Sonntag, 4. Oktober 2015

Das Traumel...

...wohnt in meinem Kopf.
Es ist ein wildes Tier.
Woanders wollte man es nicht,
drum lebt es jetzt bei mir.

Das Traumel ist am Tages still.
Es schläft, macht keinen Krach.
Doch fallen mir die Augen zu,
dann wird das Traumel wach.

Es hüpft in meinem Kopf herum.
Es macht die Träume bunt,
und wenn das Traumel leise bellt,
träum ich von einem Hund.

Am Mittwoch war das Traumel krank.
Es hat gestöhnt, geweint.
Ich träumte eine graue Stadt,
wo nie die Sonne scheint.

Ich träumte einen Pflanzenbaum
mit einem schwarzen Mund.
Der fraß mich. Ich bin aufgewacht.
Das Traumel war gesund.


Jutta Richter