Freitag, 16. September 2016

Fabulous australisches Bananabread und warum Couchsurfing Essen rettet.

Ende Juli steht dieser australische Couchsurfer auf einmal Nachmittags am Gartenzaun und ich versuche angestrengt, die Schnappatmung unter Kontrolle zu halten. Uff. Manche Menschen schauen einen an und plötzlich weiß frau nicht mehr, wo oben, wo unten, wo das Kind und wo sie gerade den Laubbesen hingestellt hat. Ähm.

Seine Anwesenheit bereichert unser Leben fast zwei Wochen lang in allen Punkten. Bis dahin hatte ich keinerlei WG-Erfahrungen, war Freundin eines krümelfreien Küchenbodens, habe mit dem Kind um Zähneputzen gestritten und zweimal am Tag kochen hielt ich für dekadentes Spießergehabe. 
Dann kam Liam. 
Und hat zweimal am Tag gekocht. Vegan und saisonal. Hat meine Gitarre entstaubt und neu gestimmt, im Garten im Gras gesessen und Bob Dylan gesungen. Hat dem Kind die Zähne geputzt. Und das Leben war schön. Seicht plätschernd und mit Singer-Songwriter-Soundtrack. Sonnig, in G-Dur, mit Schönwetterwolken und Jonglage-Grundkurs im Vorgarten. Selbst so banale Dinge wie Wäsche aufhängen waren auf einmal irgendwie ein kleines bisschen super. Weil da jemand neben dem Wäscheständer stand, Dreadansätze nachhäkelte und von Ziegen in Thailand schwärmte. Ganz ohne irritierten Seitenblick auf meine Omaschlüpfer. Von Krümeln auf dem Küchenfußboden habe ich nichts gemerkt. Bin zwei Zentimeter drüber geschwebt. 

Und Rezepte haben wir getauscht. Croissants gegen Pies gegen Bananabread. Bananabread! Der wohl mit Abstand geilste vegane Scheiß, den es gibt!
"Sometimes me and some mates doing dumpsterdiving...", fängt er an, als er neben meiner leeren Obstschale steht und ich möchte ihn dafür schon wieder um den Hals fallen. Essen retten. Containern. Oder so wie ich nun ständig zwei Kilo reduzierte Bananen aus dem Bioladen tragen. Mit fett verstrahltem Grinsen. Darum.

Instagram-Fund. Urheberrechtliche Grauzone. Ich weise darauf hin: Ist nicht von mir. Aber lustig.

Hier kommt Liams original-australisches Geheimrezept. Ganz im Original und handschriftlich. Besser als alles in der Welt (even better than my American Hostmoms Chocolate-Bananabread! Sorry Parrish...) und am besten mit geretteten, glücklichbraunen Bananen. Schneller als ein Apfelstreuselkuchen und überhaupt einfach das allergroßartigste. 



Achja: Damit ihr nicht wie ich noch alle schnell den Google-Übersetzter nerven müsst: Nutmeg ist gemahlene Muskatnuss. Just saying.

Das "Bread" ist übrigens höchst ambivalent. Liam "find they work best in a muffin tray". In der Kastenform kann man es aber besser zum Frühstück essen. Hat ja dann doch Ähnlichkeiten mit Brot. Und in die Bibliothek trägt frau in der Kinderbrotdose säuberlich gestapelte Stückchen vom Blech.
Bananabread geht halt immer. Und überall. In Gedanken an Liam, der schon wieder Reunion-Fotos von zu Hause in far away Down Under-Australia auf Facebook postet. Haaaaaach...