Dienstag, 11. April 2017

Auferstanden aus Ruinen, oder: Waschmaschinenwetter und Curry.


Irgendjemand hat das stille, beschauliche Hinterkaffhausen-Leben in die Waschmaschine gesteckt. Pflegeleicht, 40 Grad, intensiv spülen, doppelter Schleudergang. Ich hab hier schon so oft emotionale Befindlichkeiten formuliert und zwischen den Zeilen meine manchmal schwierigen, wackeligen Schritte durch die Welt thematisiert. War ehrlich und war es auch nicht: Hinter guten und schlechten Phasen, Stress und weniger Stress steckt auch mein Problem mit der Welt. Manchmal bin ich unfähig, mich einzufügen und an ihr teilzunehmen. Dann schleudert der Waschgang Stimmungen im Stundenrhythmus durcheinander, ich bin himmelhochjauchzendzutodebetrübt, habe eine geringe Aggressionsschwelle (im Auto!) und überhaupt fällt alles viel schwerer als es das eh schon tut. Die Waschmaschine hat einen anerkannten medizinischen Fachnamen und ich lerne, damit umzugehen.
In zeitlichen Engpässen, unter Druck, in fremdbestimmten engen Zeitplänen drückt immer irgendwer oder irgendetwas ungefragt auf den Anschaltknopf. Das ist Mist. Im Praktikum-Stundenplan an der Grundschule sehe ich meine Umwelt nur verschwommen durch das Bullaugen-Glas des Frontladers.