Samstag, 7. November 2015

This is NOT okay! - die Fortsetzung.

Im Sommer habe ich im Feld gestanden und fürchterlich ungeschickt herumgehampelt. Für ein paar schicke Fotos mit modisch fragwürdiger Matrioschka-Tunika. An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön an S. hinter der Kamera -  Danke, für deine Geduld mit mir!

Um was ging's? Hab ich in diesem Post nur kurz anreißen können. Weil spät - wie immer.


Eine Katalog-Protestaktion also. Die Aufgabe: Nähe dir ein komplettes Outfit (oder einen Teil davon und ersetze den übrigen Teil durch Fairwear), fotografiere dich damit und poste das. Die Intention: spüren, wie aufwendig und teuer schon ganz simple (!) Kleidungsstücke und Schnitte sein können. Wie empfindlich es die Haushaltskasse trifft, wenn frau nur ein paar fair gehandelte Strumpfhosen kauft. Strumpfhosen, Damen und Herren, einfach nur Strumpfhosen! Die Einsicht, dass da was faul sein muss an den Preisen bei... na, fangen wir nicht wieder von der bösen Kette mit P an.
Aus den Fotos der Teilnehmerinnen sollte ein "alternativer" Katalog entstehen. Kein gephotoshoppter Magermodel-Fast Fashion-Katalog, sondern ein authentisches, total konträres Werk. Mit lauter individueller, mit den eigenen Händen oder vernünftig bezahlt hergestellter Kleidung.
Um zu zeigen: Es geht! Es ist möglich! Es sieht toll aus! Und es macht Spaß!

Und nun ist der da, der Katalog. Ich bin bis über beide Ohren in einen Verzweiflungssumpf aus Altgermanistik und Ablaut versunken, dass ich die Erscheinung völlig verpasst habe. Nun aber! Wieder ist es spät und wieder hat Initiatorin Susanne die treffendsten Worte dazu gefunden.
Lasst sie mich zitieren:
"Kleidung ist nicht nur irgendein modisches Fetzerl, das einem hilft cool auszusehen. Nein, Kleidung bedeutet so viel mehr! In jedem Kleidungsstück steckt Kreativität und eine beachtliche Menge an Arbeit. Diese Arbeit sollte fair bezahlt werden und zwar ÜBERALL AUF DER WELT!
Wir akzeptieren nicht, dass eine Näherin in Bangladesh 70 Stunden in der Woche arbeitet und mit dem Lohn nicht einmal die Basis - Versorgung ihrer Familie gewährleisten kann. Und am anderen Ende der Welt kaufen die Leute billige Shirts, tragen diese eine Saison und werfen sie dann weg!
 Mit unserer Aktion machen wir darauf aufmerksam, dass Mode-Konzerne sehr wohl dafür Verantwortung tragen, dass in ihrer Produktionskette durchgehend Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden. Wir finden diese überbordende Profitgier auf dem Rücken von Menschen nicht akzeptabel!
In unserem Katalog kann man nichts bestellen. Nein! Er soll euch zeigen, dass ihr damit nicht alleine seid, wenn ihr darüber nachdenkt, euer Kauf-Verhalten zu ändern! Wir sind auch dabei!
304 Seiten geballte Freude an Kleidung!"
Unterschreibe ich so. Prompt.
Und jetzt Bühne frei für das großartige Exemplar! (PS: Seite 107....)