Freitag, 26. Februar 2016

Kochen mit dem Saisonkalender, Sechs - Gebackene Süßkartoffel mit Rote Beete-Feldsalat und Sprossen.


Der Winter ist noch nicht vorbei.
Auch wenn das nun manchmal draußen schon fast so aussieht. Und die Schneeglöckchen sich nicht an die vom Nachbarn streng vorgegebene Vorgarten-Beetordnung halten wollen und trotzig mitten zwischen der Pflastersteinbegrenzung blühen. Ha! Feier ich.

Jedenfalls: immernoch gilt der Winter-Saisonkalender, immernoch experimentieren wir mit Wintergemüse und saisonalem Grünzeug.

Kartoffeln. Wintergemüse und regional. Aber... irgendwie... Immer nur Kartoffel? Im Supermarkt stolpere ich (mit den Augen) über Süßkartoffeln. Habe sie noch nie bewusst gegessen. Onkel Google klärt auf: sind auch gar keine Kartoffeln, im eigentlichen Sinne. Kein Nachtschattengewächs mit giftigem Kraut, sondern der Familie der Windengewächse entstammend. Ahja. Und regional sind sie auch nicht: weil die Süßkartoffel ein warmes Klima zum wachsen benötigt, wird sie in Europa in südlichen Gefilden, vorwiegend Italien und Spanien, angebaut. Import-Knollen legen allerdings üblicherweise den Weg von Israel oder Südamerika zu uns zurück. Eine schrecklich schlechte Ökobilanz.

Abgesehen davon scheint die Nicht-Kartoffel aber ein ziemlich tolles Ding zu sein. Man lese mal hier. Also... landet sie doch im Einkaufswagen.

Dafür ist der Salat dazu eine ziemlich eindeutige, saisonal-regionale Angelegenheit. Im Biomarkt eingekauft werden: Feldsalat, Rote Beete (in Kugeln, möglichst), Zwiebeln, Radicchio (oder, weil es den irgendwie immer dann nicht gibt, wenn man ihn braucht: mal wieder Rotkohl) und Sprossen. Oder Keimlinge.
Letztere züchtet man idealerweise aus Samen (kleine Keinsamentütchen gibt es zu kaufen) und mit Hilfe eines Keimglases auf dem Fensterbrett. Ist gar nicht schwer, geht schnell und ist ein tolles Kinder-Experiment! Alternativ kann man sie aber auch kaufen. Stehen beim Salat. Sojasprossen oder Alfalfa-Keimlinge wären die Standardwahl.


Zur Süßkartoffelzubereitung:

Die Knolle(n) halbieren und die Hälften mit etwas Öl, Salz, Pfeffer und Thymian einreiben. Im Ofen eine halbe Stunde weich backen. Herrlich!

Der Salat:

Feldsalat zupfen. Rote Beete-Kugeln vierteln. Zwiebel hacken. Den Radicchio oder den Rotkohl klein schneiden. Sprossen untermischen. Und eine Vinaigrette (äh, also, die "Soße") zaubern: Mit einem Schuss Balsamico-Essig, etwas Olivenöl und einem Teelöffel Senf. Und Salz und Pfeffer, falls das wer für nötig erachtet.
Ordentlich mischen.
Und möglichst in einem dunklen Gefäß servieren. Farbkontrast. Foodporn!