Samstag, 23. April 2016

Mareks DIY-Kinderküche und Plans, die Zweite.

Ich hatte damit gar nicht gerechnet - aber tatsächlich ein paar Mails und liebe Facebook-Nachrichten-Feedbacks zum Post über die zukünftige Blogplanung bekommen. Herzlichen Dank an dieser Stelle!

Weil ich gerade so gar keine Motivation habe, die Fotos vom letzten Essen zu bearbeiten (von wegen "no filter", jaja...) oder mich durch die hundert Schnappschüsse der letzten Mama-Kind-Regenwetter-Bastelaktion zu wühlen ooooooder endlich mal einen inhaltlich relevanten, recherchierten Beitrag über Gender, Nicht-Gender oder alleinerziehend studieren zu schreiben, werte ich hier mal den Orga-Kram ein bisschen aus. Auch wichtig. Will keiner lesen. Aber wichtig.

Und weil das sonst vielleicht irgendwie öde werden könnte, zeige ich nebenbei mal die tolle Küche vom Kind. Geklaut vom Kindergarten-Sperrmüll. Echt. Als der nämlich seine neuen schicken Räumlichkeiten beziehen durfte, wurde radikal aussortiert und entsorgt. Raritäten durch austauschbares, immer gleiches IKEA-Mobiliar ersetzt. Erschrocken beobachtete ich damals vom Wohnzimmerfenster aus, wie der Hausmeister die Echtholz-Kinderspielküche an den Straßenrand stellte. Schnappatmung. Empörtes Herzrasen. Und dann schnell in Gartenclogs über die Straße geflitzt.


In dieser Küche habe ich höchstselbst Papierschnipsel-Suppe gekocht. Ich, eines der ersten Hinterkaffhausen-Kindergartenkinder. Und die Küche von Hand gebaut von einem lieben Opa, ebenfalls ein Hinterkaffhausen-Einwohner. Aus Vollholz, aus Pressspan-Platten, aus Getränkedeckeln, mit viel Liebe und viel Kreativität. 17 Jahre lang haben Dorfkinder-Jahrgänge Puppengeschirr abgewaschen. Spuren hat die Küche davon kaum davongetragen. Sperrmüll? Bitte was? Seit dem zweiten Geburtstag des Kindes steht sie nun in unseren vier Wänden und wertet die Küchenecke ungemein auf. Wir sind stolz. Wie Bolle!


Jedenfalls.
Die Sache mit den Plänen ist eine Sache für sich. Effektivität funktioniert nur mit Schlupflöchern. Funktionieren und Planerfüllung geht nur mit anschließendem Ach-naja-die-Kinderpullis-muss-frau-nicht-unbedingt-bügeln-und-jetzt-lieber-mit-dem-Tablet-auf-dem-Teppich-liegen. Blog-Plan? Pah, Bauchgefühl. Den verbleibenden Rest Spontanität mühsam zusammenkratzen und im Marmeladenglas auf den Schreibtisch stellen. Jeden Tag eine Löffelspitze.
Poste ich heute etwas? Oder löffel ich lieber Sojajoghurt und lese den hundertsten Online-Artikel zum sächsischen Rechts-Problem? Vielleicht mal wieder ein Tageslied.


Einmal wöchentlich bloggen wäre nicht schlecht, habe ich gelernt. Mehr erzeugt nur Druck. Beim studentischen Leser und bei mir sowieso. Wie recht ihr habt!

Wann ich welche Kategorie bediene, scheint völlig tofu zu sein.
Aber mehr aus Hinterkaffhausen wollt ihr lesen.
Mehr Meinung.
Mehr Alltag.
Mehr Storys.

Tja. Warum nicht?


Ich nähe zu wenig (was daran liegt, dass beide Nähmaschinen momentan in Reparatur sind), stimmt. Richtig - ich bin einen Fastenkalender-Bericht schuldig geblieben.
Warum haben wir ein Sofa für Couchsurfer und kein Verständnis für Nachbarn mit Pegida-Fahne?
Was fehlt im Leben einer alleinerziehenden Studentin und auf was kann sie gut und gerne verzichten? Bio, vegan, fair, auf dem Dorf - und ein Existenzminimum-Einkommen. Wo ist da der Haken? Was isst das Kind? Was lesen wir? Und was halte ich von... (bitte irgendein relevantes, kontroverses Thema einsetzen, mein Favorit: gender(lose) Erziehung)?


Diese Fragen haben mich überrascht. Und gleichzeitig meinem Ego enormen Aufwind geliefert. Da interessiert sich wer für meine Person. Krass. Großartig. Nase on top!

Das reicht. Eigentlich wollte ich nur Danke sagen. Und vielleicht auch mit der Kinderküche angeben. Ein bisschen.