Montag, 29. Februar 2016

Milchbart.

Schreibtischarbeit ist nichts für mich. Ich bin träge, vor meinen Augen flimmert der Bildschirm pinkgelblilagrün und nach 2 Stunden verschwimmen die Buchstaben. Ständig lasse ich mich ablenken, die Zeit rennt, ohne dass ich nennenswerte Fortschritte mache.

Hilft nur: Motivation. Und Belohnung. Oder beides zusammen.


Das Rezept habe ich zufällig gefunden. Während des Ablenken-Lassens, natürlich.
Als ich Kurkuma las, war ich fasziniert und musste probieren. Ich experimentiere ab und zu mit diesem Gewürz, weil es reinigend und entgiftend wirken soll und ich mir eine verbessernde Wirkung für mein Hautbild erhoffe.

Außerdem soll das gelbe Pulver wach machen. Die Aufmerksamkeit fördern. Brauche ich!
In Verbindung mit Ingwer, der auch in diese Milch gehört, sollen Abwehrkräfte gestärkt und der Heißhunger (der mich immer bei Schreibtisch-Kopf-Tätigkeit befällt) gezügelt werden. Irgendwie ein super All-inclusive-Paket.

Also los:

  • eine Tasse voll Mandel/Soja/Hafermilch
  • 1 TL Kurkumapulver
  • 1 TL geriebener Ingwer
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Kokosöl - nicht zwingend erforderlich, macht das ganz aber irgendwie aromatisch und verleiht dem ganzen mehr... Softness. Oder so.
  • 1 TL Agavendicksaft oder Löwenzahnhonig
(ergibt logisch eine Portion)

Alle Zutaten miteinander in einem Topf auf dem Herz erwärmen, aber nicht kochen lassen. Um unangenehmen Satz zu vermeiden, durch ein engmaschiges Sieb/eine Filtertüte in die Tasse gießen und für den Mindfulness-Punkt das ganze noch Ewigkeiten mit einem kleinen elektrischen Hand-Milchaufschäumer aufschäumen.

Ist übrigens gerade alles ganz schön hip. Also der Latte und Mindfulness und so.


Samstag, 27. Februar 2016

Studentendeko.


Für Tulpen und Narzissen ist es mir noch zu zeitig. Obwohl bei den Nachbarn schon die Ostereier am Busch baumeln (Jungejunge, was ein sexualisierter Ausdruck!) und mich die Osterhasen im Supermarkt von oben herab begrinsen, wollen sich keine Frühlingsgefühle einstellen. Aber ohne Weihnachtsstrauß ist es so fürchterlich kahl im Flur...

Vielleicht ist Frühling, wenn die Kirschzweige blühen.

Freitag, 26. Februar 2016

Kochen mit dem Saisonkalender, Sechs - Gebackene Süßkartoffel mit Rote Beete-Feldsalat und Sprossen.


Der Winter ist noch nicht vorbei.
Auch wenn das nun manchmal draußen schon fast so aussieht. Und die Schneeglöckchen sich nicht an die vom Nachbarn streng vorgegebene Vorgarten-Beetordnung halten wollen und trotzig mitten zwischen der Pflastersteinbegrenzung blühen. Ha! Feier ich.

Jedenfalls: immernoch gilt der Winter-Saisonkalender, immernoch experimentieren wir mit Wintergemüse und saisonalem Grünzeug.

Kartoffeln. Wintergemüse und regional. Aber... irgendwie... Immer nur Kartoffel? Im Supermarkt stolpere ich (mit den Augen) über Süßkartoffeln. Habe sie noch nie bewusst gegessen. Onkel Google klärt auf: sind auch gar keine Kartoffeln, im eigentlichen Sinne. Kein Nachtschattengewächs mit giftigem Kraut, sondern der Familie der Windengewächse entstammend. Ahja. Und regional sind sie auch nicht: weil die Süßkartoffel ein warmes Klima zum wachsen benötigt, wird sie in Europa in südlichen Gefilden, vorwiegend Italien und Spanien, angebaut. Import-Knollen legen allerdings üblicherweise den Weg von Israel oder Südamerika zu uns zurück. Eine schrecklich schlechte Ökobilanz.

Abgesehen davon scheint die Nicht-Kartoffel aber ein ziemlich tolles Ding zu sein. Man lese mal hier. Also... landet sie doch im Einkaufswagen.

Dafür ist der Salat dazu eine ziemlich eindeutige, saisonal-regionale Angelegenheit. Im Biomarkt eingekauft werden: Feldsalat, Rote Beete (in Kugeln, möglichst), Zwiebeln, Radicchio (oder, weil es den irgendwie immer dann nicht gibt, wenn man ihn braucht: mal wieder Rotkohl) und Sprossen. Oder Keimlinge.
Letztere züchtet man idealerweise aus Samen (kleine Keinsamentütchen gibt es zu kaufen) und mit Hilfe eines Keimglases auf dem Fensterbrett. Ist gar nicht schwer, geht schnell und ist ein tolles Kinder-Experiment! Alternativ kann man sie aber auch kaufen. Stehen beim Salat. Sojasprossen oder Alfalfa-Keimlinge wären die Standardwahl.


Zur Süßkartoffelzubereitung:

Die Knolle(n) halbieren und die Hälften mit etwas Öl, Salz, Pfeffer und Thymian einreiben. Im Ofen eine halbe Stunde weich backen. Herrlich!

Der Salat:

Feldsalat zupfen. Rote Beete-Kugeln vierteln. Zwiebel hacken. Den Radicchio oder den Rotkohl klein schneiden. Sprossen untermischen. Und eine Vinaigrette (äh, also, die "Soße") zaubern: Mit einem Schuss Balsamico-Essig, etwas Olivenöl und einem Teelöffel Senf. Und Salz und Pfeffer, falls das wer für nötig erachtet.
Ordentlich mischen.
Und möglichst in einem dunklen Gefäß servieren. Farbkontrast. Foodporn!


Donnerstag, 25. Februar 2016

Regen, welke Petersilie und die AfD - Winterurlaub, Notizbuchauszüge.


"Ich artikuliere schnappatmend und mit aufgeregter Kleinkind-Stimme meine Begeisterung für Fachwerkhäuser und alte Ziegelfassaden. Unfassbar schön. Schön! Schön! Holz-verkleidete Villen säumen den Straßenrand jenseits der Autoscheibe. Alt und ursprünglich. Traditionell. An jedem Laternenmast ein AfD-Wahlplakat."

"Die Jugendherberge ist eine Jugendherberge. Fast vertraut diese Doppelstockbetten in Buche natur. Das Kind drückt begeistert die Nase an der Fensterscheibe platt - eine Aussicht! Und in Sichtweite fährt dampfend die Brockenbahn. Warme Glückseligkeit umspült mich, ich umarme das Kind von hinten. Ein Urlaub ist ein Urlaub. Egal wo. Egal wie einfach."



"Frühstücksbuffet. Fast vermessener Luxus. Ich lasse meinen Blick über die Tafel schweifen: Wurst. Wurst. Wurst. Bohnensalat. In Plastik verschweißte Nugatcreme und zwei Schüsseln Cornflakes. Oh, Haferflockenmüsli. Aufgeschnittene Kiwi. Orangenscheiben. Käseplatte, mit Petersilie dekoriert. Ich klemme meine mitgebrachte Mandelmilch unter den Arm und fülle "Multivitamin-Erfrischungsgetränk" in ein Glas. Schmeckt wie Zuckerwasser mit Lebensmittelfarbe. Vermutlich ist es genau das.

Im Speiseraum höre ich das Kind toben. Draußen regnet es. Der Wind peitscht das Wasser in breiten Bächen am Fensterglas hinunter. Es dauert eine Weile, bis wir alles an unserem Platz untergebracht haben, den Weg Buffet-Tisch lege ich ungefähr zehnmal zurück. Dann fehlt immernoch ein Löffel. Und Marek wollte eigentlich lieber die gelbe Marmelade. Als wir endlich essen, beginnt das Personal schon mit dem Abräumen. Zehn vor neun."



"Schneelos in einer Wintersportregion mit Sommer-Wanderwegen. Aber wir zeigen dem Wetter den Mittelfinger. Echte Flugzeuge für das Kind im Luftfahrtmuseum. Mit Winterspeck und Bikini im Spaßbad. Kuscheln, puzzeln, Kinderbücher und noch mehr Puzzle. Und wir gehen wandern. Im Regen. Im strömenden Regen. Ein bisschen. Zwei Stunden lang durch aufgeweichte Pfade und vorbei an abgebauten Bänken. Ein paar mal bleiben wir im Matsch stecken. Das Kind weint: "Wann sind wir da?" "Ich will zurück gehen!" "Ich bin kalt!". Aber wir sind Touristen. Und Touristen machen, was man von ihnen erwartet: Touristische Highlights besuchen. Auch bei Orkanböhen und Eisregen. Dafür ohne lästige Mit-Touristen. Auch gut."


"Wieder Buffet. Wieder Käseplatte. Nur aufgefüllt, gleiche Petersilie. Etwas traurig sieht sie aus, mittlerweile. Ich überlege, ob ich sie essen sollte, entscheide mich dann aber für Tomatensalat mit Zwiebeln. Wieder gibt es Haferflockenmüsli und Mandelmilch von daheim."


"Wir fahren ins Hinterland. An den Eisenbahnschienen entlang, durch den Wald. Sogar Schnee gibt es hier noch. Der Regen trommelt unaufhörlich auf das Autodach, die Scheibenwischer wippen im Takt zu 'Pitsch patsch Pinguin, jetzt läuft er schon im Kraaahaaais' und mein Sohn singt laut auf der Rückbank. Ich zähle die Wahlplakate in den Ortschaften, die wir durchqueren. Über die Hälfte wirbt für die AfD, dicht gefolgt von "Schleuser-Merkel raus"-Parolen der NPD. Der Rest ist CDU. 
Meine Fachwerkhäuer-Anfangseuphorie hat sich gelegt. Ab und an kommentiere ich ein besonders hübsches Exemplar, bin mir aber schon nicht mehr so sicher, ob ich hier tatsächlich gern leben würde.

Viele Fassaden sind trostlos und in die Jahre gekommen. Die langen Spitzengardinen vor allen Fenstern wirken vergilbt. Oder macht das nur der Regen? Wir treffen kaum Menschen, dafür hohe Zäune, Schützenkönig-Plaketten und Klischee-Dackel. Vor dem Dorfzentrum, am Sonntag Nachmittag, treffen sich ein paar Jugendliche und ein paar Bierflaschen. 
'Wir fahren dann nach H.' -  'Ist da heute was los?' - 'Flohmarkt'."


 "Letzter Tag. Wieder diese Käseplatte. Wieder diese Petersilie. Traurig hängen die grünen Blättchen auf den Plastik-Untergrund. Zur Feier des Tages nehme ich mir ein Brötchen. Marek möchte die rote Marmelade, ich kratze mir Nugatcreme aus der Plastikschale.

Später schließt sich mühsam die Kofferraumklappe über unserem Gepäck, die Frau an der Rezeption wünscht eine gute Heimreise. Draußen scheint die Sonne. Zum ersten Mal in diesen Tagen. Kann es kaum glauben.
Das Städtchen zeigt sich ausgeglichen und fröhlich, fast als wollte es einen letzten guten Eindruck auf uns machen. Wir fahren mit der Bimmelbahn zu einer letzten Touristen-Must see-Station. Mein Kind ist absolut glücklich darüber. Auf der Restauranttoilette umarmt es mich stürmisch. 'Hat es dir denn gefallen im Urlaub?' - Nicken. 'Mama, du bist mein Schatz!'."



"Gehobeneres Café und Konditorei. Am Nebentisch ein Kaffeekränzchen älterer Damen, eine jede sitzt hinter einem Teller mit großem Tortenstück. Es wird viel gelacht. Ein Fotoalbum wird herumgereicht, ich schnappe 'Rheinkreuzfahrt' auf und schiele herüber. Herausgeputzt und perlenbehängt, aber durchaus liebenswert. Ihre alten Wangen sanft mit Rouge belegt, schrille Lidschatten. Als gäbe es nichts aufregenderes als ein Kaffeetrinken mit Freundinnen. Gibt es auch nicht. Nicht für sie. Marek puzzelt, ich lausche ein bisschen: 'Ach, und schmucke Kellner waren dort, sage ich dir...'. Wie Mädchen sind sie, denke ich. Alte Mädchen.

Und dann denke ich daran, wie es wäre, jetzt einfach alt zu sein. Alt und glücklich, in einem Fachwerkhaus in einer bürgerlich-konservativen Kleinstadt. Behütet im Tal, hinter Spitzengardinen, weit entfernt vom Tellerrand. Und mein größtes Vergnügen wäre ein Kaffeekränzchen mit meinen Freundinnen. Wir würden uns dafür einmal in der Woche richtig herausputzen, würden Torte essen weil unsere Figur uns nicht mehr schert und wir würden den jungen Kellnern mit grün getuschten Wimpern zuzwinkern. Und den Kindern am Nebentisch klebrige Bonbons schenken, um schadenfroh zu beobachten, wie entnervte Mütter zuckrige Spucke von Kleidungsstücken putzen. Oh ja!"


Dienstag, 16. Februar 2016

Kochen mit dem Saisonkalender, Fünf.

Weihnachten ist schon lange vorbei. Mittlerweile können wir wieder Rotkohl essen - und das sogar gern. Der ist immernoch im Saisonkalender für Februar und übrigens auch noch in "unserem" gut sortierten (und ständig neu sortierten, damit ständig unübersichtlichen) Supermarkt zu finden.

Mangels Alternativen an Wintergemüse, die das Kind ohne zehn "Was ist das?", "Das schmeckt nicht", "Das nicht!" verspeist, von Möhren und Kartoffeln mal abgesehen, gibt es das jetzt ganz schön oft bei uns: Mit Soja-Medaillons und Klößen. Im Salat. Als Rohkost. Zu Kartoffeln und Tofuschnetzeln...

Und weil mir das irgendwie zu konventionell-konservativ-öde ist: In Blätterteig!
Herzhafte Apfel-Rotkohltaschen mit Lauch-Champignon-Curry. Klingt genauso super, wie es ist.

Frau nehme:


Ich weiß. Das sind Frühlings-Lauch-Zwiebeln und nicht der Lauch, den ich eigentlich haben wollte. Den gab es aber irgendwie nicht, als ich den gern kaufen wollte. Man denke sich also den Lauch vom Saisonkalender.


Außerdem noch: Blätterteig (die fertigen Platten aus der TK-Truhe) und wer mag: Rosinen.

Die Taschen:

Einen halben Rotkohlkopf in Scheiben schneiden und in Salzwasser gar kochen. Nur mit Curry würzen. Und Salz. Ein gängiges Rotkraut mit Lorbeerblatt und Nelken passt irgendwie nicht zum Rest. Blätterteig-Platten antauen lassen und zu Quadraten halbieren. Schonmal den Ofen anmachen.

Die Quadrate auf einem Backblech positionieren und in jede Mitte ein Rotkrauthäufchen häufen. Wer Rosinen ebenso liebt wie das Kind (und die Mama), ist eingeladen, seine Leidenschaft auszuleben. Eine Kinderhand voll auf jedes Häufchen.
Gegenüberliegende Ecken aufeinanderdrücken und die Ränder schließen.
Rein in den Ofen. Ungefähre Backzeit: Curry-Zubereitungs-Länge.



Das Curry:

Den Lauch in Ringe schneiden. Die Champignongs in Scheiben. Und den Apfel in Stückchen.
Gemeinsam mit wenig Öl anbraten und mit ordentlich Curry, Salz, Pfeffer und ein bisschen Knoblauch abschmecken.



Die Taschen schmecken übrigens auch noch am nächsten Tag.
Kalt. Am PC. Vor dem Praktikumsbericht.
Somit studententauglich.


Sonntag, 14. Februar 2016

Kochen mit dem Saisonkalender, Vier - Rote Beete-Pfannkuchen mit Pilzfüllung.

Haben ein neues Lieblingsessen. Eine Leib- und Götterspeise - es ist einfach großartig! Großartig lecker und großartig dekorativ. Das Kind ist ganz verliebt in soviel Kontrast auf dem Teller.
Das Rezept ist übrigens auch noch von mir, höchstselbst erdacht. Also unbedingt probieren, so lange es die Champignons im Bioladen noch lose und regional gibt! Los!


Für den Teig wird benötigt:
  • 250 g Vollkornmehl
  • 1 Glas Rote Beete (Scheiben oder Kugeln, das ist egal) - davon der abgetropfte Saft, der ungefähr 250 ml ergeben sollte. Wenn nicht: einfach mit Pflanzenmilch auffüllen.
  • Rote Beete-Scheiben oder -Kugeln, nach Gefühl, gewürfelt
  • 250 ml Mineralwasser
  • 2 EL Sojamehl (wegen dem Ei)
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 TL Salz
Zusammenrühren. Sollte dickflüssig sein. Mit wenig Fett in einer Pfanne zu (Achtung, sächsisches Wort) Plinsen backen.

Für die Füllung:
  • 400 g Natur-Sojajoghurt. Es eignet sich da vor allem Sojade, weil die im Gegensatz zum Natur-Alpro-Joghurt ungesüßt und neutral schmeckt.
  • eine halbe Zwiebel und ca. 5-7 mittelgroße Champignons - beides gewürfelt und angebraten
  • Gewürze: Salz, Pfeffer, diverse Kräuter und unter Umständen, wer das mag: Kümmel, gemahlen
Auch hier: Alles zusammenrühren und abschmecken.

Die fertigen Pfannkuchen mit einem ordentlichen Klecks Füllung versehen, zusammenrollen und schmecken lassen.
Geht schnell, ist günstig, macht satt und bringt pinkfröhliche Gute Laune in bewölkte Februar-Mittage.


Donnerstag, 11. Februar 2016

Wellness für Oma!



Eigentlich wollten wir Seife machen. Schwierig, findet das Internet. Ich auch. Also liege ich spät Abends auf dem grünen Hochfloorteppich und google ein bisschen vor mich hin:
DIY mit Kindern.
DIY mit Kleinkindern.
Geschenke basteln mit Kindern.
Selbstgemachte Geschenke, Winter.
Wintergeschenke mit Kindern basteln.
Basteln im Winter mit Kindern.
Winterbasteln in der Krippe.
Geschenke basteln in der Krippe.

Kurz nach null Uhr halte ich ernüchtert inne. Das Tablet ist heiß gelaufen, in meinem Kopf verfitzen sich tausend Anregungen. Seife. Die Oma mag Seife. Aber Seife... mit einem Zweieinhalb-Jährigen Zappelmann?

Badebomben.
Die Eingebung flitzt durch die Synapsen, als ich zähneputzend und abwesend im Bad herumschaue. Ha! Abtrocknen, Tablet neu starten.

Hier kommt unsere ganz persönliche, absolut kindertaugliche Anleitung für "ganz lustig schnuppernde" (O-Ton Kind) Badebomben.

You will need:

Irgendwie missverständliches Foto. Nochmal: 200 gr Natron - 50 gr Stärke - 100 gr Citronensäure-Pulver - 75 gr Kakaobutter und ätherische Öle, Tees, Lebensmittelfarbe oder sonstige tolle Zutaten.

Die Herstellung ist super einfach und geht Zappelpo-schnell. Werkzeuge: Küchenwaage, große Schüssel und (Kinder)hände zum kneten und Kullern rollen.

Zuerst alle pulvrigen Zutaten abwiegen und in die Schüssel geben. Dann die Kakaobutter - zur Hautpflege. Die wird am besten in einem kleinen Topf auf dem Ofen geschmolzen. Das Kind rührt, bis sich alle Pellets aufgelöst haben. Spannend.



Weil Vielfalt irgendwie schön ist, haben wir die Natron-Stärke-Citronensäure-Kakaobutter-Masse in zwei mehr oder weniger gleiche Teile geteilt. Jeder Teil bekommt ein paar Tropfen ätherisches Öl ab. Rechts Eukalyptus (damit Oma ein Erkältungsbad nehmen kann), links Orange (weil das mit Früchtetee so gut harmoniert und unschlagbar gut riecht!). Wichtig ist: nur naturreine, "echte" ätherische Öle benutzen. Kaufen kann man auch Aroma- oder Parfumöle. Die nicht. Die sind ungeeignet.

Weil das Auge auch mit in der Badewanne sitzt, färben wir die Eukalyptus-Masse mit Lebensmittelfarbe grün. Die Orangen-Bomben werden rosa.



Jetzt noch ein paar dekorative Zutaten dran... Hab mich im Teeregal bedient. Konsequenterweise Erkältungstee im Erkältungsbad. Und Früchtetee in der anderen Schüssel. Für die Optik.



Die Masse lässt sich mit ein bisschen Krümelei gut kneten und zu Bällen rollen. Die fertigen Badebomben auf einen Teller setzen und an einem kühlen Ort (nicht der Kühlschrank - aber das Treppenhaus oder das Fensterbrett) trocknen lassen. Geht schnell. Keine drei Stunden.

Wars schon. Oma wird staunen!




Dienstag, 9. Februar 2016

Küchenfasching.

Der Wecker klingelt. Viel zu zeitig für einen freien Tag. Wie elektrisiert springt das Kind neben mir auf die Matratze: "Mama! Maaamaa! Ich bin eine Katze! Ein Findus bin ich heute!"

Achja, richtig. Der Kindergarten hat zum kollektiven Kostümzwang aufgerufen und wir spielen mit. Natürlich. Es ist das erste Mal für das Kind. Und für Mama.
Müde zupfe ich die Löwen-Motiv-Hose zurecht und glätte den Raubkatzen-Poncho. Vor dem gekippten Fenster ziehen kostümierte Kinder mit aufgeregten Müttern gen Kindergarten.

Marek zappelt: "Mama?"
- "Hier."
"Mama, wir feiern heute mit den Kindern!"
- "Was feiert ihr denn?"
"Eine... eine Party!"
- "So? Und warum?"
"Weil ich eine Katze bin. Miau."

Ich hole die extra dafür angeschafften Schminkstifte aus dem Badschrank."ALLEINE!", brüllt der Kater. Nix da. Verbissen versuche ich mich an einer Katzennase inklusive Gesichtsbehaarung:
"Du musst mich anschauen!.... Nein, nicht den Kopf drehen!... Schau mal auf Mamas Nase. .... Jetzt dreh mal den Kopf ein Stück. Nein, in die andere Richtung!..."

Marek betrachtet das verwackelte Ergebnis begeistert im Flurspiegel. Nicht ohne seine schwarze Nase gegen das Glas zu drücken. "Oh! Mama, schau mal...."

Kostüm und wetterfeste Bekleidung zu kombinieren gestaltet sich schwierig: "Aua Mama! Kuck mal... nicht den Schwanz reinstecken!" "Nein! Ich brauch keine Mütze. Ich bin eine Katze!".
Wir sind die letzten im Kindergarten. Mindestens fünf Prinzessinnen, drei Piraten und zwei Indianer stürmen uns entgegen. Musik läuft, bunte Girlanden und in der Küche ein Berg... Pfannkuchen (hochdeutsch: Berliner oder Krapfen).

Pfannkuchen! Als ich die Kindergartentür hinter mir schließe, ist mein erster Impuls, den Weg zum Bäcker einzuschlagen. Fasching ohne Pfannkuchen? Das geht nicht. Aber unvegane Pfannkuchen... irgendwie auch nicht...


Spontan gebacken.
Geht ganz schnell! (Hefeteigwartezeit allerdings abgezogen)

Zutaten:

  • 50 g Margarine
  • 100 ml Pflanzenmilch
  • 250 g Mehl
  • 50 g Zucker
  • 1,5 Pck. Trockenhefe
Außerdem: viel Pflanzenöl zum frittieren, rote Marmelade und Zucker für außen


Schritt 1:

Margarine schmelzen lassen. Mehl, Zucker und Hefe in eine Schüssel schütten und Milch und flüssige Margarine dazu schütten. Alles miteinander verkneten, mit einem Tuch bedecken und auf die Heizung stellen.
Wartezeit: Eine gute Stunde.

Schritt 2:

Aus dem gegangen Hefeteig Kugeln formen. Je nach dem, wer später mitisst, variiert die Größe von Kinderhandgröße (werden ca. 8-10 kleine) bis 7 cm Durchmesser (dann werden es nur wenige).
Kugeln flachdrücken und abgedeckt auf einem Blech an einem warmen Ort nochmal gehen lassen. Günstig ist der Backofen bei ca. 30 Grad.

Schritt 3:

Die flachen Teigbällchen sollten idealerweise ein gutes Stück gewachsen sein.
Jetzt das Öl in einen hohen Topf gießen. Das Rezept sagt: ein halber Liter. Blödsinn! Ungefähr soviel, dass die Pfannkuchen bis zur Hälfte darin eintauchen können.
Erwärmen. Also - das Öl.
Und den Zucker auf einen flachen Teller schütten. Die Marmelade in eine dünne Spritztülle füllen. Unter Umständen mit etwas Wasser dünner machen. Dann gehts leichter.

Sobald das Öl heiß ist, werden die Pfannkuchen nach und nach mit Hilfe einer Schaumkelle mit der Oberseite zuerst in das heiße Fett gelegt. Das frittieren geht furchtbar schnell - aufpassen! Nach wenigen Sekunden drehen und die andere Seite ausbacken. Oberseite noch heiß im Zucker wälzen und dann zurück auf das Blech legen.

Ganz zum Schluss noch die Marmelade einspritzen. Macht irgendwie Spaß.
Auskühlen. Reinbeißen.




Zurück im Leben - Prüfungsbilanz und vielviel Schokolade!

Dieses Gefühl.
Dieses Gefühl, eine Seifenblasenmaschine zu sein.
Hundert filigrane Kugeln, die durch die Luftröhre nach oben blubbern, durch den Mund nach draußen getorkelt: bunt, schillernd, frei. Und alles so leicht, so leicht und beschwingt und drei Zentimeter über dem Boden.

Dieses Gefühl,
Dieses Gefühl, springen zu müssen. Im Zickzack über den Universitätsflur, die Stufen nach draußen und hinter mir die schwere Tür. Zu.

Vorlesungsfreie Zeit.
Operation Klausuren completed, In drei von vier Missionen sogar erfolgreich, meint das Bauchgefühl. Und gelassen gescheitert.
Die freien Tage liegen vor mir wie eine unangebrochene Schokolade. Keine Verpflichtungen, nur Spaßprogramm. Wie wunderbar.

Schokolade. Achja. Schokolade - treuer Begleiter durch die letzten Wochen, durch Bibliotheks-Marathon und als After-blöde-Klausur-Seelentröster. Und weil ich damit nicht allein bin, habe ich mir langelange vor der kritischen Zeit ein wunderbares Geschenk für einen wunderbaren Menschen ausgedacht. Und es nicht geschafft, rechtzeitig zu posten. Egal - vor der Klausur ist nach der Klausur. Darum jetzt, verspätet, dafür mit viel Liebe:



 Frau braucht:

  • Schokoladenreste und ungeliebte Geschenke wie 30cm-Höhlkörper-Weihnachtsmänner (es macht nichts, wenn es verschiedene Schokoladen-Sorten sind!)
  • Deko. Dazu eignen sich (siehe Foto): Mandelsplitter, bunte Streusel, Kokoswürfel, Instant-Kaffee-Krümel, Zimt, Oblatenblumen, Tee....

So geht's:

Die Schokolade im Wasserbad schmelzen. Langsam. Und kein Wasser in die Schokolade, sonst leidet die Qualität... Erfahrungswerte.
Währenddessen schonmal ein Backblech präparieren: Mit Backpapier auslegen und mit Alufolie eine "Sperre" bauen, damit sich die flüssige Schokolade beim draufgießen nicht über das ganze Blech verteilt und zu dünn verläuft. Deko bereit stellen.
Dann die Schokolade in die Form gießen und dekorieren, während sie noch weich ist. Es empfiehlt sich, sich die Parzellen für die verschiedenen Zutaten mit einem Löffelstil in die Schokolade zu furchen. An diesen Stellen lässt sie sich später auch leichter brechen.


Über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen. Die weitere Verfahrensweise erklärt sich von selbst: Backpapier ab, Stücke brechen und verschenken. Oder selber essen. Wie auch immer.