Dienstag, 29. September 2015

Bunte Herbstfarben gegen das Nebelgrau!

Da die erste Kinderhose in der 86-92 nun echt langsam zu Hochwasser-Hosen mutiert, hat Mama sich nochmal an die Nähmaschine gesetzt. Diesmal also eine 98-104. Um den Bauch herum entspricht es einer 98, in der Länge habe ich einfach mal die 104 zugeschnitten und zusätzlich die Bein-Bündchen aus dem Schnittmuster um fast das doppelte verlängert.
Was soll ich sagen? Sitzt super, das Kind findet es ultra bequem und möchte sein neues Kleidungsstück gar nicht mehr ausziehen. Durch die langen Bündchen wird uns dieses Teil auch noch bis in den nächsten Sommer Freude bereiten - eine echte Mitwachs-Hose!
Und mit den wunderbar herbstlich-knallig-fröhlichen Farben leisten wir unseren Beitrag gegen die Jahresend-Vergrauung und das kommende dunkle Ekel-Wetter.

Bühne frei für den Nachwuchs-Hippie:







Schnittmuster: Näähglück-Kinderhose in 98/104
Stoff Hose: Jersey "Tukan"
Stoff der Bündchen: Jersey "Rings"

Montag, 28. September 2015

Statistisch gesehen...

...haben die meisten Menschen (der Industrieländer) am 22. September Geburtstag. Danke, Internet.
Auch die Oma zählt dazu. Haben da mal schnell etwas gebastelt, weil wir den Weg zum Gärtner nicht mehr geschafft haben...

Ihr braucht:



Daraus wird...




Sonntag, 27. September 2015

Cooking Action - ein Review.

Es wird Zeit, dass meine Cooking-Action-Eindrücke mal den Weg hierher finden. Immerhin ist diese Veranstaltung schon wieder eine ziemliche Weile her, bald ist die nächste. Also. Nun aber.

Nochmal zum besseren Verständnis vorneweg: Die Organisation, wenn man sie denn so nennen mag, beschreibt sich selbst als "a network of individuals and kitchen structures that organizes participative cooking events with citizen and refugee people of Dresden". Damit ist doch eigentlich schon alles gesagt. Es wird also gekocht. Dresdner Bürger (in weiterer Definition, siehe ich), gemeinsam mit Geflüchteten - für Geflüchtete und Dresdner, denn alle können ja nicht in der Küche herumtrampeln. Laut Veranstalter liegt die Teilnehmerzahl irgendwo zwischen 60 und 200, je nach Tag und Ort der Aktion - denn der ist nicht fest, sondern verschiebt sich quer durch die Stadt von einem Jugendzentrum zum nächsten Kulturtreff. Wollen ja alle mal was davon haben. T. meint, in der Regel sind da mehr Deutsche als Refugees. Macht nichts. Das spricht sich schon noch herum.

Warum ich hingefahren bin? Mit Kind und Kegel? Was ich mir davon versprochen habe?
Zum einen ist es eine großartige Möglichkeit, endlich aus Hinterkaffhausen heraus auch mal präsent zu sein. Seine Ansichten in die Praxis zu holen. Zum anderen war es die Neugier. Von Geflüchteten zu lesen ist die eine Sache - sie zu treffen, mit ihnen zu kommunizieren, (Sprach-)Barrieren zu spüren und wegzulachen die andere. In mir drin war ein hilfloser, schwer verdaulicher Kloß gewachsen. Ich wollte und musste etwas tun, jemandem mit optisch nettem Dessert eine Freude bereiten, mich an einer schönen gemeinsamen Zeit beteiligen, Willkommen zelebrieren. Ich wollte diese Menschen persönlich kennen lernen. Wollte mit eigenen Augen noch einmal feststellen, dass die, von denen immer nur im Plural "Refugees" gesprochen wird, Individuen sind. Ganz verschiedene Menschen und Menschen wie du und ich. Das war mir natürlich schon alles sehr bewusst. Aber die leibhaftige Sinneserfahrung fehlte dazu einfach noch.
Vielleicht hatte ich auch gehofft, dass Flüchtlingskinder da sein würden, mit denen mein Kind spielend die Vielfalt der Welt entdeckt und lernt, dass wir alle nur Menschen sind. Ich möchte, dass es nie die Gelegenheit bekommt, Vorurteilen gegenüber Ausländern und Flüchtlingen Glauben zu schenken.
Leider war es doch mehr eine Veranstaltung von jungen Leuten, zu der überwiegend junge Leute erschienen waren. Eine deutsche Mutter hatte noch ihren Dreijährigen dabei. Wir waren uns einig, dass die Anwesenheit von Kindern wachsen sollte. Das hier muss offen werden, offen für alle. Wenn es sich herum spricht, dass hier auch Kinder spielen, erklärt sie mir, dann kommen sicher auch ganze Flüchtlingsfamilien und die Begegnungen werden noch vielfältiger und intensiver. Ich habe genickt, zustimmend.


Kinder brechen das Eis. Viel schneller. Kinder merken den Unterschied nicht, zwischen Mensch und Mensch. Für sie ist da erst einer, wenn sie ihren Gegenüber nicht verstehen können. Aber auch das ist nicht ganz so dramatisch - die nonverbale Kommunikation funktioniert mit Kindern überall auf der Welt gleich. Ein Lächeln. Ein Pieken in den Bauch. Ein Über-den-Kopf-streichen, ein geschenktes Stück Schokolade.
Ich war froh, dass Marek dabei war. Er hat mir gezeigt, dass meine Berührungsängste und die Schüchternheit blödsinnige Kopf-Sachen sind. Unsinnig. Weg damit.

Die Stimmung ist großartig entspannt. Trotzdem ist eine eigenartige Elektrizität im Raum, eine aufgeladene positive Energie. Niemand ist hier fremd. Man lächelt sich an und zwinkert sich zu, ohne sich je vorher gesehen zu haben. Alle verbindet ein unsichtbarer Konsens. Marek rast mit dem Laufrad über den Gang. Als er strauchelt, greift ein dunkelhäutiger Mann beherzt in den Lenker. "Oh!", lacht er und Marek lacht mit.
Am hinteren Ende des Ganges wird Tischtennis gespielt. Es sind fast ausschließlich junge Männer anwesend. Einer zählt laut auf Deutsch: "Eins-su-swei", ein anderer versucht, es ihm nachzusprechen. Es gelingt nicht. Wir Umstehenden lachen mit ihm.


Ich komme nicht dazu, ein Gespräch zu führen (außer mit der deutschen Mutter, während unsere Kinder einen Spielzeug-Auto-Stau nachstellen), beobachte aber meine Freunde und ihre Bekannten dabei, wie vertraut und selbstverständlich sie Allerwelts-Themen mit den Geflüchteten bereden. Im Grunde ist es eine große Party - man kennt sich nicht, redet aber plötzlich so vertraut wie alte Bekannte miteinander, weil der Zufall, gemeinsam auf dieser Party zu sein, einen zu Verbündeten macht. Plötzlich sind alle Freunde, warten auf das Essen, stellen Tische und Stühle mit um, um eine große Tafel zu bauen.

Später sitzen wir dicht gedrängt an Biertischen und löffeln zu gut gewürzte Suppe. Es brennt auf der Zunge, Marek windet sich auf meiner Schoß und möchte ständig etwas anderes. Ich sitze strategisch schlecht, kann nicht zum Buffet durchdringen. Eine Gruppe junger Refugees sitzt uns gegenüber. Einer möchte sein gerade so ergattertes Dessert verschenken - an Marek. Ich lehne lächelnd ab, dafür bekommen wir zwei Mars-Riegel. Das Kind kaut, ich esse tapfer an der Suppe. Mein (deutscher) Nebenmann bietet mir den Couscous von seinem Teller an, während ich die Suppe an meine Sitznachbarin verschenke. Der Mann gegenüber hat verstanden, fächelt sich symbolisch Luft zu und meint: "Spicy! Hot!". Ich nicke. Wir grinsen uns an. Während ich schon wieder dem zappeligen Kind nachlaufe, nimmt er wie selbstverständlich meinen Teller mit zum Abwasch. Jeder wäscht sein eigenes Geschirr ab, hatte es geheißen.

Wir sind eine große Familie.
Jeder spürt diese Solidarität, die Fröhlichkeit steckt einen nach dem anderen an, die Atmosphäre ist wunderbar. Ich schwimme auf dieser warmen Welle dem Auto entgegen und fahre mit leichtem Herzen nach Hause. Das Kind schläft auf der Rückbank.
Wir werden wieder kommen.
Ganz sicher.

Wer auch mal in diesem Strom schwimmen will, Solidarität zeigen und ein fröhliches Herz mitnehmen, der folge am besten den Refugees Welcome Cooking Actions auf Facebook. Zum informiert bleiben.
Man sieht sich!

Ach, und übrigens:


Dienstag, 22. September 2015

Vegane Kartoffel-Möhren-Suppe mit Kokosmilch.

Hallo Suppenjahreszeit! Schön, dass du wieder da bist.
Laut dem Saison-Gemüse-Kalender sollte eigentlich schon mal eine Kürbissuppe auf dem Plan stehen - aber die sparen wir uns für den Oktober auf. Zum Erntedankfest gab es dieses leckere, milde Gericht mit einem Hauch Spätsommer.



Dafür wird gebraucht:

  • ein halbes Kilo Kartoffeln
  • ein halbes Kilo Möhren
  • eine Zwiebel
  • eine Dose Kokosmilch
  • Soja-Reis-Drink, 1 Liter
  • Salz, Pfeffer, ein bisschen Muskat, eine Prise Curry
  • ...und einen Pürierstab!
Muss ich hier jetzt noch die Zubereitung aufschreiben? Eigentlich ist Suppe kochen eine ziemlich simple Angelegenheit. Trotzdem noch einmal (weil auch ich gelegentlich vor dem Topf stehe und denke: "Shit, ernsthaft, Tessa? Das weißt du jetzt nicht mehr?"):
Erstens: Zwiebeln kleinhacken, Möhren schälen und klein schneiden. Mit den Zwiebeln in Öl anbraten.
Währenddessen mit flinken Fingern Kartoffeln schälen, um sie ebenfalls kleingeschnitten unterzumischen - entweder man akzeptiert die Challenge und schält mit der Hitze an den Zwiebeln um die Wette. Wenn braun, dann verloren. Oder man dreht zwischendurch den Herd ab. Jeder wie er will. Meine Zwiebeln waren etwas zu braun. Tja, äh...

Das Gemüse noch ein bisschen durchrühren. Dann mit Kokosmilch aufgießen und, falls es noch nicht richtig bedeckt ist, Soja-Reis-Drink dazugeben. Deckel auf den Topf und kochen lassen.
Sobald Kartoffeln und Möhren richtig weich sind, den Pürierstab gezückt. Dabei den Topf vom Herd nehmen, logischerweise. Es empfiehlt sich auch, die Brühe ein kleines bisschen abkühlen zu lassen, sofern die Zeit dafür reicht. Es spritzt nämlich ab und zu beim pürieren - und das ist richtig fies heiß.

Die Konsistenz der pürierten Masse erinnert eher ein bisschen an Mareks erste Babynahrung. Darum kommt das ganze zurück auf den Ofen und soviel Soja-Reis-Drink hinein, bis es schön sämig-dickflüssig ist. Wie Kartoffelsuppe eben sein sollte. Noch einmal gut erhitzen und mit Salz, Pfeffer, etwas Muskat und einer Prise Curry (wirklich nur einer kleinen kleinen Prise!) abschmecken. 


Seid lieb! - Lied des Tages.

Nach dem ich hier dieses Kommentar veröffentlicht hatte, erreichte mich plötzlich eine Nachricht...
Scheinbar war das die noch nötige Inspirationsquelle für den folgenden Song.
Und was soll ich sagen? Ich bin stolz wie Bolle, freu mich überschwänglich und es spricht mir noch dazu zutiefst aus dem Herzen. Großartig gemacht, Alwin! 
Song of the day.




Montag, 21. September 2015

Homegrow, Zwei.

..und dann sage noch einer, Pinterest sei sinnloser Zeitvertreib. Das stimmt nur zu 89 %.
Gesehen, ausprobiert: Supermarktbasilikum kaufe ich in Zukunft nicht mehr. Man kann ihn nämlich immer und immer wieder regrown - sprich: dessen Kinder großziehen. Und Kindeskinder.
Das einzige, was frau dafür machen musste: Vom Einzugsgeschenk für eine befreundete WG einen oder zwei Stengel abschneiden (uneigennützige Geschenke waren noch nie so mein Ding....) und für ein paar Tage ins Wasser stellen.

...bis deutliche Wurzeln gewachsen sind...

..dann in vorzugsweise torffreie Bio-Erde einpflanzen.
Let it grow!



Samstag, 19. September 2015

Zeilen, II.

Eine Antwort auf den Zeilen-Beitrag:


Mh, schwierig.
Das ist ein schwieriger Weg, aus der Ordnung zurück in die Freiheit. Wer in der Ordnung lebt, der klebt zwischen den Zeilen fest. Wie unüberwindbar hohe Mauern umschließen sie einen. Geben Sicherheit. Geben dir die Freiheit deiner Gedanken. Wenn du strukturiert denken kannst, denkst du besser. In Ordnung.
Die Mauern... Engen dich ein, begrenzen deinen Gestaltungsspielraum. Missachtest du die Ordnung, stört der Krakel im Gesamtbild.
Oder? Stört die völlige Abwesenheit von Krakeln nicht auch? Ist Perfektion nicht zum speien langweilig?
Eigentlich ist es doch ganz einfach: Mauern oder nicht - das hängt immer noch von der Perspektive ab. Von oben drauf geschaut, sind Mauern nichts weiter als schnurgerade Linien, über die ich mein Leben hinwegschreiben kann. Oder zwischenrein, zum zwischendurch neu ausrichten.
Und das Gesamtbild? Das Gesamtbild ist ein beschriebenes Blatt - ganz individuell.

Große Kinder - oder: Look what I did!

Habe nach Sommershirts (die jetzt in guter Stückzahl nicht nur im Kleiderschrank des eigenen Kindes liegen) nun das leichte-Spätsommer-Hose-Nähen für mich entdeckt.

Eine super einfache Beginner-Variante ist hier zum Beispiel das tolle Näähglück-Schnittmuster von Sophie Kääriäinen (ja, ich überlege auch, ob sie wirklich so heißt). Sogar ein Freebie mit Foto-Anleitung. Ich habe es in abgespackter Version in Größe 86/92 genäht, aus leichtem Jersey und Viskose-Jersey-Bündchen. Die waren übrigens mal ein Sommer-Top von Omi. Upgecycelt! Yeah!

Der Stoff ist winzig blau gepunktet - wirkt nur aus der Ferne so langweilig uni-grün.

Freitag, 18. September 2015

Cooking Action und ein Massendessert.



Neulich habe ich zum ersten Mal an einer Cooking Action teilgenommen - einem Koch- und Ess-Event, bei dem für und mit Geflüchteten gekocht wird, gemeinsam gegessen, geredet und einfach Zeit miteinander verbracht. Im Vorfeld wurde auf der Facebookseite dazu aufgerufen, etwas mitzubringen, um außerdem ein kleineres Buffet anzubieten. Und weil ich scheinbar ja, während das Kind im Kindergarten ist, zu Hause nur Däumchen drehe, gabs gleich mehrere Beiträge von mir.

Zum einen habe ich wieder mal diesen großartig leckeren Couscous-Salat gemacht, der auch so schnell leer war, dass ich noch nichtmal nach Gelingen kosten konnte. Sei's drum.
Und dann kam da der Caterer in mir durch - in durchsichtigen Plastik-Trinkbechern (wegen der Portabilität und weil ich eben doch kein Cateringservice mit Equipment bin) optisch ansprechende (ansprechender als die gemeinsam gekochte Suppe allemal) "Glas"desserts.

Aufgrund von Zeitmangel und weil Plastik-Trinkbecher mit Dessert auf einer Cooking Action gut kommen, aber nicht auf einem Foto für einen Blog, gibt es das vegane Dessert nur als Textversion - man bediene bitte die visuelle Fantasie...:
Vanille-Grießpudding aus Hafermilch auf knusprigen Hafercrunchies, dazu Sommerbeeren-Sauce.
  • 1 Liter Hafermilch
  • 1 Päckchen Vanillepudding-Pulver
  • ca. 5 EL Weichweizen-Grieß
Daraus einen Pudding kochen, abkühlen lassen.
  • diverse Beeren, ca. 500 g - alternativ und in meinem Fall die "Beerenobstmischung" aus der Tiefkühltruhe
  • Stärke nach Gefühl
  • Wasser
  • wenig Rohrohrzucker
Die Beeren in einem Topf erhitzen. Bei Tiefkühlobst ohne vorherige Zugabe von Wasser. Kurz aufkochen, dann vom Herd nehmen und pürieren. Oder auch nicht - geschmackssache. Auf niedriger Stufe danach weiterköcheln lassen. Währenddessen etwas Stärke in eine Schüssel geben, mit Wasser vermischen, damit eine weißliche Suppe ensteht. Diese unter Rühren unter das Obst geben. Abwarten. Ggf. so lange wiederholen, bis die Beerensauce eingedickt und damit dickflüssig geworden ist. Zum Schluss mit dem Zucker abschmecken und ebenfalls abkühlen lassen.

Zum Schluss den Pudding, die Crunchies und die Sauce in Gläser (oder andere Behältnisse) schichten.

Donnerstag, 17. September 2015

Welcome Home - und Lieder des Tages.

Gebe das Kind im Kindergarten ab.
Und habe dann wenig Lust, nach Hause zurückzukehren, wo mich ein Trümmerfeld namens Küche, ein Wisch-Eimer und eine fertig gewaschene Wäsche in der Waschmaschine empfangen wird. Och... nö.
Musik an.
Wald.












Playlist für einen Waldspaziergang:

(fulminanter Rocky-Moment auf dem Felsvorsprung bei "Welcome Home" - hab mich gefühlt wie in diesem Kurzfilm von Sebastian Linda. Wow!)







Montag, 14. September 2015

Zeilen.

Auf Zeilen kann man nicht schräg schreiben.
Man darf nicht.
Man wird in eine Ordnung gezwungen.
Darf höchstens Kopf stehen.
Sonst nix.

Die Ordnung.
Nimmt einen gefangen und lässt einen auch nie wieder los. Ordnung. Sieben wohl drapierte Buchstaben. Ordnung ist das O nach dem A. In meinem Leben, in deinem. Nach O kommt nichts mehr. Omega. Ende.

Der Ordnung wohnt kein neuer Anfang inne. Nach O darf kein A kommen. Das wäre gegen die Ordnung.
Die Ordnung klingt weich aus.
Sie fängt dich auf, wenn alles droht, ins Chaos zu stürzen.
Die Ordnung macht deine Schrift in den Zeilen lesbarer, größer.
Die Ordnung mach dich größer.
Ordnung macht dich selbstbewusst.

Samstag, 12. September 2015

Lied(er) des Tages.



Auf dem Festival gesehen...
und verliebt.
Träume meditativ Pflanzen umtopfend
vor mich hin,
in den Nachmittag hinein.

Und draußen,
draußen geht der Sommer.
Was bleibt, ist seine Musik.

Freitag, 11. September 2015

Tutorial: Tablet to go.


Während das Kind in der Krippe den Radaubruder mimt (habe ich erst hinterher erfahren), widme ich den Vormittag mir und meiner Nähmaschine. Und meinem über alles geliebten elektronischen Gerät - dem Surface-Tablet. Samt Touchcover-Tastatur. Für beide zusammen ist nämlich keine akzeptable, schonende Transport-Hüllen-Version am Markt erhältlich. Also: do it yourself.
Dieses Tutorial ist übrigens für alle Tablets und (größere) Smartphones und Phablets (und sonstige smarten Auswüchse) individuell und universell anpassbar.

Mist! Vergessen: eine dickere Kordel/Band außerdem noch!

Schritt 1: Material zurecht legen. Inklusive elektronischem Gerät. 
Schritt 2: Maß nehmen. Der Aufbau der Tasche soll dabei folgender sein:


Beim Ausmessen geht ihr nun folgender Maßen vor: beginnt mit der Längsseite des Geräts:


Notiert euch nun auf einem Schmierzettel folgende Berechnung für die Seite A:


 Daraus resultiert Seite B:

Die Maße für C sind damit:
...in der Höhe ein Drittel der Seite A (aber nach Gefühl: die 11 cm waren mir einfach zu kurz, ich habe 13 draus gemacht) 
...und in der oberen Kanten-Länge: B - 6 cm (oder mehr oder weniger - an jeder Seite soviel wegnehmen wie gut aussieht).

Alles klar, soweit?

Schritt 3: die ganze Theorie praktisch auf den Stoff bringen und zuschneiden. Wir benötigen zwei "Vorderseiten", jeweils aus Baumwoll-Oberstoff und Fleece-Futter und zwei "Rückseiten" mit Klappe.


Das Rechteck aufmalen und zuschneiden ist ja wohl kein Problem.
Bei dem Klappenstück krame ich ein bisschen in der Geometrie, 4. Klasse. Übrigens lässt sich ein rechter Winkel wunderbar mit Hilfe des Berechnungsschmierblattes zeichnen:


Für das Klappenstück an der "Rückseite" die eingerückten 3 cm auf jeder Seite anzeichnen:


Dann die Höhe:


In Höhe von 13 cm ziehe ich dann eine schon pro forma eingerückte Parallele zur Seite B. Siehe Skizze, weiter oben. Das erklärt sich euch schon.


Mittels Pi-mal-Daumen-Parallelverschiebung (da war mal was, ja) markiere ich dann noch, wo die eingerückten cm liegen. Und....


...verbinde Ecke mit Markierung.
Das sieht dann so aus:



Ist das Denksport, oder bin ich nur Elternzeit-entwöhnt?
Jedenfalls: Zuschneiden.
Ich habe beide Teile (Vorder- und Rückseite) übrigens im Stoffbruch zugeschnitten, weil ich gerade so ein langes schmales Baumwollstück hatte. Muss aber nicht sein.
Sieht allerdings so aus:


Muss ich natürlich im Bruch trotzdem durchschneiden. Brauche blöderweise beide Teile getrennt. Mhpf.
Dafür kann ich die zugeschnittenen Stücke als Schablone für den Fleece nutzen und spare mir lästiges aufmalen. Einfach drumherum schneiden.

Schritt 4: erstes Nähen. ACHTUNG: das ist ein Schritt, den ich bei diesem Durchlauf einfach irgendwie missachtet habe. Darum existieren keine Fotos. Man kann den natürlich weg lassen, hat es aber hinterher schwerer und - ganz ehrlich - das Objekt sieht nur semi-schön aus. Darum: beide kurzen "Vorderseiten"-Stücke aus Baumwolle und Fleece werden linka auf links (hässliche Seite auf hässliche Seite) aufeinander gelegt und an einer (!) schmalen (!) Seite zusammen genäht.

Schritt 5: Alle Schnittstücke stapeln. Wir legen das lange Rückseiten-Teil aus Fleece mit der schönen Seite zu uns vor uns hin. Darauf kommt das kurze Vorderseiten-Fleece-Teil mit der hässlichen Seite nach oben. Wer Schritt 4 nicht vergessen hat: auf letzterem liegt durch das Nähen ja schon die Baumwoll-Rückseite mit der schönen Seite nach oben. Die Naht, die beide verbindet, zeigt in Richtung "Klappe". Wichtig!


Zum Schluss kommt darauf nun noch das Baumwoll-Rückseiten-Teil mit Klappe. Und zwar mit der hässlichen Seite nach oben:


Schritt 6: Nähen. Eine lange Naht rundherum. Dabei aber die obere Klappenseite (die kurze) offen lassen (Laut Skizze ist das Kante C, übrigens) UND zu dieser Kante auch noch einen Zentimeter Abstand mit der Naht lassen. Hä was? So:


Wenden. Und zwar zwei Mal. Schwer zu erklären. Einfach machen. Erklärt sich.
Spätestens jetzt fällt einem dann auf, wenn man Schritt 4 vernachlässigt hat. Schnell die offene Naht knappkantig schließen. Lalalala....

 Schritt 7: Die letzte obere Klappennaht auch noch schließen. Vorher die Kordel für den Knopf einlegen und immer schön an sauber nach innen geschlagene Kanten denken:


Schritt 8: Knopf an einer, für die Kordel günstigen, Stelle annähen.

Schritt 9: Sich selbst feiern. Yeah!