Montag, 16. Januar 2017

malobeo - linksalternativ mit Charme und Tee


Stell dir vor es ist Prüfungszeit und alle gehen hin. Und wohin gehst du, wenn die Bibliothek schon am frühen Morgen übervoll ist (Ersti-Tip: Jacke auf den Stuhl ist wie Handtuch auf Strandliege im Freibad - am besten schon von weiten werfen, wenn man den Ort des Geschehens betritt. Wer zielen kann ist König.), wenn du dort auf den Sofas im Kellerbereich zwischen fremden Menschen mit offenem Mund einschläfst und die Club Mate-Flasche in der Cafeteria soviel kostet wie eine Portion Nudeln? Wohin? Nach Hause? Wo das Internet schnell ist, der Schreibtisch mal wieder aufgeräumt werden könnte, keiner doof guckt, wenn man Bionella aus dem Glas löffelt? Echt? Nee.

Samstag, 14. Januar 2017

Kein' Bock-Auflauf mit Hirse.


Es ist Prüfungszeit und keiner hat Bock. In der Uni-Bib ist um 9 Uhr alles überlaufen. Zu Hause hängt Wäsche von letzter Woche an der Heizung. Ich will schlafen. Oder Harry Potter-Filme sehen und Eis löffeln, wahlweise Mango-Curry-Aufstrich mit dem Finger aus dem Glas lecken.
Irgendwie ist da dieses Kind, es ist meins und ich muss es versorgen. Das Leben ist komisch schwer in diesen Tagen. Sogar am Wochenende.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Eingefroren




Das Autoradio spielt gerade Simon & Garfunkel, als ich am Kindergarten parke. Meine Hände hängen taub am Lenkrad, irgendwie scheint die Heizung nicht richtig zu funktionieren. Und die Frostschutz-Flüssigkeit ist leer. Der Tank auch, beinahe. Wenn ich morgen tanke, habe ich kein Geld mehr für das Jennifer Rostock-Ticket. Draußen 10 Grad unter dem Nullpunkt.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Ingwertee, Fernweh, Schnee.


Es gibt Tage, in denen ertrage ich das Leben nicht. Also... mein Leben. Tage, an denen ich stundenlang aus dem Küchenfenster stiere, mit dem Aufwasch-Lappen in der Hand und vergesse den Tisch abzuwischen.

Erste Tage in einem neuen Jahr fallen in diese Kategorie. Moin 2017 - was hast du zu bieten? Ingwertee gegen Schüttelfrost und Ach-nee-ich-brauche-jetzt-nicht-erst-eine-Jacke-um-den-Müll-zur-Mülltonne-zu-bringen-Erkältung. Vor dem Küchenfenster schneit es. Neben mir hängt ein neuer Janosch-Kalender und das Prüfungs-Rot der unteren Hälfte erkenne ich sogar aus den Augenwinkeln. Ich weiß, dass es sich im Februar fortsetzt. Dann kommt der März, komplett gefüllt mit einem Schulpraktikum. Dann das Sommersemester. Täglich grüßt das Murmeltier, Henna-rote Haare, ein Hamstergesicht und die Pegidafahne an dem oberhalb unseres Hauses gelegenen Dreiseitenhof-Giebel im Badezimmerspiegel. Es ist 2017 - hat sich was geändert? Eigentlich nicht wirklich....

Montag, 2. Januar 2017

Jahreswechsel für Kinder - prokrastinatorische Gedanken zur kognitiven Entwicklung eines Dreijährigen

(Anmerkung: Bisher unveröffentlichte Entwurf-Leiche von vorvorvorgestern. Hupsi.)


Eigentlich türmt sich ein Stapel linguistischer Fachlektüre auf dem Schreibtisch. Meine Gedanken sollten sich zwischen Weihnachten und Neujahr um Hate Speech, Pejoration und Korpuspragmatik drehen. Oder zumindest tschechisch sprechen. Oder didaktische Überlegungen tätigen.
Eigentlich. Sollten.

Stattdessen knie ich auf dem Wohnzimmerteppich und trage Zahnarzttermine in den neuen Janosch-Kalender ein, dabei esse ich Dominosteine - die veganen, von Lidl. Queen of Procrastination mit einem Körperfettanteil oberhalb meines Schwangerschaftsniveaus. Während ich so zwischen den Jahren hin und her blättere, überlege ich mir, wie ich dieses Silvester-Gefeiere dem Kind erklären soll. Warum es am 31. Dezember von 7 Uhr an draußen in regelmäßigem Stundentakt knallt und scheppert und ab und zu mal zischt und ploppt.
Na... weil eben ein neues Jahr anfängt. Aber was ist denn bitteschön ein Jahr?
Die Spanne Winter bis Winter, Schnee bis wieder-Schnee?
Nach-Weihnachten bis wieder Nach-Weihnachten?
Ist mein dreieinhalbjähriger Wespenpo kognitiv dazu überhaupt in der Lage, das zu begreifen?