Montag, 21. November 2016

Herbst, verlass mich nicht! - Riotkuchen mit Kürbis.


Wir drehen eine Runde durch Hinterkaffhausen. Das heißt: Ich drehe. Das Kind lässt sich auf dem Bobbycar hinter mir herziehen wie Dresden-Touristen auf diesen unsäglichen Altstadt-Pferdekutschen-Touren. Ähnlich zufriedener Gesichtsausdruck.
Auf Höhe Ortsausgang plötzlich... die erste Weihnachtsdekoration im Fenster. Nee, echt jetzt? Ich überschlage eilig die Tage im Kopf. Noch 9 Tage bis zum ersten Dezember. Eine ganze Woche bis zum ersten Advent. Draußen Sonnenschein und neun Grad plus, ein milder Wind weht bunte Blätter auf den Gehweg.
Auf Instagram backen alle schon Plätzchen. Und wir? Kürbiskuchen.

Donnerstag, 17. November 2016

Lied des Tages.

Und ich kann den Wahnsinn verstehen,
sieht sich an uns satt,
wie er selbst sich fast blamiert.
...
Und ich habe kein Problem,
zitternd und bewegt,
nur man selbst macht sich verrückt.

Das Leben ist schön,
die Zukunft fängt an,
die Sonne scheint,
und ich weiß, warum sie lacht,
weil sie weiß, dass ich es genauso kann.



Samstag, 12. November 2016

Schenken macht Freude.

Eigentlich wollte ich über etwas anderes bloggen. Was mit basteln. Vom Frühling, angestaubte Fotos auf der Festplatte. Öffne die Blogger-Dashboard-Oberfläche und sehe meine Statistik explodieren. 900 Aufrufe an einem Tag. Oh la la. Entscheide darum ganz spontan, meine kurzzeitig hohe Reichweite für Werbung zu nutzen. Da müsst ihr jetzt durch. Sorrynotsorry.


Kennt ihr schon "Weihnachten im Schuhkarton"? Das ist eine Aktion des christlichen Werks "Geschenke der Hoffnung", eine Organisation für benachteiligte Kinder, Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe.
Nach eigener Angabe verteilen die Mitarbeiter schon seit 1993 Weihnachtsgeschenke-Päckchen an benachteiligte Kinder zwischen zwei und 14. Diese Päckchen, genauer: mit Geschenkpapier beklebte Schuhkartons, werden von vielen vielen Menschen im deutschsprachigen Raum jedes Jahr im November gepackt und zu zentralen Abgabestellen in der Nähe gebracht. Von dort finden sie ihren Weg in Länder, die wir spontan als "arm" bezeichnen würden: Bulgarien, Rumänien, Slowakei, Weißrussland, aber auch Namibia, Kambodscha, ...

Montag, 7. November 2016

Heyho let's fortschritt... (Nicht)Schmardfon-Story, Teil Zwei.


...hallo Kapitulation.

Mein shift ist da. Mein Smartphone.

Und das kam so:

"Wenn mir das Handy hier mal kaputt geht, dann kauf ich genau das gleiche wieder! Oder... halt ein Fairphone. Das ist mir schon wichtig. So ein modulares Handy, bei dem man jedes Teil noch ersetzen kann, statt das Handy wegzuwerfen" - O-Ton ich. Immer. In Gruppen von Freunden und Bekannten, in Gesprächen mit fremden Menschen (Im Club: "Haste WhatsApp?" - "Ich hab kein Smartphone!", ihr erinnert euch?)

Mission "gleiches Handy wieder" scheitert an hohen Preisen und schlicht der Nicht-Verfügbarkeit. Mission Fairphone  ist ein finanziell aussichtsloses Unterfangen. 500 € für ein Smartphone, dessen Akku auch nur einen Tag hält, der Display die Distanz Klo bis Fliesen nur unter Risiko übersteht...? Mehr als eine Monatskaltmiete. Nö.

Bye, bye Love... (Nicht)Schmardfon-Story, Teil Eins.

Ich verlasse das letzte Seminar des Tages kurz nach 18 Uhr. Nur nochmal pullern. Ich stehe gerade am Waschbecken, als in meiner Manteltasche mein Handy vibriert. Und vibriert. Hört gar nicht mehr wieder auf. Trockne die Hände am Kleid, will den Anruf entgegen nehmen. Aber es ist kein Anruf. Das Display blinkt weiß. Schwarzweißschwarzweißschwarzweiß. Dazu vibriert das Telefon. Durchgängig, in der öffentlichen Toilette im Seminargebäude. Wie Sexspielzeug.
Ich bin erstaunlich ruhig dabei. Kein spontaner Anfall von Mobiltelefonverlustängsten. Ohne über das Warum nachzudenken, stecke ich es dorthin, wo ich es herausgeholt habe. Bin einfach zu müde. Interessiert mich nicht.
Als ich das Auto erreiche, vibriert meine Manteltasche immer noch. Und immer noch, als ich eine halbe Stunde später das Kind bei seinem Papa einsammele. Und immer noch, als ich daheim die Wohnungstür aufschließe. Und immer noch, als ich das Kind schon lange ins Bett gebracht habe. Räume gerade die Spühlmaschine aus - da ist es plötzlich still. Auch das Blinken hat aufgehört. Display schwarz. Mein 4 Jahre altes, treues Nicht-Smartphone reagiert nicht mehr. Auch am Ladegerät lässt es sich nicht zum Einschalten überreden.
Da ist er - der Kloß im Hals. Ich tippe schon Entschuldigungen und Handy-Gesuche in das soziale Netzwerk und streichle dabei sanft über das tote Display. Sollte es das gewesen sein? Ist das hier der langsame, qualvolle Tod des letzten Tastenhandys? Das Ende unserer 4-jährigen Ehe, in guten wie in schlechten Zeiten geteiltes Bett und täglich geteilte Konversationen?