Samstag, 18. März 2017

Don't think twice.


Das Leben ist komisch schwer in diesen Tagen. Es dreht sich so schnell, dass mir schlecht wird. Trotz Kotzphobie speie ich Phrasen in stumpfe Gesichter und hoffe, sie klingen ernst gemeint höflich. Schalte "Lebensmotto Tarnkappe" auf meinem Handy in der Hälfte weg, um besser rückwärts auf dem Mitarbeiter-Parkplatz der Grundschule einparken zu können und gähne hinter vorgehaltenem Sachkunde-Arbeitsblatt gegen den Kopfschmerz an. "Heute isser aber kräftig, der Kaffee" im Lehrerzimmer, dabei kann ich davon gerade so wieder geradeaus gehen, lächeln, nicken, in Freundebüchern das Faultier in die Lieblingstier-Spalte eintragen und bei "mein Vorbild" die Person mit der größten Selbstdisziplin in meinem Umfeld.

Ich schlafe zu wenig und esse zu viel, oft wische ich mir heimlich eine Träne von der Wange und weiß nicht, ob das eine allergische Reaktion auf die neue Mascara oder das Leben ist. Vielleicht alles. Vielleicht Schlafentzug. 
Dann ist es Dreiundzwanzig Uhr und das gleichmäßige Auf- und Wegblinken des Cursors macht mich nervös und aggressiv gleichzeitig. Noch nie fiel es mir so schwer zu existieren. Zu produzieren. Ein produktives Glied der Gesellschaft sein. Eine Mutter sein. Eine Studentin sein. Eine kompetente Lehrerin sein.

Und während ich mit einer Geschwindigkeit von 1 Satz/30 Minuten pseudo-wissenschaftlichen Pädagogik-Müll auf weißen Untergrund tippe läuft Bob Dylan im Spotify-Player. Don't think twice. Denn bald it's alles over, Baby Blue. Vielleicht sogar das Lehramts-Studium. In jedem Fall aber die Blog-Pause. Bis dahin: Abwarten und Mate trinken. Overandout.