Montag, 7. Dezember 2015

Kochen mit dem Saisonkalender, Eins.


Die warmen Mahlzeiten, die ich wochentags zu mir nehme, kann man an einer Hand abzählen. Eigentlich ist es nur eine: das Donnerstags-Essen in der Bio-Mensa. Mehr lassen Zeit und Bequemlichkeit nicht zu.

Am Wochenende schwinge ich mich dann aber doch mal hinter den Herd. Und weil diese Kochaktionen zum seltenen Event verkommen, beschäftige ich mich ein wenig mehr als sonst mit unseren Mahlzeiten.



Schwarzer Rettich, auch Winter-Rettich, wird zwischen Oktober und Februar angeboten. Und in Hinterkaffhausen überdies in einigen Gärten angebaut. Der Bruder vom allseits bekannten Meerrettich hat ein bisschen Ähnlichkeiten mit einer Rübe. Er ist knollig, seine Schale schwarz. Schält man sie ab, kommt weißes, festes Fruchtfleisch hervor. Bisher bin ich ihm nur in Salaten begegnet und mochte ihn nicht sonderlich: schwarzer Rettich ist ziemlich scharf. Würzig, finden meine Eltern.

Das Angebot an saisonalem Gemüse im Dezember ist eher dürftig. Beschließe, der dubiosen schwarzen Knolle noch eine Chance zu geben und versuche es mit Linseneintopf.

Brauche also (für 4 Teller):
  • eine halbe kleine Rettich-Knolle
  • 3 Möhren (im Dezember sind heimische Möhren noch aus der Lagerung erhältlich, sofern man keinen eigenen Garten nebst Keller besitzt)
  • 250 g Linsen (keine Ahnung, ich schütte immer nach Gefühl. Bilde mir ein, es wär ungefähr so viel gewesen)
  • 2 - 3 Lorbeerblätter
  • 5 Nelken
  • Zimt, Salz, Pfeffer
  • optional: ein Schuss Rotwein
Möhren und Rettich raspeln. Das Kind versucht zu helfen und verzögert damit das Essen um eine gute Stunde. Nunja.
Linsen nach Anleitung in Wasser kochen und quellen lassen. Den Rettich relativ zeitig dazugeben. Das Kochen entzieht ihm seine Schärfe. Später Möhrenraspel, Lorbeerblätter und Nelken untermischen und auf niedriger Stufe vor sich hin köcheln lassen. Wäre ein guter Moment für den Rotwein - hätte ich keinen minderjährigen Mitesser. Mit Salz, Pfeffer und einer Löffelspitze (das ist Interpretationssache) Zimt würzen.

Unbedingt daran denken, vor dem Servieren die Blätter und Nelken zu entfernen.