Samstag, 25. Februar 2017

Rucksackkind - Chapter 0: Auf dem Weg nach Kopenhagen.


Vorgeschichte: Gibt es nicht. Ich wollte weg, raus, ins Graue. Habe die Idee, als ich in der Unibib sitze und zwei Studentinnen neben mir ihre Planung für die Vorlesungsfreie Zeit erörtern. Vorlesungsfrei, schnaube ich innerlich und lasse den Kopf auf meine Arme sinken (dabei übrigens mit dem Hintern den Bib-Stuhl auf Rollen vom Tisch wegschieben und geräuschvoll seufzen: Der SLUB-Move. Jeder Insider beherrscht ihn, spätestens nach dem 2. Semester).

In der Vorlesungsfreien Zeit schrieb Ich Klausuren und hielt Referate. Danach eine Projektarbeit, an der ich immernoch arbeite. Zwischen Pflichtanwesenheit-Intensiv-Arbeitsphase und Beginn eines Praktikums an der Grundschule den ganzen März über bleibt mir genau eine Woche. Eine. Woche. Das ist doch nicht fair. Zwischen Klausur und Referat hoste ich eine amerikanischen Couchsurfer und lasse mich anstecken. Warum sollte ich das eigentlich nicht mal versuchen? Selbst Couchsurfen? Mit Kind? „Du bist ja wahnsinnig!“, zeigt mir die O-Mama den Vogel quer über den Kaffeetisch. Aber da ist es schon zu spät. Weil der Facebookfreunde-Cast nach Travelcompanions fehlschlägt, buche ich spontan Sparpreis-Tickets nach Kopenhagen.

Dienstag, 21. Februar 2017

Mitten im Leben ohne Apfelkuchen. Gedankenquatsch ohne Erklärungen. Eine Ankündigung.

Das Leben geht weiter. Immer. Isso. Auch in der Prüfungszeit. Der Staub auf dem Regal vermehrt sich ungeachtet der Lektüreberge daneben, ignorant piept die Waschmaschine zwischen meine Tschechisch-Vokabel-Lernmonologe. Die Klausurenphase macht mich zum Morgenmenschen. Morgen, nicht heute. Heute streame ich Indiefilme, allgemeinbilde mich mit Vicenews über Pornomessen und scrolle in der Bib meinen Facebook-Feed bis ganz nach unten. Und wieder hoch. Aktualisiere dreimal in einer viertel Stunde Instagramstories ohne selbst auch nur ein Wort in die virtuelle Welt zu setzen. Ich konsumiere und konsumiere. Vor allem Kollemate in Litern pro Stunde. Und ich lebe. Hier und jetzt und zwischen Krümeln.
Direkt proportional zu meinem Hintern im malobeo-Couch-Polster sinkt meine kreative Begabung und nähert sich dem Nullpunkt an. Statt in meinem noch nicht wie eine Hausarbeit aussehendem Worddokument zu Hate Speech bei Pegida blinkt der Cursor auf der Blogbeitrag-Oberfläche. Neue Wörter gibt es nirgendwo. Mein Kopf ist leerer als mein Kühlschrank.