Dienstag, 9. Februar 2016

Küchenfasching.

Der Wecker klingelt. Viel zu zeitig für einen freien Tag. Wie elektrisiert springt das Kind neben mir auf die Matratze: "Mama! Maaamaa! Ich bin eine Katze! Ein Findus bin ich heute!"

Achja, richtig. Der Kindergarten hat zum kollektiven Kostümzwang aufgerufen und wir spielen mit. Natürlich. Es ist das erste Mal für das Kind. Und für Mama.
Müde zupfe ich die Löwen-Motiv-Hose zurecht und glätte den Raubkatzen-Poncho. Vor dem gekippten Fenster ziehen kostümierte Kinder mit aufgeregten Müttern gen Kindergarten.

Marek zappelt: "Mama?"
- "Hier."
"Mama, wir feiern heute mit den Kindern!"
- "Was feiert ihr denn?"
"Eine... eine Party!"
- "So? Und warum?"
"Weil ich eine Katze bin. Miau."

Ich hole die extra dafür angeschafften Schminkstifte aus dem Badschrank."ALLEINE!", brüllt der Kater. Nix da. Verbissen versuche ich mich an einer Katzennase inklusive Gesichtsbehaarung:
"Du musst mich anschauen!.... Nein, nicht den Kopf drehen!... Schau mal auf Mamas Nase. .... Jetzt dreh mal den Kopf ein Stück. Nein, in die andere Richtung!..."

Marek betrachtet das verwackelte Ergebnis begeistert im Flurspiegel. Nicht ohne seine schwarze Nase gegen das Glas zu drücken. "Oh! Mama, schau mal...."

Kostüm und wetterfeste Bekleidung zu kombinieren gestaltet sich schwierig: "Aua Mama! Kuck mal... nicht den Schwanz reinstecken!" "Nein! Ich brauch keine Mütze. Ich bin eine Katze!".
Wir sind die letzten im Kindergarten. Mindestens fünf Prinzessinnen, drei Piraten und zwei Indianer stürmen uns entgegen. Musik läuft, bunte Girlanden und in der Küche ein Berg... Pfannkuchen (hochdeutsch: Berliner oder Krapfen).

Pfannkuchen! Als ich die Kindergartentür hinter mir schließe, ist mein erster Impuls, den Weg zum Bäcker einzuschlagen. Fasching ohne Pfannkuchen? Das geht nicht. Aber unvegane Pfannkuchen... irgendwie auch nicht...


Spontan gebacken.
Geht ganz schnell! (Hefeteigwartezeit allerdings abgezogen)

Zutaten:

  • 50 g Margarine
  • 100 ml Pflanzenmilch
  • 250 g Mehl
  • 50 g Zucker
  • 1,5 Pck. Trockenhefe
Außerdem: viel Pflanzenöl zum frittieren, rote Marmelade und Zucker für außen


Schritt 1:

Margarine schmelzen lassen. Mehl, Zucker und Hefe in eine Schüssel schütten und Milch und flüssige Margarine dazu schütten. Alles miteinander verkneten, mit einem Tuch bedecken und auf die Heizung stellen.
Wartezeit: Eine gute Stunde.

Schritt 2:

Aus dem gegangen Hefeteig Kugeln formen. Je nach dem, wer später mitisst, variiert die Größe von Kinderhandgröße (werden ca. 8-10 kleine) bis 7 cm Durchmesser (dann werden es nur wenige).
Kugeln flachdrücken und abgedeckt auf einem Blech an einem warmen Ort nochmal gehen lassen. Günstig ist der Backofen bei ca. 30 Grad.

Schritt 3:

Die flachen Teigbällchen sollten idealerweise ein gutes Stück gewachsen sein.
Jetzt das Öl in einen hohen Topf gießen. Das Rezept sagt: ein halber Liter. Blödsinn! Ungefähr soviel, dass die Pfannkuchen bis zur Hälfte darin eintauchen können.
Erwärmen. Also - das Öl.
Und den Zucker auf einen flachen Teller schütten. Die Marmelade in eine dünne Spritztülle füllen. Unter Umständen mit etwas Wasser dünner machen. Dann gehts leichter.

Sobald das Öl heiß ist, werden die Pfannkuchen nach und nach mit Hilfe einer Schaumkelle mit der Oberseite zuerst in das heiße Fett gelegt. Das frittieren geht furchtbar schnell - aufpassen! Nach wenigen Sekunden drehen und die andere Seite ausbacken. Oberseite noch heiß im Zucker wälzen und dann zurück auf das Blech legen.

Ganz zum Schluss noch die Marmelade einspritzen. Macht irgendwie Spaß.
Auskühlen. Reinbeißen.




Zurück im Leben - Prüfungsbilanz und vielviel Schokolade!

Dieses Gefühl.
Dieses Gefühl, eine Seifenblasenmaschine zu sein.
Hundert filigrane Kugeln, die durch die Luftröhre nach oben blubbern, durch den Mund nach draußen getorkelt: bunt, schillernd, frei. Und alles so leicht, so leicht und beschwingt und drei Zentimeter über dem Boden.

Dieses Gefühl,
Dieses Gefühl, springen zu müssen. Im Zickzack über den Universitätsflur, die Stufen nach draußen und hinter mir die schwere Tür. Zu.

Vorlesungsfreie Zeit.
Operation Klausuren completed, In drei von vier Missionen sogar erfolgreich, meint das Bauchgefühl. Und gelassen gescheitert.
Die freien Tage liegen vor mir wie eine unangebrochene Schokolade. Keine Verpflichtungen, nur Spaßprogramm. Wie wunderbar.

Schokolade. Achja. Schokolade - treuer Begleiter durch die letzten Wochen, durch Bibliotheks-Marathon und als After-blöde-Klausur-Seelentröster. Und weil ich damit nicht allein bin, habe ich mir langelange vor der kritischen Zeit ein wunderbares Geschenk für einen wunderbaren Menschen ausgedacht. Und es nicht geschafft, rechtzeitig zu posten. Egal - vor der Klausur ist nach der Klausur. Darum jetzt, verspätet, dafür mit viel Liebe:



 Frau braucht:

  • Schokoladenreste und ungeliebte Geschenke wie 30cm-Höhlkörper-Weihnachtsmänner (es macht nichts, wenn es verschiedene Schokoladen-Sorten sind!)
  • Deko. Dazu eignen sich (siehe Foto): Mandelsplitter, bunte Streusel, Kokoswürfel, Instant-Kaffee-Krümel, Zimt, Oblatenblumen, Tee....

So geht's:

Die Schokolade im Wasserbad schmelzen. Langsam. Und kein Wasser in die Schokolade, sonst leidet die Qualität... Erfahrungswerte.
Währenddessen schonmal ein Backblech präparieren: Mit Backpapier auslegen und mit Alufolie eine "Sperre" bauen, damit sich die flüssige Schokolade beim draufgießen nicht über das ganze Blech verteilt und zu dünn verläuft. Deko bereit stellen.
Dann die Schokolade in die Form gießen und dekorieren, während sie noch weich ist. Es empfiehlt sich, sich die Parzellen für die verschiedenen Zutaten mit einem Löffelstil in die Schokolade zu furchen. An diesen Stellen lässt sie sich später auch leichter brechen.


Über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen. Die weitere Verfahrensweise erklärt sich von selbst: Backpapier ab, Stücke brechen und verschenken. Oder selber essen. Wie auch immer.