehe an ihm vorbei nach unten, schließe die Haustür auf, stelle Korb und Klappbox ab, hole die leeren Getränkekisten unter der Treppe hervor. Das Kind bleibt hartnäckig sitzen.
"Marek, die Mama fährt sonst ohne dich!"
Bumbumbumbum, schlagen die Kinderschuhe gleichmäßig an das Geländer.
Ich renne nach oben, schwinge da Kind über die Schulter. Nach unten. Tasche. Haustür schließen.

Die Dorfstraße nach oben, nach der halben Strecke im Stechschritt setzte ich das Kind ab. Hat ja schließlich zwei Beine. Nehme es an die Hand. Wir kommen 10 Meter weit gut voran. Dann kreuzt eine Schnecke unseren Weg. Auch das noch.
Ich sehe, wie das Kind sich bückt, sehe die Schnecke in seinen Händen - und weiß im selben Moment: Verspielt.
Tschüß Zeitplan.





Mittwoch, 29. Juli 2015

Pizza in den Haaren...


Alternativ auch: "Scheiße, schon so spät?"-Pizza, Studentenpizza, "Ich kann nicht kochen"-Pizza oder einfache "Scheiße, der Pizzadienst liefert nicht bis hierher"-Pizza.
Wie auch immer man sie nun nennen mag, eine simplere Pizza gibts jedenfalls nicht wirklich.

Teig:
  • 250 g Vollkornmehl (seit kurzem nehme ich das eigentlich nahezu immer)
  • 1/2 Pck. Trockenhefe (weil auch ich mit den Hefewürfeln irgendwie auf Kriegsfuß stehe)
  • 4 EL Öl
  • 1/8 l warmes Wasser
  • 1 Pr. Salz
Alles zusammenkneten und an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis die Arbeitsplatte wieder gesäubert, Zutaten weggeräumt, Nudelholz und Mehl parat gestellt und das Belag-Gemüse in belege-freundliche Größe geschnitten ist. Vielleicht auch schnell noch dem Kind etwas zu trinken anbieten. Kurz zanken ("Doch, du trinkst jetzt wenigstens einen Schluck!" - "Nein!" - "Höre, wenn die Mama was sagt!!"). Wer Zeit hat: 30 Minuten.


Den Teig noch einmal kurz durchkneten, dann ausrollen. Auf ein Backpapier-belegtes Blech legen.
Danach be-legen.


...und Ofen.


Freitag, 24. Juli 2015

Tutorial: Schlupftuch nähen, fürs Kind.


Ja, wir haben Sommer. Richtig.
Aber der Herbst kommt und noch ist frau in der Elternzeit mit einem größeren Überschuss an sinnvoll verwertbarer Zeit ausgestattet. Und genügend Sommerkinder, denen wir etwas schönes zum Geburtstag schenken wollen, gibt es auch.
Also ran an die Nähmaschine. Schlupftücher sind mehr als simpel und ruck zuck genäht. Zeitbedarf: keine halbe Stunde! Ist dementsprechend ein super Anfänger-Projekt oder eins für ungeduldige Chaos-Näher...


Übrigens lassen sich hier wunderbar alte Stoffreste verwerten, alte Shirts zum Beispiel. Der blaue Jersey war mal ein T-Shirt von Opi. Zuerst aus beiden Stoffen je einen rechteckigen Streifen schneiden.


Die beiden Streifen werden rechts auf rechts (schöne Seite auf schöne Seite) aufeinander gelegt und an den beiden langen Seiten zusammengenäht.


Ein Schlauch entsteht. Jetzt wird gewendet. Die schönen Seiten liegen nun außen.


Den langen Schlauch nun einmal in der Mitte falten, sodass die offenen Enden übereinander liegen.


Als nächstes näht man nur den innen übereinander liegenden Stoff zusammen. Es wird also nur die eine, innere Öffnung zugenäht, im Beispiel grün und grün, so wie auf dem Bild zu erkennen ist:


Ja, das ist ein bisschen... doof zu nähen. Ist aber zu schaffen. Sieht nachher so aus:


Nun wird das ganze Tuch noch einmal gewendet. So, dass die rechten Seiten des anderen, bis jetzt noch offenen Stoffes, aufeinander liegen. Klingt kompliziert, erschließt sich einem aber beim Tun. Versprochen!


Jetzt liegt also blau auf blau. Wird auch zugenäht. Aber Achtung! Nicht komplett. Am Ende unbedingt eine ausreichend große Wendeöffnung von 3-4 cm lassen. Durch diese den ganzen Stoffwulst nach dem nähen zurück wenden.


Überraschung, das ganze sieht jetzt schon tatsächlich aus, wie ein fertiges Schlupftuch. Wäre da nicht dieses hässliche Loch... Macht nichts. Die offenen Seiten nun links auf links aufeinander legen und vorsichtig mit der Nähmaschine sehr knappkantig zusammen nähen. Etwas überstehende Kanten hinterher noch sauber abschneiden. Diese kleine "Wurst", bei der man die Naht sieht, liegt beim Tragen dann innen hinten unten. Sieht kein Mensch. Ehrlich.


Mission completed.




Montag, 20. Juli 2015

Immernoch kein Eis.


Aus spontaner Sommerlaune heraus (und für den Besuch von S. - du darfst dich jetzt wichtig fühlen!) ein großartiger Lieblingskuchen.
Für den wird benötigt:

Da, wo zwei Mengen angegeben sind, ist der erste Wert für den Teig, der zweite für die Masse bestimmt.
Durch akute Leseschwäche (Kopf aus, ganz konsequent) ist auf dem Bild auch Vanillezucker statt -pudding zu sehen. Einfach ignorieren.
...und Waldbeeren, die aus dem letzten Post.

Vorbereitend muss der Sojajoghurt zunächst mindestens acht Stunden lang abtropfen, damit eine quarkige Masse entstehen kann. Das geht am besten in einem Tuch über einem größeren Topf. Sieht in etwa so hier aus:


Den Kuchen selbst mit dem Teig beginnen:
Mehl, Backpulver, 85 g Zucker und 50 ml Soja-Drink (es gehen natürlich auch alle anderen pflanzlichen Milch-Alternativen) mit der kalten Margarine verkneten und das ganze für eine Weile in den Kühlschrank stellen.
In der Zwischenzeit die "Käse"-Masse anrühren. Stärke, Puddingpulver, 100 ml Sojamilch und die Sojasahne mit einem Schneebesen klümpchenfrei verrühren. Zucker und zwei Esslöffel Mehl noch dazu geben. Jetzt den Ofen anmachen und nebenbei auf 180°C vorheizen lassen. Und dann den quarkigen Joghurt aus dem Geschirrtuch kratzen. Klingt schwerer, als es tatsächlich ist. Alles gut miteinander vermischen, auch die Beeren (und eine handvoll Stachelbeeren aus dem Garten, die sich zufällig im Kühlschrank angefunden haben) dazuschütten. Fertig. Erstmal wegstellen.

Teig aus dem Kühlschrank holen und in eine gefettete Springform drücken. Dabei möglichst darauf achten, dass der Boden überall gleich dick liegt. Sonst wird er nachher so elegant wellenförmig, wie auf meinem Foto. Ach, und wenn schon - alles gewollt.
Mit einem Messer "Belüftungsschlitze" in den Teig stechen, dann die Masse darauf gießen.
Vorsichtig in den Ofen manövrieren und, Achtung, wichtig: mit Alufolie oder einem Blech abdecken, sonst wird der Kuchen zu schnell obendrauf dunkel. Eieruhr auf 45 Minuten.

Das Rezept geht davon aus, dass nach 45 Minuten + 15 anschließende Minuten ohne Folie der Kuchen gut durchgebacken sein müsste. Entweder irrt es gewaltig oder mein Ofen hat die Schuld. Nach 60 Minuten mit Folie "schwabbert" es noch ziemlich mächtig in der Kuchenmitte. Zeit ohne Folie: ungewiss. Bis es einen eher festeren Eindruck macht. 
Dann aber gut abkühlen lassen. Oder warm essen. 
Und - Insidertip - mit Heidelbeeren dekoriert servieren. Jawoll, schmeckt... geil!




Warum es so schwer ist, ein Buch zu schreiben, oder: Vegan Cheesecake, Making of.

Das Küchenthermometer spricht von 28°C, da sitzen wir noch am Frühstückstisch. Kurz vor neun Uhr morgens. Die Morgensonne prasselt zwischen den Jalousien hindurch auf die Margarine. Das Kind ist zappelig aufgedreht und schmeißt mit Apfelstückchen. Ich ignoriere das, mir ist schon zu warm zum schimpfen. Sinnvollste Beschäftigung für diesen Tag: Freibad.

Ich packe die Badesachen in den Beutel und meinen Sohn in den Buggy. Gepriesen seist du, oh kurzer Fußweg zum dörflichen "Erlebnisbad". Kurz nach dem Öffnen sitzen wir schon im Babybecken. Außentemperatur: 30°C, Wasser: 24. Nun, das geht schon.
Gegen Mittag teilen wir uns Kartoffelpuffer mit Apfelmus aus dem Imbissangebot. Schon beim Essen fällt der Kopf des Kindes beinahe ermattet auf dem Pappteller (hätte mich nach "Rutschen Mama! - 'mal! 'mal!" in wiederkehrender Endlosschleife auch gewundert, wenn nicht). Sachen zusammenpacken, Buggy, Bad verlassen. Vor dem Eingangstor sehe ich unschlüssig in beide Richtungen. Vernünftig wäre, für die Zeit des Mittagsschlafes die vergleichsweise kühle Wohnung aufzusuchen.
Marek im Bett, Mama vor einem langen Word-Dokument. Eine Aufgabe steht seit Wochen an meiner To-do-Tafel in der Küche, ich verschiebe sie. Weiter und weiter. Eigentlich schreibe ich gern. Artet das allerdings in echte Überarbeitungs-Erweiterungs-Kreatives Loch-Arbeit aus... sind alle Sachen wichtiger. Nur nicht der blinkende Cursor auf weißem Grund. Und hautfreundlich gebräunt-besommersprosst wird man davon auch nicht.

Die Sonne knallt unbarmherzig auf den asphaltierten Fahrradweg, als ich mich in Richtung Wald entferne. Weg von Kopf-Sachen. Jetzt wird gelebt! Das Kind schläft nach wenigen Metern hinter dem Sonnensegel, leise höre ich es schnarchen. Die Kornfelder links und rechts sondern durch penetrante Hitze-Einstrahlung diesen flirrenden Sommergeruch ab, dieser Geruch nach trockenem Gras, staubiger Erde und verflüssigtem Straßenbelag. Ich atme tief ein, halte mein Gesicht ins Licht, atme Sonne, versuche dieses Gefühl für später irgendwo zu sichern. Für Regentage. Für den Winter.


Wald.
Zwischen Waldrand und Feld, in der Wildhecke, wachsen wilde Himbeeren. Üppig, schon fast in ganzen Trauben. Prall und reif und süß fallen sie von meiner Hand in den Mund.
Frau könnte...
Frau müsste...
Ich fange an zu pflücken. Denke nichts. Lebe im Moment, höre das Kind schnarchen, höre ein paar wenige hitzeresitente Vögel, höre leises Rauschen der Bäume. Fühle diesen dicken Luftballon Euphorie in meinem Bauch, dieser tief sitzende Juchzer, der nicht raus darf, weil man für sowas schon zu alt ist. So fliegt er in mir herum, eine große heliumgefüllte Blase Glückseligkeit.


Ein Stück tiefer im Wald die Heidelbeeren.
Nach der halben Dose erwacht mein Sohn, fröhlich. "Blaubeer'n pflücken!"



Demnächst gibt es dann Kuchen.
Bestimmt.

Sonntag, 19. Juli 2015

Grafische Entfaltung.


Beschäftigungstherapie für einen fast Zweijährigen.
Jeden Tag Freibad kann unsere Haushaltskasse nicht vertragen, auf dem Spielplatz kennen wir jeden Kieselstein... Und mit Kunsterziehung sollte frau nie zu früh beginnen.
Marek hat die Farbe mit allen Sinnen erlebt. Pink ist nun seine Lieblingsfarbe, was das Optische angeht. Essen kann man's nicht, an den Händen und Füßen fühlen dafür schon. Und weil das Wetter so schwül war, diente die Wasserschüssel zum Pinsel auswaschen und Baden gleichermaßen. Was für ein Erlebnis, wenn sich die Farbe langsam im Wasser auflöst...

Vor kurzem habe ich übrigens bei einer meiner allabentlichen "Tablet und Tee-Hang around" dieses Buch hier entdeckt. Ist ganz schnell auf die Geburtstagswunschliste gewandert!




Samstag, 18. Juli 2015

Quasi durch die Hintertür.


"Siegen? Wir leben, das ist Sieg genug!"

















Lied(er) des Tages.



&

"...Quasi durch die Hintertür
finden wir Gründe hier
Wenn wir jeden Sinn verlieren, bleibt's taktisch
Wenn die Absicht im Takt ist,
klappt es mit der Praxis..."

"...Tanz drüber nach, Tanz drüber nach 
Kopf zu, Herz auf, Hör auf zu denken 
Tanz drüber nach, Tanz drüber nach 
Brust rein Bauch raus, Fang an zu dancen 
Tanz drüber nach, Tanz drüber nach 
Tanz auf der Straße, Tanze zu Hause
...
Warum sind im diesem Land alle so verwirrt? 
Die Antwort ist einfach: Es ist hochkompliziert 
Stell dir vor es geht und keiner kriegts hin..."

Freitag, 17. Juli 2015

Abfallküche!

Jemand schon mal diese Rentner im Supermarkt beobachtet, die sorgfältig alle Blätter vom Kohlrabi abschälen, bevor sie ihn in eine Tüte packen? Und diese Angestellten, die diese Blätter nachher achtlos in Müllsäcke stopfen?
Ich schreie innerlich laut auf. Bildungslücke. Große! Kohlrabiblätter kann man nämlich essen, wie Mangold.
Studenten aufgepasst, noch nie war eine Mahlzeit so dermaßen günstig. Und vegan!



Dafür wird eigentlich nur benötigt:

  • irgendwelche billigen (Vollkorn-)Nudeln, die man immer irgendwo da hat
  • einen großen Strauß Kohlrabi-, alternativ auch Rübenblätter, möglichst frisch
  • eine Zwiebel
  • Öl zum braten
  • Sojacuisine oder Creme fraiche oder Sahne - vegetarische Studentenvariante: einen Schluck Milch und etwas Käse
Nudeln in Salzwasser kochen. Kann jeder.
Öl in einer großen Pfanne (am besten in einem Wok) erhitzen, Zwiebeln anbraten. Blätter waschen, in etwa 3 cm² große Stücken schneiden. Zu den Zwiebeln geben und braten, bis alles in sich zusammengefallen ist. Mit Salz und Pfeffer würzen.




Zum Schluss einen großen Schluck Cuisine, Sahne, Milch, ... dazugießen und (optional) den Käse unterrühren. Gekochte Nudeln darin schwenken.
Tomatensoße war dann wohl gestern.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Achja...

...das Gelantine-Rezept steht ja nun im krassen Gegensatz zu meiner Erklärung. Ich weiß.
Diese Torte war ein Auftragswerk - ich habe sie nur angefertigt, nicht gegessen. Mit Agartine und bezahlten Torten habe ich miese Erfahrungen gemacht. Da saß wohl mein Kapitalisten-Schweinehund auf der Schulter. Alle Nachahmer sind herzlich eingeladen, dieses Rezept mit Agartine genießbar zu machen. Ich dank recht schön!

...und Mama trinkt Hafermilch im Fairtrade-Chai...

Irgendwie habe ich gerade das Bedürfnis, mich erklären zu müssen.

Seit 6 Jahren esse ich keine toten Tiere. Lebe vegetarisch. Und das konsequent, von der kurzen Vegan-Phase kurz vor meiner Schwangerschaft mal abgesehen. Fleisch? Kommt bei mir nicht (mehr) in den Kühlschrank! Seit der Mensch an meiner Seite, Mareks Papa, ausgezogen ist, lebt auch das Kind überwiegend vegetarisch. Was er woanders, besonders bei Papa und Oma, isst, darauf habe ich leider wenig Einfluss. Die Entscheidung des zweiten Sorgeberechtigten habe ich zu akzeptieren und zu tolerieren. Habe also ein Veggie-Kind mit omnivoren Phasen - einmal in der Woche bei Papa, ab und an bei den Großeltern. Hoffe immer noch darauf, dass meine Propaganda-Erziehung irgendwann fruchtet und mein Sohn von selbst kein Fleisch mehr essen möchte. Und wenn er meine Veggie-Küche ablehnt...? Denken wir besser nicht so weit in Richtung Zukunft. Mich grämt schon der Essensplan im Kindergarten. Mit Schrecken fiebere ich Mareks "Kindergarten-Eingang" entgegen und erwäge ernsthaft, ihm Vorgekochtes mitzuschicken. An vier von fünf Wochentagen stehen Fleisch und Fisch auf dem Speiseplan. Gruselig.
Ebenso gruselig wie die Beobachtung der Zwischendurch-Trinkrunde am heutigen Vormittag. "Sprudelwasser oder Himbeerbrause, Marek? Salzstange dazu?" Äh... Aber darum geht es ja jetzt gar nicht.

Jedenfalls... Veggie.
Seit längerem spiele ich wieder mit dem Gedanken einer Umstellung. Auf vegan. Interessiere mich dafür, informiere mich, fühle beim Supermarktkäse-Konsum das schlechte Gewissen in mir herauf krabbeln. Lese viel a la "Tun sie jetzt den letzten Schritt..". Richtig. Und nicht.
Seitdem ich versuche, zumindest größtenteils Vegan einzukaufen, sind die monatlichen Ausgaben rasant in die Höhe geschossen, wie der Schnittlauch auf dem Badfensterbrett. Auf dem Dorf ist die Auswahl eingeschränkt - in erreichbarer Nähe liegen Netto und Kaufland. Und dm - Drogeriemarkt. Deren tierleidfreies Produktsortiment ist, nunja, verbesserungwürdig.
Wäre dann noch mein Kind und seine tägliche "Milchbulli" vor dem Schlafengehen. Hafer-, Soja-, Dinkel-,... Alternativen lösen Brüll- und Spuckattacken aus. Ohne Käse kein vernünftiges Abendbrot. Meine Vorbehalte gegen Vegan für Kleinkinder. Und die Milchprodukte aus dem benachbarten demeter-Hofladen sprengen das Budget einer alleinerziehenden Studentin enorm.
Tja.

Die Kompromisse, die wir für unseren Haushalt gefunden haben, sind vertretbar. Marek bleibt ein omnivores Veggie-Kind mit Vorliebe zu Milch (die ich nach wie vor gesenkten Hauptes im Supermarkt kaufe). Ich verzichte beim Einkauf zumindest auf Produkte mit Hühnereiern, auch wenn wir dennoch welche verzehren: vom alten Bauern im Dorf. Dessen Hühner erfreuen in den schönen Jahreszeiten sämtliche Menschen mit ihrer Bilderbuch-Bauernhof-Idylle. Vor einer Weile hatte Berta Küken. Deren putzige Junghühner-Eier bekamen wir neulich geschenkt. Ein Königreich für mein Dorf!
Käse und Joghurt stehen nach wie vor im Kühlschrank, allerdings deutlich weniger. Der Alpro-Joghurt, einzig erhältliches Ersatzprodukt in meinem Umkreis, belastet die Haushaltskasse, weniger aber das Gewissen.

Und Mama? Mama trinkt Hafermilch im Fairtrade-Chai und kocht mit Soja-Cuisine.

Mittwoch, 15. Juli 2015

Homegrow.

...oder: Upcycling und Re-Using-Liebe!


Unschwer zu erkennen: Kölsches Wasser-Flasche goes Blumenvase

An- und Verkauf-Fund goes Küchenkräutergarten





Hipster! Elende!


..und dieses wunderbare Gefäß war mal.. eine Ketchupflasche