Freitag, 23. September 2016

Kochen mit dem Saisonkalender, sechzehn - Ein Herbstkuchen in herzhaft.

Auf der Festplatte habe ich einen Stapel Foodfotos. Einen größeren sogar. Aus dem Sommer. Mit Heidelbeer-Pancakes und Backgemüse. Sogar mit Zuckerschoten-Nudel-Dings aus dem Frühsommer. Habe mir vorgenommen, gleich nach dem Urlaub alles schnell hintereinander zu posten. Wegen der Aktualität. Und der Saisonküchen-Rubrik.

Und?
Hallo Herbst. Schön dass du da bist. Heidelbeeren gibt es keine mehr. Zuckerschoten auch nicht. Ich vertrödele mit Baustatik und den Musikvideos von OK KID die Tage. Irgendwie fliegt alles und nichts passiert. Ich esse weder healthy noch biofair, weil Finanzen. Bin zu faul für irgendwas und zu verplant für nichts. Gekocht wird in der Kitaküche. Hier bäckt der Ofen höchstens altes Brot wieder auf und ab und zu mal einen schnellen Kuchen. 


Aber einen Tag vor Herbstanfang hat die Oma Geburtstag. Und weil alles besser ist als Baustatik und Werkstofflehre verspreche ich, für die Vegan-Bilanz zu sorgen. Mit frischen Zutaten aus Omas Garten, natürlich. Mangold und Tomaten müssen verarbeitet werden, sagt sie. Und: mach was draus.
Jawohl.


Für den Teig werden benötigt:

  • 200 g Vollkornmehl
  • 150 g Margarine
  • 80 ml Wasser
  • etwas Salz
Alles zusammenmatschen und in den Kühlschrank stellen, bis der Rest fertig ist.


Für die Füllung:
  • ein großer Bund Mangold, mit allem: Stiele und Blätter
  • 1 Zwiebel
  • 6 größere Gartentomaten
  • 400 g Seidentofu
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Speisestärke
  • 1 TL Kurkuma und eine Prise Muskat
  • Salz, Pfeffer und Gartenkräuter - Schnittlauch, Bohnenkraut, Basilikum, Petersilie, Thymian, Rosmarin,... na, sowas eben.
Zuerst die Mangoldschicht: Zwiebel würfeln und in einer größeren Pfanne in Öl anbraten. Den großen Bund Mangold in mundgerechte Stücke schneiden und mit rein da. Wie Spinat zubereiten, also so lang braten, bis die Blätter zusammengefallen sind. Mit etwas Pfeffer würzen.


Dann den Teig aus dem Kühlschrank holen. Eine Springform fetten, den Teig darin auslegen. Die Ränder hochdrücken. Das ganze im Backofen ein bisschen vorbacken lassen. So 10 Minuten bei 180°C und Umluft.

In der Zwischenzeit die Tofuschicht anrühren: Seidentofu, Öl und Stärke mit einem Schneebesen zu einer cremigen Masse schlagen. Kurkuma und Muskat unterheben und noch mit den ganzen Gewürzen und Kräutern abschmecken.

10 Minuten um. Boden aus dem Ofen und schnell den Pfanneninhalt, sprich den Mangold, in die Form geben. Gut festdrücken. Darauf dann die Tofumasse gießen und glatt streichen. Tomaten halbieren und dekorativ oben drauf drapieren.
Und dann ab, zurück in den Ofen.
Wartezeit: Eine halbe Stunde bei unveränderten 180°C. Wer hat und mag, kann kurz vor Ende nochmal den Grill dazuschalten. Gibt den Tomaten eine schöne Farbe.


Achja: Macht nicht den Fehler, holt das Ding aus dem Ofen und schneidet es sofort an. Seht ihr den matschigen Haufen an den unteren Bildrändern? Ja?
Ausgekühlt, lauwarm und durchzogen schmeckt die Quiche noch viel besser als mit verbrannter Zunge - und das Kuchenstück sieht auch ganz formschön aus wie ein Kuchenstück. Echt.