Samstag, 24. Oktober 2015

Stillsitzen.

Das Kind hat ein Wespennest im Hintern.
Immer. Immer summt und brummt es hin und her, zappelt, kann nicht stillsitzen. Ein wirbelnder Kreisel, ein Hampelmann. Ein Steh-auf-Männchen: schlägt morgens die Augen auf und ist wach. Als hätte einer den Schalter umgelegt, von null auf hundert. Klick - und das Wespennest brummt.

Aber manchmal komme ich nicht umhin, meinen Sohn zum Stillsitzen zu nötigen. Beim Essen. Klar. Und wenn wir ein Buch anschauen. Oder puzzeln. Da ist Ruhe. Meistens.
Manchmal möchte Mama aber auch mal in den Gottesdienst gehen. Sich in Ruhe am Tisch unterhalten. Oder einfach mal ein Telefonat führen ohne: "Marek auch Hallo sagen!", "Opa?? Hallloooo, OPA! Der OPA IST DAS!", "Ich haben! Mein Telefon! Meine ist das!", "Mama, schau mal! Mama komm mit! Mama auch spielen!", "MAMA! Das passt nicht!" (Quengelton, beim puzzeln). Das ist schon schwierig. Buch lesen scheidet aus. Da kann ich nicht zuhören. Und ein "schau dir doch mal die Bilder an, mein Stern" mit Wimmelbuch funktioniert schon seit einem halben Jahr nicht mehr. "Lesen Mama! MAMA! Buch vor-le-sen!"

Das Puzzeln klappt so mäßig gut. Schenke ich dem Wespenpo länger als vier Minuten keine Aufmerksamkeit, zupft er quengelnd und nörgelnd an meinen Haaren "Das passt nicht, Mama!" oder verschwindet flinken Schrittes nach irgendwo, wo frau ihn gewiss nicht haben will. Hinter den Altar: "KUCKUCK Mama! Versteckt!". Während der Predigt. Oder so.
Andere stille Beschäftigungen wie Malen, Matchbox-Autos, Kreisel (leider mit Mamas Interaktion) oder Essen haben eine ähnlich kurze Aufmerksamkeitsspanne.

Nun haben wir aber endlich eine neue Attraktion im Spielzeugregal: DIY-Fimo-Perlen zum Auffädeln. Kinderhände-gerecht groß, mit großen Löchern.

Die Herstellung ist schnell und einfach. Mal so nebenbei, während das Kind auch mit Knetmasse knetet.
Ihr braucht:


Aus dem Fimo werden kleine Kugeln geknetet und mit einem großen Loch zur Perle gemacht. Wie auf der Verpackung angegeben, muss das Fimo im Backofen ca. 5-15 (je nach Ofen und Vorhitze) aushärten.



Zum Spielen ebenfalls minimaler Material-Einsatz. Die Internet- und Fachgeschäft-Suche nach einer "Kindernadel" oder einer stumpfen Holznadel blieb übrigens erfolglos. Wer dennoch mal etwas entdecken sollte, darf mir gern einen Tipp geben. So lange begnügt sich mein Kind unter Aufsicht mit einer stumpfen, extra großen Wollnadel (erhältlich im Bastelladen oder in jedem Kurzwaren-Geschäft).


Trainiert Feinmotorik und Fingerfertigkeit. Aber das nur am Rande.


Übrigens erschien es mir sinnvoll, das durch die Nadel gezogene "überstehende" Ende (weiß jeder, was gemeint ist?) mit der eigentlichen Fädelschnur zu verknoten, damit die Nadel nicht immer rausrutscht, wenn das Kind zieht. Gibt dann nämlich wieder Gequengel. Und das wollte ich ja vermeiden.